Huang sieht KI-Ausverkauf als vorübergehend – CoreWeave-Marktdaten sprechen dagegen
Der Nvidia-Chef gibt sich in Berlin gelassen, nennt aber keine neuen Zahlen. Am selben Tag verliert der Halbleiterindex zum achten Mal in Folge.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Am Freitag, dem 16. Oktober 2026, fiel der Nasdaq 100 um 2,5 % auf 29.187,55 Punkte.
- Er lag damit rund 7 % unter seinem Rekordhoch; der S&P 500 verlor 1,1 %.
- Der Philadelphia-Halbleiterindex sank um 3,8 % – den achten Verlusttag in Folge, die längste Serie seit 2008.
- Nvidia fiel nur um 1,43 % auf 214,13 US-Dollar bei einem Börsenwert von 5,17 Billionen Dollar.
- Huang sprach bei einem Event in Berlin mit Emily Chang von Bloomberg.
Huang im Bloomberg-Gespräch: „All of this is going to pass“
Nvidia-Chef Jensen Huang bezeichnet den jüngsten Ausverkauf bei KI-Werten als vorübergehend. Bei einem Event in Berlin sagte er am 16. Oktober gegenüber Bloombergs Emily Chang: „All of this is going to pass, and the reason for that is very simple. It's going to be transformative. It's going to impact in a very positive way every single industry and every single country. There's no question it will continue, and we're at the beginning of that.“ Laut aiweekly riet er Anlegern: „Stay focused on first principles.“
Das ist die Zukunftsprognose des Chefs des größten Profiteurs des KI-Booms. Sie ist keine überprüfbare Tatsache. Belegen oder widerlegen lässt sie sich erst an späteren Nvidia-Quartalszahlen, an den Investitionen der Hyperscaler und an der tatsächlichen Nachfrage. Neue Zahlen oder Produktnachrichten nannte Huang laut 247wallst nicht. Das Interview erschien nach Handelsschluss. Zu welcher Uhrzeit er sprach, ist unbekannt.
Halbleiterindex verliert zum achten Mal in Folge, Nvidia fällt deutlich weniger
Am Freitag, dem 16. Oktober, schloss der Handel laut 247wallst klar im Minus. Der Nasdaq 100 gab 2,5 Prozent auf 29.187,55 Punkte nach. Damit lag er rund 7 Prozent unter seinem Rekordhoch. Der S&P 500 verlor 1,1 Prozent. Der Philadelphia-Halbleiterindex SOX sank um 3,8 Prozent. Es war sein achter Verlusttag in Folge und die längste solche Serie seit 2008, was aiweekly unabhängig bestätigt. Der Techsektor verlor insgesamt mehr als eine Billion Dollar an Börsenwert. Gleichzeitig stieg der Ölpreis auf ein Fünfmonatshoch, und die Renditen von US-Staatsanleihen zogen an.
Nvidia gab um 1,43 Prozent auf 214,13 Dollar nach, deutlich weniger als der Halbleiterindex. Der Börsenwert lag bei 5,17 Billionen Dollar. Nachbörslich legte die Aktie um 0,21 Prozent auf 214,57 Dollar zu. Laut aiweekly schloss sie in sieben der vergangenen acht Sitzungen im Minus.
Zwischen Huangs Auftritt in Berlin und dem Kursrutsch liegt nur zeitliche Nähe. Einen sachlichen Zusammenhang belegt die Quellenlage nicht. Ursachen des Ausverkaufs lassen sich daraus nicht ableiten.
CoreWeave: Huangs Optimismus trifft auf 15 % Anleiherendite
Zu CoreWeave sagte Huang laut aiweekly: „CoreWeave's strength is improving every day. I'm optimistic. Their cost of capital is actually decreasing.“ Die Aussage stammt von einem eng verbundenen Geschäftspartner. Sie muss sich an Marktdaten messen lassen.
Diese Daten zeichnen laut aiweekly ein anderes Bild. Die Anleihen des Unternehmens mit Fälligkeit 2032 rentieren bei rund 15 Prozent, der Kupon liegt bei 9,625 Prozent. Die Kreditausfallversicherungen (CDS) notieren bei rund 1.000 Basispunkten. Das soll eine Fünfjahres-Ausfallwahrscheinlichkeit von nahe 63 Prozent implizieren. Eine Rendite weit über dem Kupon spricht gegen sinkende Kapitalkosten.
Offen bleibt, zu welchem Zeitpunkt die Marktdaten erhoben wurden und wie die 63 Prozent berechnet sind. Unklar ist auch, worauf Huangs Aussage beruht. Möglich ist, dass er eine Entwicklungsrichtung beschreibt, während die Kurse den aktuellen Preis des Risikos zeigen. Nvidia hat zudem ein Eigeninteresse an einer beruhigenden Botschaft.



