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CoreWeave und Nebius verlieren binnen eines Monats fast die Hälfte ihres Börsenwerts

Als Auslöser gelten Zinssorgen, schwächere Hyperscaler-Investitionen, eine Gartner-Prognose und die Midterms. Gewichtet hat sie bislang niemand. Die Quartalszahlen am 10. und 12. November gelten als nächster Test.

· Veröffentlicht: 07.11.2026 ·3 Min Lesezeit
CoreWeave und Nebius verlieren binnen eines Monats fast die Hälfte ihres BörsenwertsMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Microsoft meldete Investitionen und Finance Leases von 45,2 Mrd. USD gegenüber erwarteten 50,7 Mrd. USD.
  • Alphabet lag mit 51,36 Mrd. USD unter den erwarteten 55,09 Mrd. USD.
  • Microsoft nannte Timing-Unterschiede zwischen Wareneingang und Zahlung sowie weniger Finance Leases als Grund.
  • Der Azure-Umsatz stieg um 48 %.
  • Microsoft hat Ende des Vorjahres einen Deal über knapp 20 Mrd. USD mit Nebius geschlossen.

CoreWeave und Nebius verlieren binnen eines Monats fast die Hälfte ihres Börsenwerts

Die Aktien der KI-Cloudanbieter CoreWeave und Nebius haben binnen eines Monats rund die Hälfte ihres Werts eingebüßt. Laut 247wallst.com fiel CoreWeave vom 6. Oktober bis zum 6. November 2026 um 49,9 Prozent auf 45,89 US-Dollar, Nebius um 47,7 Prozent auf 130,78 US-Dollar. Beide Unternehmen vermieten Rechenleistung auf teuren GPUs an KI-Labore und Konzerne. Chips und Rechenzentren finanzieren sie häufig mit Schulden oder Aktienverkäufen, lange bevor die Mieteinnahmen fließen.

Die exakten Zahlen stammen aus einer einzigen Quelle. Das CoreWeave-Preisniveau von rund 46 US-Dollar stützt stockanalysis.com nur grob. Schlusskurse sowie die Marktkapitalisierung vor und nach dem Einbruch liefert das vorliegende Material nicht.

Kürzere Rückblickfenster zeigen kleinere Verluste. Das ist kein Widerspruch, sondern Folge anderer Stichtage: Nebius lag in einem Monat bei minus 34,65 Prozent (154,14 US-Dollar), CoreWeave bei minus 35,25 Prozent (56,10 US-Dollar) und Nebius bei minus 29,46 Prozent (159,85 US-Dollar). Am einzelnen Handelstag fielen CoreWeave um 11 Prozent auf 54,34 US-Dollar und Nebius um 9 Prozent auf 156,73 US-Dollar.

Zinsen, Microsofts Capex-Lücke und Midterms: Die Quellen nennen unterschiedliche Auslöser

Eine Gesamterklärung für den Kursrutsch gibt es nicht. Die Quellen betrachten unterschiedliche Phasen und gewichten die Faktoren verschieden. Eine Quelle macht den Verbraucherpreisindex für September verantwortlich. Die Preise stiegen um 0,6 Prozent, die Jahresrate liegt bei 3,7 Prozent, und Marktteilnehmer preisen eine mögliche Zinserhöhung der Fed ein. CNBC verweist ebenfalls auf steigende Zinsen und auf die Sorge, künftige Schuldenaufnahmen könnten zu teuer werden.

Hinzu kamen die Quartalszahlen der Hyperscaler. Microsoft meldete Investitionen samt Finance Leases von 45,2 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut StreetAccount im Schnitt 50,7 Milliarden erwartet. Alphabet lag mit 51,36 Milliarden unter den erwarteten 55,09 Milliarden. Nachbörslich gaben CoreWeave und Nebius um fast 5 Prozent nach.

Die Lücke wird unterschiedlich gelesen. Eine Lesart sieht Hyperscaler, die Ausgaben für externe Rechenleistung zurückfahren. CNBC deutet sie dagegen als Hinweis, dass Infrastrukturpartner länger für die Lieferung von Kapazität brauchen. Microsoft selbst nenne Timing-Unterschiede zwischen Wareneingang und Zahlung sowie weniger Finance Leases. Der Azure-Umsatz stieg um 48 Prozent. Primärbelege wie der Earnings-Call liegen nicht vor.

Außerdem prognostiziert Gartner, dass bis 2030 bis zu 80 Prozent der Neocloud-Anbieter nicht mehr unabhängig arbeiten. Die Formulierungen der beiden Quellen weichen leicht voneinander ab. Nebius selbst veröffentlichte laut einer Quelle weder Zahlen noch Vertragsnachrichten.

Nach den Midterms fielen beide Aktien erneut, auf Sorgen vor erschwerten Rechenzentrumsprojekten. Laut Semafor, zitiert von IBD, haben über 30 Gemeinden in neun Staaten Moratorien, Verbote oder ähnliche Maßnahmen beschlossen. Die Datierung variiert: IBD nennt Mittwoch, den 4. November, 247wallst den 5. November. Rosenblatt nennt die Wahl für Nebius ein „relatives Nicht-Ereignis“.

Die Quartalszahlen am 10. und 12. November stellen CoreWeaves Finanzierung in den Mittelpunkt

CoreWeave legt am 10. November das dritte Quartal vor. Erwartet wird ein Verlust von 1,27 US-Dollar je Aktie. Nebius soll am 12. November folgen. Diesen Termin nennt allerdings nur eine Quelle.

Die Finanzierung rückt bei CoreWeave in den Blick. Die Anleiherendite liegt laut stockanalysis.com über 16 Prozent. Die 2032er-Anleihe wurde mit 9,625 Prozent platziert. Zuletzt rentierte sie laut einer weit verbreiteten Grafik bei etwa 15 Prozent. Die Abweichung dürfte auf unterschiedliche Stichtage zurückgehen. Die Kreditausfallswaps lagen laut Reuters, zitiert von 247wallst, über 1.000 Basispunkten.

Microsoft ist laut CNBC Großkunde beider Unternehmen. Mit Nebius schloss der Konzern Ende des Vorjahres einen Vertrag über knapp 20 Milliarden US-Dollar. Bei CoreWeave zählt er zu den Top-Kunden.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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