Microsoft beendet Vertrag für Nscale-Rechenzentrum in Loughton
Laut Berichten verzögert sich die Stromversorgung bis in die 2030er-Jahre. Microsoft nennt dafür keinen Grund. Nscale hält am Projekt fest, und die Regierung hat inzwischen den Data Centre Covenant vorgelegt.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Microsoft beendet die Vereinbarung für das Rechenzentrum in Loughton, betreffend laut Sprecher 'a single site'.
- Nscale bleibt laut eigener Aussage Microsoft verbunden; Projekte in Norwegen, Portugal und den USA laufen weiter.
- Microsoft bekräftigt das UK-Investitionspaket von 30 Mrd. USD bis 2028; Loughton ist laut Darren Hardman ein kleiner Teil.
- Ursprünglicher Plan: 50 MW IT-Kapazität, erweiterbar auf 90 MW, 23.040 NVIDIA GB300 GPUs für Azure.
- Lieferung war für das erste Quartal 2027 geplant; die Stromzuteilung des Standorts betrug 90 MW.
Microsoft beendet Loughton-Vertrag, Nscale hält am Standort fest
Microsoft hat die Vereinbarung für das geplante KI-Rechenzentrum des britischen Anbieters Nscale in Loughton (Essex) beendet. Als Erster meldete das der Telegraph am 18. Oktober 2026. Reuters und BBC berichteten ebenfalls. Ein Microsoft-Sprecher sagte laut Reuters, die Entscheidung betreffe „a single site“. Zugleich bekräftigte der Konzern sein britisches Investitionspaket von 30 Milliarden US-Dollar bis 2028. Loughton ist nach den vorliegenden Berichten nur ein kleiner Teil davon. UK-Chef Darren Hardman betonte, man stehe weiter voll hinter dem Paket.
Nscale erklärte gegenüber Reuters und BBC, die Beziehung zu Microsoft bleibe stark und langfristig. Die „London-wide grid issue“ wirke sich nicht auf andere Verträge aus. Das Unternehmen fühle sich Loughton und dem Vereinigten Königreich weiter verpflichtet. Es prüfe alternative Stromquellen und weitere Standorte im Land. Laut Nscale arbeiten beide Unternehmen außerdem weiter an Projekten in Norwegen, Portugal und den USA. Einen Ersatzkunden für Loughton nennen die Berichte bislang nicht.
Strom erst in den 2030ern: Was berichtet wird und was Microsoft nicht bestätigt
Am 16. September 2025 hatte Nscale den Standort mit 50 Megawatt IT-Kapazität vorgestellt, erweiterbar auf 90 Megawatt. Vorgesehen waren 23.040 NVIDIA-GB300-GPUs für Microsofts Azure-Plattform. Die Lieferung war für das erste Quartal 2027 geplant. Die Stromzuteilung des Standorts beträgt 90 Megawatt. Microsoft hatte das Projekt während des Trump-Staatsbesuchs als Teil einer Infrastrukturinvestition von 15 Milliarden US-Dollar präsentiert. Laut BBC sollte der Standort rund 250 Dauerarbeitsplätze schaffen. Nscale hatte 2 Milliarden Pfund zugesagt.
Als Ursache für den Rückzug gilt nach den Berichten eine Auskunft des Netzbetreibers. Nscale soll erfahren haben, dass Strom erst in den 2030er-Jahren zu erwarten sei. Ursprünglich war die Stromversorgung laut BBC für das Jahresende vorgesehen. Microsoft selbst hat die Netzverzögerung nicht als Grund genannt. Laut BBC lehnte das Unternehmen einen Kommentar ab. Der Zusammenhang stützt sich damit auf Berichte des Telegraph und auf Aussagen von Nscale, nicht auf eine Begründung von Microsoft.
Auch beim Zeitplan bleiben die Quellen unscharf. Reuters und BBC sprechen allgemein von Netzverantwortlichen und den 2030er-Jahren. Den Betreiber oder einen genauen Zeitraum nennen sie nicht. Dass UK Power Networks Strom erst „early to mid-2030s“ in Aussicht gestellt habe, stammt aus Sekundärquellen und wird dort als Bericht wiedergegeben. Eine eigene Aussage des Netzbetreibers liegt nicht vor.
Data Centre Covenant: Regierung will 6 GW KI-Kapazität bis 2030
Die britische Regierung hat inzwischen reagiert. Ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Microsoft-Rückzug ist dabei nicht belegt. Am 28. Oktober 2026 veröffentlichte sie den Data Centre Covenant. Er beziffert den Bedarf auf 6 Gigawatt KI-Rechenzentrumskapazität bis 2030. Das ist etwa das Dreifache der heutigen rund 2 Gigawatt. Ein Ministerial Control Centre soll bevorzugte Standorte auswählen. Diesen Standorten würde es reservierte oder umverteilte Netzkapazität zuweisen, in Ausnahmefällen auch temporäre Erzeugung vor Ort. Hinzu kommt der Entwurf eines National Policy Statement. Zu ihm läuft die Konsultation bis zum 8. Januar 2027. Die First-Year-Abschreibung steigt von 40 auf 50 Prozent.



