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Israel vor der Wahl: Beide Lager setzen auf KI-Videos und Bots

Netanyahus X-Konto verbreitet einen KI-Clip gegen Eisenkot. Der Likud nutzt laut Ze Be AI massenhaft KI-Inhalte, und die Deepfake-Kennzeichnung eines Gegenvideos ist umstritten.

· Veröffentlicht: 25.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Israel vor der Wahl: Beide Lager setzen auf KI-Videos und BotsMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Die Parlamentswahl in Israel findet am 27. Oktober 2026 statt, erste Wahl seit dem 7. Oktober 2023.
  • Netanyahus Block und die Opposition unter Gadi Eisenkot liegen laut Umfragen praktisch gleichauf.
  • Auf Netanyahus X-Konto erschien ein 19-sekündiges KI-generiertes Video über Eisenkot, das über eine Million Mal angesehen wurde.
  • Laut Ze Be AI hat der Likud bis Mitte Oktober mehr als 1.800 KI-Beiträge veröffentlicht.
  • Beide Lager verbreiten laut Al Jazeera KI-generierte oder manipulierte Videos auf X.

Netanyahus Konto verbreitet KI-Video mit Eisenkot und Mansour Abbas

Am 27. Oktober 2026 wählt Israel ein neues Parlament. Parteien beider politischer Lager setzen dafür auf KI-generierte und manipulierte Videos sowie auf Bots auf der Plattform X. Sie wollen Anhänger mobilisieren und Gegner angreifen. Es ist die erste Wahl seit dem 7. Oktober 2023. Umfragen sehen den Block um Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und die Opposition unter dem früheren Generalstabschef Gadi Eisenkot praktisch gleichauf. Al Jazeera spricht von einem „virtual tie“, die Deutsche Welle von einem engen Rennen.

Im Mittelpunkt steht ein 19 Sekunden langer KI-Clip auf Netanyahus X-Konto. Er zeigt Eisenkot in Zeitlupe, wie er über eine Wiese auf eine Person zuläuft, die seinem Sohn ähnelt. Er geht an ihr vorbei und umarmt stattdessen Mansour Abbas, den Vorsitzenden der arabischen Ra'am-Partei. Laut DW-Berichterstattung bedient das Video offenbar antiarabische Stimmungen, die ein großer Teil von Netanyahus Kampagne seien. Mehr als eine Million Mal wurde es aufgerufen, und es sorgte für Empörung. Eisenkots Sohn kam 2023 im Krieg ums Leben.

Mehr als 1.800 KI-Beiträge des Likud und umgewidmete Anti-Iran-Bots

Der Clip ist kein Einzelfall. Laut Ze Be AI, einem Forschungsprojekt der Open University of Israel, das KI-Inhalte im Wahlkampf beobachtet, veröffentlichte der Likud bis Mitte Oktober mehr als 1.800 Beiträge mit KI-generierten Inhalten. Das entspricht etwa einem Viertel des vom Projekt analysierten Social-Media-Materials der Partei.

Al Jazeera zitiert die Zeitung Haaretz: Dutzende Bots, die ursprünglich gegen die iranische Regierung gerichtet waren, sollen nun Pro-Netanyahu-Propaganda verbreiten. Sie warnten vor Eisenkot und dem früheren Ministerpräsidenten Naftali Bennett. Die Redaktion hat diesen Befund nicht selbst überprüft.

Das andere Lager ist laut Al Jazeera nicht ausgenommen. Auch dort kursieren KI-generierte oder manipulierte Videos auf X. Manche zeigen Netanyahu im Umgang mit mutmaßlichen Versäumnissen vor dem 7. Oktober. Andere stellen die Opposition als wohlwollend gegenüber arabischen Parteien dar.

Streit um Deepfake-Kennzeichnung: Likud fordert Löschung, Eisenkots Seite widerspricht

Ein Wahlkampfvideo, das den klassischen Likud-Jingle umdichtet, sorgt für einen weiteren Konflikt. Der Likud verlangt über seinen Anwalt Ilan Bombach die Entfernung. Er wirft der Gegenseite vor, gegen die Kennzeichnungspflicht für Deepfake-Inhalte zu verstoßen.

Eisenkots Seite weist den Vorwurf zurück. Vertreten wird sie durch die Anwälte Uri Haberman und Adi Marinberg. Das Video bestehe aus authentischem Material. Nur der Jingle sei KI-generiert, und das sei ausdrücklich vermerkt. Ein Wahlgesetz werde nicht verletzt. Das ist die Darstellung der Partei. Das ursprüngliche Schreiben des Likud liegt nicht vor, seine Position ist nur aus der Antwort bekannt. Wer recht hat, ist offen.

Die israelische Organisation FakeReporter, ein gemeinnütziger Watchdog, untersucht Desinformation im Wahlkontext.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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