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Bessent sieht Schulden bei KI-Neoclouds nicht als Problem

Der US-Finanzminister nennt den Sektor einen kleinen Teil des Ökosystems. Zahlen zu CoreWeave, Nvidia und zur Finanzierungskonzentration stehen dazu in Spannung. Ob „klein“ stimmt, lässt sich mit dem vorliegenden Material nicht prüfen.

· Veröffentlicht: 29.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Bessent sieht Schulden bei KI-Neoclouds nicht als ProblemMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Bessent hält die Renditen bei KI-Schulden laut CNBC-Interview nicht für problematisch.
  • Meta kündigte Kapitalaufnahme für KI-Infrastruktur über Stamm- und Vorzugsaktien an, rund 97,5 Mrd. USD.
  • Die CoreWeave-Aktie fiel an einem Mittwoch um 15,46 Prozent.
  • CoreWeave-Anleiherenditen stiegen in der zweiten Oktoberhälfte auf bis zu 15–16 Prozent.
  • Der Roundhill Neocloud ETF verlor binnen eines Monats 24 Prozent.

Bessent: Neoclouds sind „a small component“ und kein Problem

US-Finanzminister Scott Bessent hat Sorgen über steigende Schulden und Finanzierungskosten bei KI-Neoclouds zurückgewiesen. Auf zweistellige Renditen bei manchen KI-Schulden angesprochen, antwortete er in einem CNBC-Interview am Mittwoch: „We monitor all of this. I don't think it's problematic at all because we're seeing that the neoclouds are a small component of the overall ecosystem.“

Bessent verweist außerdem darauf, dass weiterhin Geld aufgenommen wird und Geschäfte zustande kommen. Als Beispiel nennt er Meta, das sich über Eigenkapital finanziert. Der Konzern hatte eine Kapitalaufnahme für KI-Infrastruktur über Stamm- und Vorzugsaktien von rund 97,5 Milliarden US-Dollar angekündigt. Danach fiel der Kurs fünf Sitzungen in Folge.

Neue Fakten zur Schuldenlage enthält die Aussage nicht. Sie ist die Einordnung der US-Regierung.

CoreWeave-Anleihen rentieren bei 15 bis 16 Prozent, Nvidia mit 36 Mrd. USD an Backstops

Anlass der Frage sind Anleihen von CoreWeave. In der zweiten Oktoberhälfte stiegen deren Renditen auf bis zu 15 bis 16 Prozent. Die Aktie verlor im Oktober fast 40 Prozent und erholte sich vom Tief am 23. Oktober teilweise. An einem Mittwoch fiel sie um 15,46 Prozent, nachdem der Investor Chamath Palihapitiya auf X einen Chart mit Anleiherenditen von rund 15 Prozent gepostet hatte. Zeitgleich erschien ein Interview der Financial Times, in dem CoreWeave-Mitgründer Brannin McBee mehr Kredit von Versicherern ankündigte. Der Roundhill Neocloud ETF verlor binnen eines Monats 24 Prozent.

Laut Axis Intelligence hatte CoreWeave zum 30. Juni 2026 Schulden von 35,1 Milliarden US-Dollar, 64,1 Prozent mehr als sechs Monate zuvor. Im zweiten Quartal flossen demnach 24,9 Prozent des Umsatzes in Zinsen.

Laut der letzten Quartalsmeldung im Juli hatte Nvidia 36 Milliarden US-Dollar an außerbilanziellen Backstops für Neoclouds. Hinzu kommen eine Garantie von bis zu 105 Milliarden US-Dollar für ein geplantes OpenAI-Rechenzentrum in Ohio und 20 Milliarden US-Dollar an Mietverpflichtungen.

Dagegen spricht, dass CoreWeave mit mehrjährigen Take-or-pay-Verträgen arbeitet. Kunden zahlen dabei unabhängig von der Nutzung. Der Auftragsbestand lag Ende 2025 bei 66,8 Milliarden US-Dollar, dem Rund-13-Fachen des Jahresumsatzes.

Ob „klein“ zutrifft, bleibt mit den vorliegenden Zahlen offen

Bessent bezieht sich auf den Anteil der Neoclouds am gesamten KI-Ökosystem. Die übrigen Quellen beschreiben dagegen Verschuldung und Verflechtung einzelner großer Anbieter.

Laut amcompute.com (Stand Oktober 2026) halten zehn Betreiber 87 Prozent der offengelegten Finanzierung. Investment-Grade-GPU-Schulden gibt es demnach nur bei den größten.

Eine Gesamtzahl für den Sektor im Verhältnis zum KI-Investitionsvolumen liegt im vorliegenden Material nicht vor. Ob „klein“ zutrifft, lässt sich damit nicht überprüfen.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. hyper.ai ↗

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