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Barret Zoph wird Vice President of Research bei Google DeepMind

Der frühere OpenAI-Forschungsleiter kehrt nach Stationen bei Thinking Machines und OpenAI zu Google zurück und soll Gemini mit RL- und Post-Training-Expertise stärken.

· Veröffentlicht: 27.08.2026 ·5 Min Lesezeit
Barret Zoph wird Vice President of Research bei Google DeepMindMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Barret Zoph wechselt zu Google DeepMind und übernimmt die Position des Vice President of Research.
  • Google bestätigt die Einstellung offiziell durch Sprecher Thomas Schoenfelder, der sagt, man freue sich auf Zophs Rückkehr und seine RL- und Post-Training-Expertise für Gemini.
  • Zoph arbeitete von 2016 bis 2022 als Research Scientist bei Google Brain, bevor er zu OpenAI wechselte.
  • Zoph war Mitgründer und CTO von Thinking Machines Lab, das Anfang 2025 gegründet wurde und nach einer Seed-Runde mit etwa 12 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.
  • Zoph verließ Thinking Machines im Januar 2026 und kehrte zu OpenAI zurück, wo er die Rolle des Head of Enterprise AI Sales übernahm.
  • Zoph verließ OpenAI nach etwa fünf Monaten (Juni 2026) erneut.

Zoph übernimmt Forschungsleitung bei Google DeepMind

Barret Zoph wechselt zu Google DeepMind und übernimmt dort die Position des Vice President of Research. Das bestätigte Google-Sprecher Thomas Schoenfelder gegenüber dem Wall Street Journal. Man freue sich auf Zophs Rückkehr und darauf, dass er seine Expertise in Reinforcement Learning (RL) und Post-Training in die Entwicklung von Gemini einbringen werde, so Schoenfelder. Zoph selbst kündigte den Wechsel auf der Plattform X an. Er schrieb, er werde sich auf RL und Post-Training konzentrieren, und ergänzte, Google verfüge über alle Voraussetzungen für anhaltenden Erfolg im KI-Bereich. Zoph kehrt damit zu dem Unternehmen zurück, bei dem er von 2016 bis 2022 als Research Scientist bei Google Brain tätig war. Seine Arbeiten dort umfassten unter anderem Neural Architecture Search mit Reinforcement Learning und das Switch-Transformer-Modell. Bei OpenAI war er später als Vice President of Research für Post-Training, Alignment, Werkzeugnutzung, Evaluation, ChatGPT, Suche und multimodale Systeme verantwortlich. Die Einstellung ist Teil von Googles Bemühungen, die Forschungsriege im KI-Bereich zu verstärken. Zophs Erfahrung im Post-Training großer Sprachmodelle gilt als besonders relevant für die Weiterentwicklung von Gemini, da diese Phase entscheidend für die Ausrichtung und Leistungsfähigkeit der Modelle ist. Der Wechsel erfolgt rund drei Wochen, nachdem Demis Hassabis als CEO von Google DeepMind zurückgetreten war und einige DeepMind-Teams in die Google-Organisation eingegliedert wurden.

Vom Google Brain über OpenAI und Thinking Machines zurück zu Google

Zophs Karriereweg ist ungewöhnlich dicht. Nach seinem Studium an der University of Southern California begann er 2016 bei Google Brain, wo er sechs Jahre als Research Scientist arbeitete. In dieser Zeit veröffentlichte er vielzitierte Arbeiten zur Neural Architecture Search mit Reinforcement Learning und zu transferierbaren Architekturen für skalierbare Bilderkennung. 2022 wechselte er zu OpenAI und stieg dort bis zum Vice President of Research auf. In dieser Rolle verantwortete er das Post-Training, also die Phase nach dem Vortraining, in der Modelle wie ChatGPT auf Alignment, Werkzeugnutzung und multimodale Fähigkeiten ausgerichtet werden. Im Herbst 2024 verließ er OpenAI gemeinsam mit anderen Führungskräften, um mit der ehemaligen OpenAI-CTO Mira Murati das Start-up Thinking Machines Lab zu gründen. Das Unternehmen wurde Anfang 2025 offiziell gegründet und nach einer Seed-Runde mit rund 12 Milliarden US-Dollar bewertet. Zoph übernahm die Rolle des CTO. Im Januar 2026 kehrte er jedoch überraschend zu OpenAI zurück, zusammen mit Mitgründer Luke Metz. Dort leitete er als Head of Enterprise AI Sales den Vertrieb von KI-Lösungen an Unternehmen, ein Bereich, den OpenAI als zentral für die Kommerzialisierung vor dem geplanten Börsengang bezeichnete. Nach etwa fünf Monaten, im Juni 2026, verließ Zoph OpenAI erneut. Damit hat er innerhalb von weniger als zwei Jahren vier Arbeitgeberwechsel vollzogen – von OpenAI zu Thinking Machines, zurück zu OpenAI und nun zu Google DeepMind.

Widersprüchliche Darstellungen zur Trennung von Thinking Machines

Die Umstände von Zophs Ausscheiden bei Thinking Machines Lab sind umstritten. Nach Darstellung des Unternehmens beziehungsweise von CEO Mira Murati wurde Zoph wegen Leistungs-, Verhaltens- und Vertrauensproblemen entlassen. Dem Wall Street Journal zufolge hatte Murati in einem internen Statement an die Belegschaft auf diese Probleme hingewiesen. Zudem soll Zoph eine nicht offengelegte Beziehung zu einer Kollegin geführt haben, woraufhin seine Verantwortlichkeiten reduziert worden seien. Berichten zufolge kam es zu einer Auseinandersetzung in einem Meeting, bei dem Zoph und zwei weitere Personen mehr Entscheidungsbefugnis für ihn forderten; Murati habe daraufhin gefragt, warum er seine Arbeit in den vergangenen Monaten nicht erledigt habe. Zwei Tage später sei er entlassen worden. Zoph selbst widerspricht dieser Darstellung. Er erklärte, er sei erst entlassen worden, nachdem das Unternehmen erfahren habe, dass er das Unternehmen verlassen wolle. Zu keinem Zeitpunkt seien ihm Leistungs- oder ethische Gründe als Kündigungsgrund genannt worden. Die Vorwürfe bezeichnete er als falsch und diffamierend. Die Reduzierung seiner Aufgaben sei eine vorübergehende Maßnahme gewesen. Die Entlassung erfolgte im Januar 2026, unmittelbar bevor Zoph zu OpenAI zurückkehrte. Eine unabhängige Untersuchung, die eine der beiden Versionen bestätigen würde, liegt nicht vor. Beide Seiten stehen sich mit gegensätzlichen Aussagen gegenüber.

Strategische Implikationen für Gemini und den KI-Talentmarkt

Für Google DeepMind bedeutet der Wechsel eine Stärkung der Forschungsabteilung. Zoph bringt tiefe Expertise im Reinforcement Learning und im Post-Training mit, zwei Bereiche, die für die Weiterentwicklung von Gemini entscheidend sind. Google hatte zuletzt versucht, seine KI-Forschungsriege auszubauen, und die Rückkehr eines ehemaligen Google-Brain-Forschers mit Erfahrung bei OpenAI und einem eigenen Start-up ist ein Signal. Der Wechsel erfolgt zudem in einer Phase der Neuordnung: Demis Hassabis war als CEO zurückgetreten, und einige DeepMind-Teams wurden in die Google-Organisation integriert. Für OpenAI ist Zophs erneuter Abgang ein Rückschlag. Er hatte erst im Januar 2026 die Leitung des Enterprise-AI-Sales übernommen, einen Bereich, den das Unternehmen als zentral für die Umsatzstrategie vor dem geplanten Börsengang bezeichnet hatte. Dass er nach nur fünf Monaten wieder geht, unterbricht diese Priorität. OpenAI hat in den vergangenen Monaten zahlreiche hochrangige Mitarbeiter verloren, was die Stabilität des Führungsteams belastet. Der Fall Zoph illustriert den intensiven Wettbewerb um KI-Spitzenkräfte. Die führenden Labore werden von einer relativ kleinen Gruppe von Forschern getragen, die zwischen den Unternehmen wechseln. Jede Einstellung ist zugleich der Verlust eines Konkurrenten. Metas systematische Abwerbung des Thinking-Machines-Gründungsteams hatte dies bereits deutlich gemacht. Zophs Rückkehr zu Google ist ein weiteres Beispiel für diese Dynamik.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. qz.com ↗

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