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Smartphone-Markt bricht im dritten Quartal ein: schwächstes Q3 seit 2012 laut Counterpoint

IDC meldet minus 22 Prozent, den größten Quartalsrückgang seiner Erhebung. Counterpoint kommt auf minus 20 Prozent. Als Ursache gilt die KI-getriebene Speicherknappheit.

· Veröffentlicht: 20.10.2026 ·3 Min Lesezeit
Smartphone-Markt bricht im dritten Quartal ein: schwächstes Q3 seit 2012 laut CounterpointMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • IDC meldet einen Rückgang um 22 % auf 255,3 Mio. Geräte im dritten Quartal 2026.
  • Counterpoint führt den Rückgang auf Speicherknappheit zurück; Smartphone-Endkundenpreise stiegen um rund 20 %.
  • Nabila Popal nennt einen Anstieg der Speicherkosten um rund 350 % seit dem Vorjahr.
  • IDC erwartet begrenztes Marktwachstum bis 2027 und eine Erholung frühestens 2028.
  • Samsung führt mit 23 % Marktanteil, Apple erreicht 22 % und überschreitet erstmals in einem Q3 die 20-%-Marke.

Smartphone-Markt bricht im dritten Quartal ein

Die weltweiten Smartphone-Auslieferungen sind im dritten Quartal 2026 deutlich gesunken. IDC meldet in vorläufigen Daten seines Worldwide Quarterly Mobile Phone Tracker ein Minus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auf 255,3 Millionen Geräte. Es ist der stärkste Rückgang in einem Quartal, den IDC bisher erfasst hat. Counterpoint Research schätzt in seinem Market Monitor vom 12. Oktober ein Minus von 20 Prozent und spricht vom schwächsten dritten Quartal seit 2012.

Beide Werte sind vorläufig. Sie stammen von zwei Instituten mit eigener Methodik. Die Abweichung von zwei Prozentpunkten ist gering, und das vorliegende Material erklärt sie nicht weiter. Counterpoint nennt zudem keine Absolutzahl.

Beide Institute nennen die Speicherknappheit als Ursache. Counterpoint verweist auf anhaltend steigende Preise für DRAM und NAND. Diese hätten die Stücklistenkosten (Bill of Materials) der Hersteller aufgebläht und deren Auslieferungen gestört. Die Hersteller geben die höheren Kosten weiter. Laut Counterpoint sind die Endkundenpreise für Smartphones 2026 bisher weltweit um rund 20 Prozent gestiegen. IDC spricht von einer „AI-led memory crisis“, die die Komponentenkosten auf ein beispielloses Niveau treibe und die Versorgung belaste.

Samsung bleibt vorn, Apple überschreitet im dritten Quartal erstmals 20 Prozent

Samsung bleibt Marktführer. Laut Counterpoint erreicht der Konzern 23 Prozent Marktanteil, obwohl seine Auslieferungen um 3 Prozent sinken. Stützend wirkten demnach die Nachfrage nach dem Galaxy Z Fold8 und eine stabile Komponentenversorgung der Galaxy-A-Serie in Schwellenländern. IDC beziffert den Absatz auf 57,8 Millionen Geräte, das entspricht 22,6 Prozent.

Apple kommt nach Counterpoint auf 22 Prozent. Der Konzern überschreitet damit erstmals in einem dritten Quartal die 20-Prozent-Marke, obwohl die Stückzahlen sinken. IDC nennt 57,3 Millionen iPhones und 22,4 Prozent, im Vorjahr waren es 18,2 Prozent. Mit minus 4 Prozent fiel der Rückgang bei Apple am geringsten aus unter den fünf größten Anbietern. Xiaomi, Oppo und Vivo verloren laut IDC jeweils mehr als 29 Prozent. Samsung und Apple kommen zusammen auf rund 45 Prozent der Auslieferungen.

Counterpoint beschreibt eine wachsende Kluft zwischen Premium- und preissensiblen Segmenten. Die Nachfrage nach teuren Geräten bleibe robust. Höhere Preise belasten dagegen Budget- und Mittelklassemodelle stärker. Verbraucher behalten ihre Geräte länger und ziehen Refurbished-Modelle in Betracht. Die Hersteller passen Portfolio und Preise an, um ihre Margen zu schützen.

IDC sieht den Boden noch nicht erreicht und erwartet Erholung frühestens 2028

IDC rechnet nicht mit einer baldigen Entspannung. „Die aktuellen Indikatoren deuten darauf hin, dass der Markt den Boden noch nicht erreicht hat“, sagte Nabila Popal, Senior Research Director für Worldwide Devices. Die Speicherkosten sind seit dem Vorjahr um rund 350 Prozent gestiegen und legen weiter zu. Der Anstieg verlangsamt sich allerdings. Im dritten Quartal lag er gegenüber dem Vorquartal im niedrigen zweistelligen Bereich, in früheren Quartalen waren es etwa 50 bis 100 Prozent. Andere kritische Komponenten bleiben ebenfalls teuer.

IDC erwartet, dass das Marktwachstum bis 2027 begrenzt bleibt und eine mögliche Erholung frühestens 2028 eintritt. Die Hersteller sehen zunehmend einen dauerhaften, strukturellen Wandel der Kostendynamik.

TrendForce prognostiziert weiter steigende, aber langsamere Kontraktpreise. Für das dritte Quartal erwartet das Institut bei konventionellem DRAM einen Anstieg von 13 bis 18 Prozent, bei NAND Flash von 10 bis 15 Prozent und bei mobilem DRAM von 8 bis 13 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Für das vierte Quartal rechnet es mit weiter abnehmenden Anstiegen. Die Verlagerung von Kapazitäten zu Server und HBM verhindere aber einen Preisrückgang. Dabei handelt es sich um Prognosen, nicht um gemessene Werte.

Offen bleibt, wie stark Angebotsknappheit und schwächere Nachfrage jeweils zum Einbruch beitragen. Counterpoint und IDC betonen die Knappheit. Eine Sekundärquelle nennt unter Berufung auf Counterpoint zusätzlich eine schwächere Verbrauchernachfrage, und TrendForce sieht die Preisgrenze der Konsumenten erreicht. Das Material gewichtet die Anteile nicht.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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