KI-Assistenten finden Studio per Namen, nennen aber alte Preise und fremde Bewertungen
Ein Studio hat fünf Assistenten zwanzig Fragen gestellt und beschreibt Fehler, die nach eigenen Angaben aus Verzeichnissen und alten Snapshots stammen. Der Fall ist ein unbestätigter Einzelfall.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Am 2026-10-24 stellte das Studio fünf KI-Assistenten dieselben zwanzig Fragen wie am 2026-10-19.
- ChatGPT, Gemini und Perplexity fanden das Studio in 16 von 60 Antworten, zuvor in 17 von 60.
- 15 der 16 Treffer stammten aus den Fragen mit Namen, nur einer aus Aufgabenfragen.
- Laut Studio nannten mehrere Assistenten Preise, die sechs Tage zuvor geändert worden waren, sowie eine alte Telefonnummer.
- Die Live-Website war korrekt; die Angaben stammten aus Verzeichniseinträgen und alten Snapshots.
Studio wird bei Namensfragen gefunden, aber mit falschen Preisen und fremden Bewertungen
Am 24. Oktober stellte ein Studio fünf KI-Assistenten dieselben zwanzig Fragen: ChatGPT, Gemini, Perplexity, Microsoft Copilot und Google AI Overview. Fünfzehn Fragen beschrieben eine Aufgabe, die ein Unternehmer suchen könnte. Fünf nannten einen Namen, den des Studios oder den des eigenen Produkts. Laut dem Bericht des Studios auf dev.to wurde es per Namen gefunden, bei Fragen nach der Aufgabe dagegen kaum.
Nach Angaben des Studios nannten ChatGPT, Gemini und Perplexity es in 16 von 60 Antworten. Fünf Tage zuvor waren es 17 von 60. 15 der 16 Treffer stammten aus den Namensfragen. Mehrere Assistenten gaben Preise an, die das Studio sechs Tage zuvor geändert hatte. Dazu kamen eine alte Telefonnummer, ein falsches Gründungsjahr und die Bewertungen eines anderen Unternehmens. Die Live-Website sei korrekt gewesen. Die Angaben stammten laut Studio aus Verzeichniseinträgen und alten Snapshots.
Die zwanzig Fragen hatte das Studio schon am 19. Oktober an ChatGPT, Gemini und Perplexity gerichtet, jeweils in temporären oder privaten Chats. So sollte kein Konto-Gedächtnis die Antworten beeinflussen. Copilot und AI Overview kamen erst am 24. Oktober hinzu. Für sie fehlt deshalb ein Vorher-Vergleich.
Unabhängig bestätigt ist der Fall nicht. Firmenname, genaue Wortlaute der Prompts und die Quellen, die die Assistenten selbst nannten, liegen nicht vor. Dass die Fehler aus Verzeichnissen und Snapshots stammen, ist also die Zuordnung des Studios und kein überprüfter Befund.
Ratgeber empfehlen Korrektur an der Quelle statt Feedback-Button
Ratgeber von Dienstleistern beschreiben das Muster als bekannt. Antworten von KI-Assistenten lassen sich nicht direkt bearbeiten. Betroffene sollen falsche Angaben daher dort korrigieren, wo der Assistent sie abruft: auf der eigenen Website, im Google Business Profile, bei Bing Places und in Verzeichnissen. Danach heißt es, den nächsten Abruf abzuwarten. Feedback-Buttons der Produkte gelten dabei als nachrangiger Schritt. Es handelt sich um Handlungsempfehlungen von Dienstleistern, nicht um Prozesse der Hersteller.
Zwei Ratgeber zitieren außerdem einen Hinweis von OpenAI: Suchergebnisse und Zitate von ChatGPT könnten „unvollständig, veraltet oder falsch“ sein. Im vorliegenden OpenAI-Auszug steht der Satz selbst nicht. Für Änderungen am Google-Profil nennt Google laut zitierter Dokumentation eine Prüfzeit von 10 Minuten bis 30 Tagen. Auch diese Angabe stammt aus zweiter Hand.
Große Studien sehen Unternehmenswebsites oft als Quelle, der Einzelfall zeigt Verzeichnisse
Aggregierte Untersuchungen zeichnen ein anderes Bild. BrightLocal wertete 200.085 lokale Suchen aus. 93 Prozent der als Quellen genutzten Domains waren Unternehmenswebsites, die 42 Prozent der Zitate ausmachten. Bei Yext wurde in 91 Prozent der einstimmigen Top-Picks die eigene Website des Gewinners zitiert. Im Fall des Studios kamen die falschen Fakten laut dessen Angabe dagegen aus Verzeichnissen und Snapshots.
Die Studien messen, welche Quellen wie oft zitiert werden. Ob die genannten Fakten stimmen, prüfen sie nicht. Methoden und Stichproben sind nicht vergleichbar, und beide Anbieter haben ein Eigeninteresse am Themenfeld. Ob einzelne Fakten aus Verzeichnissen stammen, obwohl Websites häufig zitiert werden, ist nicht belegt.



