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BAN warnt: KI-Elektroschrottwelle bis 2050 auf 395 bis 617 Millionen Tonnen geschätzt

Basel Action Network prognostiziert 395–617 Millionen Tonnen KI-Elektroschrott bis 2050 – 40- bis 60-mal höher als bisherige Studien.

· Veröffentlicht: 17.09.2026 ·1 Min Lesezeit
BAN warnt: KI-Elektroschrottwelle bis 2050 auf 395 bis 617 Millionen Tonnen geschätztMit KI erstellt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Das Basel Action Network (BAN) hat einen Bericht mit dem Titel 'The Coming AI Waste Wave' veröffentlicht; Teil 1 heißt 'How Big is the AI Waste Wave?'.
  • Der Bericht schätzt, dass KI-bedingte Elektronikabfälle von 2025 bis 2050 zwischen 395 und 617 Millionen Tonnen betragen könnten.
  • Die obere Schätzung von 617 Millionen Tonnen entspricht 23 Millionen 40-Fuß-Containern, die aneinandergereiht die Erde sechsmal umrunden würden.
  • Für 2030 prognostiziert der Bericht 8,6 bis 13,1 Millionen Tonnen KI-bedingter Elektronikabfälle pro Jahr.
  • Der Bericht erfasst im Gegensatz zu früheren Studien nicht nur Server und GPUs, sondern die gesamte elektromechanische Infrastruktur (Stromverteilung, Kühlung, Backup-Generatoren, Netzwerktechnik, Telekommunikation).
  • Der Bericht führt die Kategorie 'AI Waste Contagion' ein, die sekundäre Abfallströme wie vorzeitig veraltete Unterhaltungselektronik und Telekom-Infrastruktur umfasst.

BAN warnt vor KI-Elektroschrottwelle bis 2050

Das Basel Action Network (BAN) prognostiziert im ersten Teil seines Berichts „The Coming AI Waste Wave“, dass KI-bedingte Elektronikabfälle von 2025 bis 2050 zwischen 395 und 617 Millionen Tonnen betragen könnten. Für das Jahr 2030 rechnet die Organisation mit 8,6 bis 13,1 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Schätzung basiert auf einem direkten Datenzentrumsmodell sowie einem Szenario für „AI Waste Contagion“ – sekundäre Abfallströme außerhalb der Rechenzentren, etwa vorzeitig veraltete Unterhaltungselektronik oder ausgebaute Telekommunikationsinfrastruktur. Anders als frühere Studien erfasst BAN erstmals die gesamte elektromechanische Infrastruktur: Neben Servern und GPUs werden Stromverteilung, Kühlung, Notstromsysteme, Verkabelung und Netzwerktechnik einbezogen. Diese breitere Datenbasis führt zu deutlich höheren Zahlen als bisherige Abschätzungen.

Schätzung 40- bis 60-mal höher als bisherige Studien

Die BAN-Prognose liegt um das 40- bis 60-Fache über der meistzitierten akademischen Schätzung von Alex de Vries-Gao. Der Grund für diese große Differenz liegt im Analyseumfang: Während de Vries-Gao ausschließlich Server und Grafikprozessoren berücksichtigen, bezieht BAN die gesamte elektromechanische Infrastruktur der Rechenzentren sowie die „AI Waste Contagion“-Effekte ein – also vorzeitige Obsoleszenz von Geräten außerhalb der Rechenzentren. BAN verwendet dabei eine Kennzahl von 70.000 Tonnen Elektroschrott pro Gigawatt Rechenzentrumskapazität und extrapoliert diese auf eine prognostizierte globale Kapazität von 219 Gigawatt bis 2030 (laut McKinsey). Durch die Einbeziehung der vollständigen Infrastruktur und der zusätzlichen Abfallströme entsteht so ein Vielfaches der reinen Server/GPU-Betrachtung. Zudem weist der Bericht darauf hin, dass nur etwa ein Fünftel des heutigen Elektroschrotts ordnungsgemäß behandelt wird – unter anderem wegen mangelnder Recycling-Infrastruktur, illegaler Exporte und der Deponierung großer Mengen, wodurch Schadstoffe in Boden und Wasser gelangen können. Dies unterstreicht die Dringlichkeit der Warnung.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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