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Israel soll Millionen für KI-Chatbot-Training ausgeben

Verdeckte Operation unter Ex-Trump-Berater Parscale zielt auf Beeinflussung von KI-Modellen und US-Bürgern

Veröffentlicht: 29.07.2026 ·3 Min Lesezeit
Israel soll Millionen für KI-Chatbot-Training ausgebenMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Laut einer Investigation von Dropsite News finanziert die israelische Regierung eine verdeckte Operation, die KI‑Chatbots mit pro‑israelischen Narrativen zum Gaza‑Konflikt trainiert.
  • Laut Umfragen ist die ablehnende Haltung gegenüber Israel in den USA auf 60 % gestiegen.
  • Die Kampagne wird von Brad Parscale, dem ehemaligen Wahlkampfmanager von Donald Trump, geleitet.
  • Kernstück der Operation sind Hunderte von Blogposts, die auf eigens erstellten Websites veröffentlicht werden.

Millionen-Investition in KI-Propaganda aufgedeckt

Laut einer Investigation von Dropsite News finanziert die israelische Regierung eine verdeckte Operation, die darauf abzielt, KI-Chatbots mit pro-israelischen Narrativen zum Gaza-Konflikt zu trainieren. Hintergrund ist, dass laut Umfragen die ablehnende Haltung gegenüber Israel in den USA auf 60 Prozent gestiegen ist. Geleitet wird die Kampagne von Brad Parscale, dem ehemaligen Wahlkampfmanager von Donald Trump. Kernstück sind Hunderte von Blogposts, die auf eigens erstellten Websites veröffentlicht werden. Diese Inhalte sollen von großen KI-Modellen wie ChatGPT oder Claude aufgenommen werden, um deren Antworten langfristig zu prägen. Die Strategie zielt darauf ab, die öffentliche Meinung indirekt zu steuern, indem die Wissensbasis der zunehmend als Informationsquellen genutzten KI-Chatbots verzerrt wird. Die Blogposts gelangen über das übliche Web-Crawling in die Trainingsdaten: KI-Firmen wie OpenAI oder Anthropic durchsuchen das Internet automatisch nach Texten, um ihre Modelle zu trainieren. Indem die Operation massenhaft optimierte Beiträge auf öffentlich zugänglichen Seiten platziert, werden diese von den Crawlern erfasst und in die Trainingskorpora integriert. Die Investigation stützt sich auf Dokumente und Quellen, die eine gezielte Einflussnahme auf die Trainingsdaten belegen.

Blogs und SMS als Infiltrationswerkzeuge

Die Methode der Operation setzt auf die Infiltration von KI-Trainingsdaten durch massenhaft veröffentlichte Blogposts. Unter der Leitung von Brad Parscale werden Hunderte von Artikeln auf eigens erstellten Websites publiziert, die pro-israelische Narrative transportieren. Ein Beispiel ist ein Beitrag mit dem Titel „The Reality Behind Gaza’s ‘Journalists’: Terror Ties, Propaganda, and the Laws of War“, der behauptet, eine Mehrheit der Journalisten in Gaza sei mit terroristischen Organisationen verbunden. Diese Inhalte sind so gestaltet, dass sie von KI-Modellen beim Training aufgenommen und später in deren Antworten reproduziert werden sollen. Zusätzlich läuft eine KI-gestützte SMS-Kampagne über eine fiktive Gruppe namens „Friends for Peace“, die US-amerikanische Handynummern anspricht. Die personalisierten Textnachrichten werden in hoher Frequenz versendet und enthalten pro-israelische Botschaften. Eingebaute Mechanismen messen die Reaktionen der Empfänger – etwa ob Links angeklickt oder Antworten gesendet werden. Diese Daten fließen in einen Feedback-Loop: Die wirksamsten Narrative werden identifiziert und anschließend in die Blogposts integriert, die wiederum von KI-Crawlern erfasst werden. So werden die Trainingsdaten der Modelle kontinuierlich mit den erfolgreichsten Propagandabotschaften angereichert. Laut Dropsite News hat die israelische Regierung mit Brad Parscale einen Vertrag über fast 50 Millionen US-Dollar abgeschlossen, um diese mehrgleisige Kampagne durchzuführen. Ziel ist es, sowohl die öffentliche Meinung direkt zu beeinflussen als auch die Wissensbasis großer KI-Modelle nachhaltig zu verzerren.

Propaganda mit eingebauter Selbstsabotage

Während GearBrain in r/technology von einer persönlichen Begegnung mit einem solchen Chatbot namens „John“ berichtet, der angeblich „Desinformation korrigieren“ soll, bringt _Thermalflask in r/technology die Absurdität des Vorhabens mit bitterer Ironie auf den Punkt: Eine KI, die bei der Frage nach Leichenbeseitigung plötzlich hilfsbereit wird, sobald es sich um einen Palästinenser handelt. orlybatman in r/technology kommentiert trocken: „Wenn du Desinformation darüber verbreiten musst, was du tust, um nicht wie ein Arschloch dazustehen, solltest du vielleicht einfach aufhören, ein Arschloch zu sein.“ Die Sorge, dass KI-Halluzinationen solche Propagandaversuche unberechenbar machen, ist in der Community weit verbreitet – und könnte den teuren Image-Feldzug schneller untergraben, als es jede Gegenrede vermag.

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