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Barclays-Stratege: 75 Prozent des Gewinnwachstums im S&P 500 hängen an KI

Alex Altmann nennt im Odd-Lots-Podcast Schätzungen zum KI-Anteil und warnt vor einer 'Denial Phase' bei der Finanzierung

· Veröffentlicht: 29.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Barclays-Stratege: 75 Prozent des Gewinnwachstums im S&P 500 hängen an KIMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Barclays hebt das S&P-500-Jahresendziel auf 7.950 von 7.800 an.
  • Barclays hebt die S&P-500-EPS-Schätzung für 2026 auf 365 USD und für 2027 auf 414 USD.
  • Barclays erwartet Cloud-Capex der großen Anbieter über 1,1 Billionen USD im Jahr 2027 (+67 %).
  • Im zweiten Quartal übertrafen 86 % der berichtenden S&P-500-Firmen die Erwartungen (LSEG).
  • Hyperscaler emittierten 2025 Anleihen über 121 Mrd. USD.

Barclays-Stratege: 75 Prozent des Gewinnwachstums hängen an KI

Rund drei Viertel des Gewinnwachstums im S&P 500 entfallen im kommenden Jahr auf das KI-Ökosystem, etwa zwei Drittel entfielen allein auf Halbleiter. Das sagte Alex Altmann, Global Head of Equities Tactical Strategies bei Barclays, im Bloomberg-Podcast Odd Lots. Aufgezeichnet wurde die Folge mit den Hosts Tracy Alloway und Joe Weisenthal am 28. Oktober 2026.

Eine veröffentlichte Barclays-Studie dazu nennt das Material nicht; die Zahlen stammen aus dem Gespräch. Wie Altmann rechnet, wie er das KI-Ökosystem abgrenzt und welche Methodik dahintersteckt, geht aus dem Material nicht hervor. Auch die Bezugsgröße des Halbleiter-Anteils ist nicht geklärt. Das Portal ppc.land ordnet die Folge entsprechend ein: Sie zeige, wie institutionelles Geld aktuelle Ereignisse liest, enthalte aber keine neuen Offenlegungen. Die meisten Zahlen seien Altmanns Schätzungen oder Barclays-Forschung, vorgetragen im Gespräch.

'Denial Phase': Hochverschuldete Rechenkapazitäts-Betreiber unter Druck

Altmann warnte zugleich, Anleger befänden sich bei den Finanzierungsbelastungen in einer 'Denial Phase'. Die am höchsten verschuldeten Betreiber von KI-Rechenkapazität hätten diese Belastungen bereits erreicht.

Marktdaten Dritter, nicht von Barclays, stützen die Warnung. Hyperscaler gaben 2025 Anleihen über 121 Milliarden US-Dollar aus, mehr als das Vierfache des Fünfjahresschnitts von 28 Milliarden. Morgan Stanley erwartet für 2026 weltweit rund 570 Milliarden Dollar an KI-bezogenen Schulden. Goldman Sachs rechnet damit, dass Schulden etwa ein Drittel der Hyperscaler-Investitionen finanzieren, nach etwa einem Viertel im Jahr 2025.

Am deutlichsten zeigt sich der Druck bei CoreWeave. Der Betreiber von 51 Rechenzentren kommt laut einem Bericht auf 72 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten. Die Anleihekurse fielen stark. Laut Marktpreisen liegt die Ausfallwahrscheinlichkeit bei über 60 Prozent. Eine im Juni platzierte Anleihe mit 9,625 Prozent Kupon rentierte zuletzt bei 14,50 Prozent. Auch Oracle-Anleihen gaben nach, wenn auch weniger stark. Kreditausfallversicherungen für SoftBank verteuerten sich.

Zur Rolle der großen Cloud-Anbieter gehen die Quellen auseinander. Eine nennt Microsoft als einzigen Hyperscaler, der zuletzt keine Anleihemärkte anzapft. Eine andere spricht pauschaler davon, dass die großen vier ihre Kredite stemmen können. Stand und Zeitraum beider Texte sind unklar. Direkt vergleichbar sind die Aussagen deshalb nicht.

Barclays-Hausprognose: Höheres Indexziel, Milliardenausgaben der Cloud-Anbieter

Davon zu trennen ist die Prognose von Venu Krishna, Head of US Equity Strategy bei Barclays. Er hob das S&P-500-Jahresendziel von 7.800 auf 7.950 Punkte an. Die Gewinnschätzung je Aktie stieg für 2026 auf 365 Dollar (zuvor 337) und für 2027 auf 414 Dollar (zuvor 389). Für die großen Cloud-Anbieter erwartet Barclays 2027 Investitionen von über 1,1 Billionen Dollar, ein Plus von 67 Prozent.

Als Begründung nennt Barclays eine starke zweite Berichtssaison. Nach LSEG-Daten übertrafen 86 Prozent der berichtenden S&P-500-Unternehmen die Erwartungen. Die Gewinne der Big Tech wuchsen um 35 Prozent.

Eine Verbindung zwischen dieser Hausprognose und Altmanns 75-Prozent-Zahl stellt das vorliegende Material nicht her.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. ppc.land ↗

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