China gründet Staatskonzern für Daten in Xiongan
Die China National Data Group ist das 100. Zentralunternehmen. Welche Daten sie hält, zu welchem Preis sie anbietet und an wen sie verkauft, dazu nennt bislang keine Quelle etwas.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Die China National Data Group wurde am 20. Oktober in der Xiongan New Area, Hebei, gegründet.
- Das Staatsunternehmen ist direkt der Zentralregierung unterstellt und hat seinen Hauptsitz in Xiongan.
- Vizepremier Ding Xuexiang nahm an der Einweihung teil und forderte schnelleren Ausbau der Dateninfrastruktur.
- Die Gründung wurde vom Staatsrat genehmigt; die SASAC übt die Investorenaufsicht aus.
- Vorsitzender ist Jian Qin, Generaldirektor Chen Ronghui; der Konzern steht auf Rang 28 der zentralen Staatsunternehmen.
Xiongan: Zentralregierung gründet Staatskonzern für Daten als 100. Zentralunternehmen
Am 20. Oktober 2026 wurde in der Xiongan New Area in der Provinz Hebei die China National Data Group Co., Ltd. gegründet und eingeweiht. Laut Xinhua handelt es sich um ein direkt von der Zentralregierung verwaltetes Staatsunternehmen mit Sitz in Xiongan. Damit steigt die Zahl dieser Zentralunternehmen auf 100.
Vizepremier Ding Xuexiang nahm an der Zeremonie teil. Laut South China Morning Post nannte er die Gründung eine „wichtige strategische Entscheidung“ der Parteiführung unter Xi Jinping. Sie sei von großer Bedeutung, um bei der KI Chancen zu nutzen, ein „Digital China“ aufzubauen und neue Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Ding forderte bessere Datendienste, einen schnelleren Ausbau der Dateninfrastruktur und Durchbrüche bei Schlüsseltechnologien. Das ist eine politische Wertung, kein Befund. Dasselbe gilt für die Selbstbeschreibung der Firma als „nationales Team“ für Datendienste und „strategische Kraft“ für Dateninnovation.
Datenressourcen, KI und fünf Trägerkonzerne: Was Xinhua und Einzelquellen zum Mandat sagen
Als Zweck nennt Xinhua, Datenressourcen zu entwickeln und zu nutzen. Der Wert der Daten soll freigesetzt werden, die KI-Entwicklung bedient und das Datenindustrie-Ökosystem gestärkt werden. Unter Anleitung der zuständigen Behörden soll die Gruppe außerdem die Zusammenarbeit zwischen Zentrale und Regionen sowie die Industriekooperation vertiefen. Laut briefs.co, das sich auf CCTV beruft, umfasst das Mandat Aufbau, Verknüpfung und Betrieb von Datenvermögen im nationalen Maßstab.
Der Staatsrat hat die Gründung genehmigt. Die Aufsichtsbehörde SASAC übt die Investorenrolle in seinem Auftrag aus. Das Unternehmen ist vollständig in Staatsbesitz.
Weitere Angaben stammen allein von Visiontimes, deren Text zudem abgeschnitten vorliegt. Danach wurde die Gruppe mit Unterstützung von China Telecom, China Unicom, China Mobile, State Grid und China Southern Power Grid gegründet. Vorsitzender sei Jian Qin, zuvor Generaldirektor von China Unicom. Generaldirektor ist laut Visiontimes Chen Ronghui. Ebenfalls laut Visiontimes plant die Firma hochwertige Datensätze und Trainingsmaterial für KI-Systeme. Die Quellen schreiben den Firmennamen teils abweichend, vermutlich als Übersetzungs- oder Kurzformvarianten.
Provinzgruppen und Regeln seit 2025 bestehen bereits, Datenbestand und Preise bleiben offen
Neu ist die zentrale Ebene. Datengruppen gibt es bereits in Beijing, Shanghai, Jiangsu, Sichuan, Hubei, Shaanxi, Hunan, Henan und Fujian. Die Shanghaier Gruppe hat 5 Milliarden Yuan Registerkapital, die Fujianer 10 Milliarden. Der Aktionsplan „Data Elements ד für 2024 bis 2026 benennt selbst Probleme bei Datenqualität und Zirkulation. Seit Januar 2025 gelten Regeln zur autorisierten Nutzung öffentlicher Daten. Für Gemeinwohlzwecke ist sie gratis. Für Industriezwecke sind staatlich gelenkte Gebühren möglich.
Offen bleibt, welche Daten die Gruppe halten wird, zu welchem Preis sie diese anbietet und an wen sie verkauft. Auch ihr Verhältnis zu den Provinzgruppen schildert keine Quelle.



