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Figure und Nscale: 100.000 Vera-Rubin-GPUs für humanoide Roboter

Strategische Partnerschaft über zunächst 3,5 Milliarden US-Dollar Compute-Volumen – Start 2027 in Texas

· Veröffentlicht: 06.09.2026 ·7 Min Lesezeit
Figure und Nscale: 100.000 Vera-Rubin-GPUs für humanoide RoboterMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Figure und Nscale haben eine strategische Partnerschaft geschlossen.
  • Die Partnerschaft sieht den Einsatz von bis zu 100.000 GPUs der NVIDIA-Vera-Rubin-Plattform vor.
  • Das anfängliche Compute-Volumen beträgt 3,5 Mrd. USD; es besteht die Absicht, auf über 6 Mrd. USD zu skalieren.
  • Der Einsatz soll im zweiten Halbjahr 2027 in Barstow, Texas, beginnen.
  • Nscale tätigt eine strategische Investition in Figure; die Höhe wird nicht genannt.
  • Figure will mit der Rechenleistung sein KI-Modell Helix trainieren, das die humanoiden Roboter antreibt.

000 Vera-Rubin-GPUs für Figure: 3,5-Milliarden-Dollar-Deal in Texas

Figure und Nscale haben eine strategische Partnerschaft geschlossen, um bis zu 100.000 GPUs der Nvidia-Vera-Rubin-Plattform für das Training der Helix-KI einzusetzen. Das anfängliche Compute-Volumen beträgt 3,5 Milliarden US-Dollar, mit der Absicht, auf über 6 Milliarden US-Dollar zu skalieren. Der Einsatz soll im zweiten Halbjahr 2027 in Barstow, Texas, beginnen. Nscale beteiligt sich zudem strategisch an Figure; die Höhe der Investition wird nicht genannt. Die Unternehmen kündigten außerdem an, die Möglichkeit zu prüfen, Nscales Lieferkette mit humanoiden Robotern zu skalieren. Figure gab die Partnerschaft am 3. September 2026 bekannt. Nscale wird die Rechenkapazität an einem Standort in Barstow, Texas, bereitstellen, um den Vertrag ab dem zweiten Halbjahr 2027 zu erfüllen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Nscale als bevorzugter Compute-Anbieter für Figure fungiert. Die strategische Investition spiegelt nach Angaben von Nscale einen gemeinsamen Ansatz für vertikal integrierte KI wider.

Die Partnerschaft zählt nach Angaben von Nscale zu den größten Compute-Deals in der Robotikbranche. Die Größe des Vertrags – zunächst 3,5 Milliarden US-Dollar – zeigt, dass das Training humanoider Roboter in den industriellen Maßstab übergeht. Figure selbst gibt an, weitgehend durch Daten und Rechenleistung für das Training von Helix begrenzt zu sein. Ein solches Volumen an GPU-Kapazität soll diese Begrenzung aufheben und die Entwicklung leistungsfähigerer Modelle ermöglichen. Für Nscale bedeutet der Vertrag den Einstieg in den Markt für Robotik-Trainingsinfrastruktur, der sich von klassischen Cloud-Diensten für Sprachmodelle unterscheidet. Die geplante Skalierung von 3,5 auf über 6 Milliarden US-Dollar deutet darauf hin, dass beide Unternehmen von einem langfristig steigenden Bedarf ausgehen. Die Prüfung, Nscales Lieferkette mit humanoiden Robotern zu skalieren, legt nahe, dass Figure die eigenen Roboter künftig auch in der Logistik von Rechenzentren einsetzen könnte.

Helix-Training braucht Rechenpower: Figures Index-Datensatz als Treiber

Figure will mit der Rechenleistung sein KI-Modell Helix trainieren, das die humanoiden Roboter antreibt. Das Unternehmen befindet sich nach eigenen Angaben in einer Phase, in der es weitgehend durch Daten und Rechenleistung für das Training von Helix begrenzt ist. Zuvor hatte Figure den Trainingsdatensatz Index angekündigt, der nach Figure-Angaben 35 Minuten Daten pro Sekunde erzeugt. Figure bezeichnet Index als den vielfältigsten jemals zusammengestellten humanoiden Trainingsdatensatz. Daten allein lösen das Problem jedoch nicht: Die Skalierung physischer Intelligenz erfordert nach Figure eine immense Menge an Rechenleistung. Figure-CEO Brett Adcock erklärte: „Unser KI-Modell Helix wird leistungsfähiger, je mehr Daten und Rechenleistung es erhält – wie jedes lernende System. Heute freuen wir uns, mit Nscale zusammenzuarbeiten, um die nötige Rechenleistung für diese Vision bereitzustellen.“ Die Partnerschaft mit Nscale soll die nötige Rechenkapazität liefern, um die nächste Generation von KI-Modellen für allgemeine Robotik zu trainieren.

Die Angabe von 35 Minuten Daten pro Sekunde verdeutlicht das Ausmaß des Rechenbedarfs. Ein solcher Datenstrom erzeugt kontinuierlich große Mengen an Trainingsmaterial, das verarbeitet und in Modellverbesserungen umgesetzt werden muss. Ohne ausreichende GPU-Kapazität würde dieser Datenstrom ungenutzt bleiben oder das Training verlangsamen. Figure verfolgt mit Helix das Ziel, humanoide Roboter für den Einsatz in realen Umgebungen zu befähigen. Dafür müssen die Modelle eine Vielzahl von physischen Interaktionen erlernen, was rechenintensiver ist als das Training reiner Sprachmodelle. Die Partnerschaft mit Nscale soll die Rechenkapazität bereitstellen, um diese Lernprozesse in großem Maßstab durchzuführen.

Nscale: Vom KI-Cloud-Startup zum strategischen Figure-Investor

Nscale ist ein KI-Cloud-Infrastrukturanbieter, der 2024 gegründet wurde. Das Unternehmen hat seit seiner Gründung mehrere Milliarden US-Dollar an Eigen- und Fremdkapital aufgenommen, darunter eine Series-C-Runde über 2 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 14,6 Milliarden US-Dollar. Nscale hat bereits Verträge mit großen Hyperscale-Unternehmen abgeschlossen, darunter Microsoft. Die strategische Investition in Figure ist Teil der Vereinbarung. Nscale-CEO Josh Payne sagte: „Wir freuen uns, mit Figure zusammenzuarbeiten, da physische Intelligenz zur nächsten Grenze der KI wird.“ Die Investitionssumme wird nicht genannt. Nscale wird als bevorzugter Compute-Anbieter für Figure fungieren. Die Beteiligung spiegelt nach Angaben von Nscale einen gemeinsamen Ansatz für vertikal integrierte KI wider. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Großbritannien und hat sich trotz des jungen Alters schnell entwickelt.

Die strategische Investition geht über eine reine Kundenbeziehung hinaus. Indem Nscale Kapital in Figure einbringt, wird das Unternehmen am Erfolg des Robotik-Startups beteiligt und sichert sich zugleich eine langfristige Position als bevorzugter Compute-Anbieter. Für Figure bedeutet die Investition eine finanzielle Stärkung und den Zugang zu einer Infrastruktur, die speziell für KI-Workloads ausgelegt ist. Konkret ergeben sich daraus mehrere strategische Effekte: Erstens entsteht eine vertikale Integration, bei der Nscale als Infrastrukturbetreiber und Figure als Anwendungsspezialist eng verzahnt sind – Nscale spricht selbst von einem „shared approach to vertically integrated AI“. Zweitens wird die Lieferkette zum potenziellen Einsatzgebiet für Figure-Roboter: Beide Unternehmen prüfen, Nscales Lieferkette mit Humanoiden zu skalieren, was Figure einen realen Testmarkt für seine Roboter in Logistik- und Rechenzentrumsumgebungen eröffnen könnte. Drittens sichert sich Nscale durch die Beteiligung einen strategischen Zugang zu einem der am höchsten bewerteten Robotik-Startups, während Figure von der bevorzugten Compute-Bereitstellung profitiert. Die Series-C-Runde von Nscale mit 2 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 14,6 Milliarden US-Dollar zeigt, dass Investoren dem Unternehmen zutrauen, im wachsenden Markt für KI-Cloud-Dienste eine bedeutende Rolle zu spielen. Die bestehenden Verträge mit Microsoft belegen, dass Nscale bereits mit großen Technologieunternehmen zusammenarbeitet.

Nvidias Vera Rubin: Rack-Scale-System mit 72 GPUs und 10-facher Effizienz

Nvidia hat mit der Vera-Rubin-Plattform ein Rack-Scale-System für KI angekündigt, das 72 GPUs der nächsten Generation umfasst. Laut Nvidia sollen diese GPUs die zehnfache Leistung pro Watt im Vergleich zu ihren Vorgängern bieten. Vera Rubin ist der Nachfolger von Grace Blackwell. Nvidias Finanzchefin Colette Kress sagte in einer Telefonkonferenz nach der Vorlage der Quartalszahlen, dass das Unternehmen „erste Vera-Rubin-Samples an Kunden verschickt“ habe. Nvidia erwartet, dass letztlich jeder Modellbauer und Cloud-Anbieter das System einsetzen wird. Die Plattform ist als Rack-Scale-System konzipiert, also als integrierte Einheit aus mehreren GPUs in einem Rack. Die Angaben zur Leistung pro Watt stammen von Nvidia und sind nicht unabhängig verifiziert. Die Vera-Rubin-Plattform gilt als nächste Generation von Nvidias KI-Beschleunigern und soll die Effizienz deutlich steigern.

Die von Nvidia angegebene zehnfache Leistung pro Watt hat praktische Konsequenzen für Betreiber von Rechenzentren und für Kunden wie Figure. Eine höhere Energieeffizienz bedeutet, dass bei gleichem Stromverbrauch mehr Rechenoperationen ausgeführt werden können. Für Figure reduziert dies die Betriebskosten des Trainings und ermöglicht es, größere Modelle oder mehr Trainingsdurchläufe innerhalb desselben Energiebudgets durchzuführen. Da das Training von Helix rechenintensiv ist, kann eine Effizienzsteigerung die Zeit bis zu einem einsatzfähigen Modell verkürzen. Die Tatsache, dass Nvidia bereits erste Samples an Kunden verschickt hat, deutet darauf hin, dass die Plattform kurz vor der Serienreife steht. Für Nscale ist die Verfügbarkeit von Vera-Rubin-Hardware eine Voraussetzung, um den Vertrag mit Figure ab dem zweiten Halbjahr 2027 erfüllen zu können.

Robotik-Schwungrad: Huang sieht neue Industrie, Nscale betont schnellen Rollout

Nvidia-CEO Jensen Huang sagte: „Humanoide Roboter erweitern physische KI in die für Menschen gestaltete Welt – und eröffnen eine große neue Industrie. Nscale und Figure haben das Robotik-Schwungrad aktiviert.“ Nscale gibt an, zu den ersten Anbietern weltweit zu gehören, die die Vera-Rubin-Plattform bereitstellen. Das Unternehmen spricht von einem der größten und schnellsten Rollouts von KI-Rechenleistung der nächsten Generation in Europa, über Standorte in Großbritannien, Norwegen und darüber hinaus. Die Partnerschaft mit Figure erweitert Nscales Vera-Rubin-Bereitstellung auf einen US-Standort, der das Training humanoider Roboter unterstützt. Die Aussagen von Huang und Nscale sind Herstellerangaben und nicht unabhängig überprüft.

Das von Huang beschriebene Robotik-Schwungrad beschreibt einen sich selbst verstärkenden Kreislauf: Mehr Rechenleistung führt zu besseren Modellen, bessere Modelle ermöglichen den Einsatz von mehr Robotern, und mehr Roboter erzeugen mehr Trainingsdaten, die wiederum mehr Rechenleistung erfordern. Die Partnerschaft zwischen Figure und Nscale ist ein Beispiel dafür, wie Cloud-Anbieter und Robotik-Startups zusammenarbeiten, um diesen Kreislauf in Gang zu setzen. Nscales Angabe, zu den ersten Anbietern der Vera-Rubin-Plattform zu gehören, ist eine Herstelleraussage, die sich auf die eigene Marktposition bezieht. Die Formulierung „einer der größten und schnellsten Rollouts“ ist ebenfalls eine Selbsteinschätzung des Unternehmens. Unabhängig davon zeigt die Partnerschaft, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung für Robotik-Anwendungen steigt und dass Cloud-Anbieter wie Nscale versuchen, sich in diesem Markt früh zu positionieren.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. figure.ai ↗

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