Umfrage: Mehrheit der Amerikaner sorgt sich um Umweltfolgen von KI
Die Sorge um KI-Umweltfolgen übertrifft die um Krypto, Fleisch und Flugreisen – getrieben vom hohen Energie- und Wasserbedarf der Rechenzentren.
Mit KI erstellt◆ Fakten auf einen Blick
- Laut AP-NORC/EPIC-Umfrage sind 72 Prozent der Amerikaner mindestens etwas besorgt über die Umweltfolgen von KI, darunter 41 Prozent sehr oder extrem besorgt.
- Fast doppelt so viele Amerikaner sagen, KI werde der Umwelt mehr schaden als helfen.
- Die Sorge um KI-Umweltfolgen übertrifft die Sorge um Umweltfolgen von Kryptowährung (29 Prozent sehr/extrem besorgt), Fleischproduktion (29 Prozent) und Flugreisen (23 Prozent).
- Amerikaner halten KI im nächsten Jahrzehnt eher für schädlich als für hilfreich für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt.
- Die AP-NORC/EPIC-Umfrage wurde im September durchgeführt.
- Der Stromverbrauch von Rechenzentren wird sich laut Internationaler Energieagentur (IEA) bis 2030 weltweit mehr als verdoppeln; die USA haben den größten Anteil am Anstieg, gefolgt von China.
Umfrage: Mehrheit der Amerikaner sorgt sich um Umweltfolgen von KI
Eine neue Umfrage des AP-NORC Center for Public Affairs Research und des Energy Policy Institute at the University of Chicago (EPIC) zeigt, dass die Mehrheit der Amerikaner die Umweltfolgen von Künstlicher Intelligenz mit Sorge betrachtet. 72 Prozent der Befragten sind mindestens etwas besorgt über die Umweltauswirkungen von KI, darunter 41 Prozent, die sehr oder extrem besorgt sind. Fast doppelt so viele Amerikaner gehen davon aus, dass KI der Umwelt mehr schaden als helfen wird. Die Erhebung wurde im September durchgeführt.
Diese Einschätzung dürfte vor allem auf den enormen Strom- und Wasserverbrauch der KI-Rechenzentren zurückgehen. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) wird sich der Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 weltweit mehr als verdoppeln, wobei die USA den größten Anteil am Anstieg haben. In vielen Regionen stammt der Strom für Rechenzentren aus Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken, deren CO₂-Emissionen die Atmosphäre aufheizen. Studien zeigen zudem, dass US-Rechenzentren bereits heute über 4 Prozent des nationalen Stromverbrauchs ausmachen und mehr als die Hälfte davon aus fossilen Quellen stammt. Auch der hohe Wasserbedarf zur Kühlung der Server trägt zur wachsenden Besorgnis bei: Eine Cornell-Studie schätzt den jährlichen Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren bis 2030 auf 731 bis 1.125 Millionen Kubikmeter – das entspricht dem jährlichen Haushaltswasserverbrauch von 6 bis 10 Millionen Amerikanern.
KI-Umweltangst übertrifft Sorge um Krypto, Fleisch und Flugreisen
Die Sorge um die Umweltfolgen von KI übertrifft die Sorge um andere klimarelevante Bereiche deutlich. Während 41 Prozent der Amerikaner sehr oder extrem besorgt über die Umweltauswirkungen von KI sind, gilt das nur für 29 Prozent bei Kryptowährungen, ebenfalls 29 Prozent bei der Fleischproduktion und 23 Prozent bei Flugreisen. Der Abstand beträgt damit 12 Prozentpunkte zu Krypto und Fleisch sowie 18 Prozentpunkte zu Flugreisen.
Ein Grund für die höhere Besorgnis dürfte der immense Strom- und Wasserbedarf der KI-Rechenzentren sein, der laut IEA-Prognosen bis 2030 stark zunehmen wird und in vielen Regionen auf fossile Energieträger angewiesen ist. Anders als bei Krypto, Fleisch oder Flugreisen ist der Energiehunger der KI zudem eng mit dem rasanten Ausbau neuer Rechenzentren verknüpft, die in vielen US-Bundesstaaten entstehen und lokale Stromnetze belasten. Darüber hinaus zeigt die Umfrage, dass die Amerikaner KI im nächsten Jahrzehnt eher für schädlich als für hilfreich halten – und zwar nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Diese Einschätzung unterstreicht, dass die Skepsis gegenüber der Technologie breiter ist als die reine Umweltdebatte.



