Fujifilm will Magnetband-Kapazität in Odawara verfünffachen
Zweitberichte nennen rund 10 Milliarden Yen Investition bis 2028; das LTO-Konsortium meldet für das erste Quartal 2026 ein Plus von 57 Prozent bei den Auslieferungen
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- LTO-Konsortium meldet für 2025 160,3 Exabyte ausgelieferte Kapazität, minus 9 % gegenüber 2024.
- 2025 war das zweitstärkste Jahr der LTO-Geschichte nach dem Rekordjahr 2024 mit 176,5 EB.
- Im ersten Quartal 2026 stiegen die LTO-Auslieferungen um 57 % gegenüber dem Vorjahresquartal.
- LTO-10 bietet 30 TB und 40 TB nativ, bei 400 MB/s.
- Das LTO-Konsortium führt den Rückgang 2025 auf makroökonomische Reibung zurück, nicht auf Abkehr vom Band.
Fujifilm will in Odawara die Bandkapazität verfünffachen
Fujifilm will bis zum Geschäftsjahr 2028 rund 10 Milliarden Yen in sein Werk Odawara stecken und die Produktionskapazität für Magnetband verfünffachen. Die Angaben stammen aus Berichten, die sich auf die Zeitung Nikkei berufen und die Chosun sowie Valor wiedergeben. Laut Nikkei wäre es die größte Investition des Unternehmens in Magnetband seit rund 20 Jahren. Die Fujifilm-Primärquelle und der ursprüngliche Golem-Artikel liegen der Redaktion nicht vor. Alle Angaben stammen aus Zweitberichten.
Die Berichte rechnen unterschiedlich um. Chosun nennt etwa 90 Milliarden Won, Valor 63,3 Millionen US-Dollar. Der Yen-Betrag ist in beiden gleich. Die Abweichung entsteht allein durch die Wechselkurse, die jede Redaktion verwendet. Widersprüche in der Sache gibt es nicht. Eine Euro-Angabe findet sich im Material nicht. Als Abnehmer nennt Valor Betreiber von Rechenzentren, Finanzinstitute und Forschungseinrichtungen. Wie sich der Plan zu früheren Ankündigungen von Fujifilm verhält, ließ sich anhand der vorliegenden Quellen nicht klären.
LTO-Auslieferungen steigen im ersten Quartal 2026 um 57 Prozent
Das LTO-Konsortium aus HPE, IBM und Quantum hat Absatzzahlen veröffentlicht. Die Auslieferungen stiegen im ersten Quartal 2026 um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2025 meldet das Konsortium 160,3 Exabyte ausgelieferter Kapazität. Das sind 9 Prozent weniger als der Rekord von 176,5 Exabyte im Jahr 2024. Es bleibt jedoch das zweitstärkste Jahr der LTO-Geschichte.
Den Rückgang 2025 führt das Konsortium auf makroökonomische Belastungen zurück, unter anderem das internationale Handelsumfeld. Von einer strukturellen Abkehr vom Band spricht es nicht. Für die aktuelle Generation LTO-10 nennt das Programm zwei Kapazitätsstufen: 30 und 40 Terabyte nativ, bei 400 MB/s.
KI-Datenflut als Erklärung stammt vom Konsortium selbst
Den Zusammenhang zwischen KI-Boom und Band-Aufschwung stellen das LTO-Konsortium und Quantum-CEO Hugues Meyrath her. Meyrath spricht von „unprecedented data growth“ und nennt Band eine „strategic component“ moderner Dateninfrastruktur. Network World übernimmt diese Deutung als Aussage des Konsortiums. Eine unabhängige Analyse, die Ursache und Wirkung belegt, liegt nicht vor. Prüfbar wäre das etwa mit unabhängigen Marktdaten oder einer Aufschlüsselung der Auslieferungen nach Kundengruppen, etwa Hyperscalern im Vergleich zu anderen Abnehmern.
Auch die Aussagen auf der LTO-Website sind Herstellerangaben. Band sei „ultra-secure against ransomware“, verursache einen geringen CO2-Fußabdruck und koste wenig pro Terabyte. Unabhängige Vergleiche zu Kosten, Energieverbrauch und Sicherheit gegenüber Festplatten oder SSDs liegen im vorliegenden Material nicht vor.


