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Chemours startet Faizeon: fünf Zweiphasen-Kühlfluide für KI-Rechenzentren

Als Leistungsbeleg dient ein einziger Drittanbieter-Test: bis zu 19 °C kühlere GPU. Chemours legt die Zusammensetzung nicht offen und beziffert keine Einsparungen.

· Veröffentlicht: 03.11.2026 ·2 Min Lesezeit
Chemours startet Faizeon: fünf Zweiphasen-Kühlfluide für KI-RechenzentrenMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Chemours startete am 2. November 2026 die Faizeon™-Lösungen für Zweiphasen-Flüssigkeitskühlung für KI-, HPC- und Hochdichte-Rechenzentren.
  • Fünf niedrigsiedende Fluide: Faizeon 100, 110, 200 und 220 für Direct-to-Chip, Faizeon 500 für Immersionskühlung.
  • Chemours bestätigt HFOs und HFO-Blends in der Produktlinie.
  • Chemours gibt an, die Faizeon-Fluide seien weltweit verfügbar; Zielgruppen sind Hyperscaler, Cloud-Anbieter und Edge-Rechenzentren.

Chemours bringt fünf Zweiphasen-Kühlfluide auf den Markt

Der Chemiekonzern Chemours (NYSE: CC) hat am 2. November 2026 die Marke Faizeon vorgestellt. Unter diesem Namen führt er dielektrische Kühlfluide für die Zweiphasen-Flüssigkeitskühlung. Adressaten sind KI-, HPC- und Hochdichte-Rechenzentren. Das Sortiment umfasst fünf niedrigsiedende Fluide. Faizeon 100, 110, 200 und 220 kühlen direkt am Prozessor (Direct-to-Chip). Faizeon 500 ist für die Immersionskühlung bestimmt, bei der ganze Server in die Flüssigkeit getaucht werden.

Zielgruppen sind laut Chemours Hyperscaler, Cloud-Anbieter und Edge-Rechenzentren. Nach Unternehmensangaben sind die Fluide weltweit verfügbar. Das Prinzip: Das Fluid nimmt Wärme auf und verdampft. Der Phasenwechsel soll die Wärme effizient abführen.

Chemours spricht von „überlegener Leistung“ sowie von geringerem Energie- und Wasserverbrauch, weniger Lärm und kleinerem Platzbedarf. Dabei handelt es sich um Herstellerangaben. Konkrete Einsparungen nennt das Unternehmen im vorliegenden Material nicht. Überprüfbar wären sie erst durch Tests mit veröffentlichter Methodik und durch Vergleiche im Realbetrieb.

19 °C kühlere GPU im Test: Was belegt ist und was offen bleibt

Als Beleg führt Chemours einen unabhängigen Drittanbieter-Test an. Demnach hielt ein Zweiphasen-Direct-to-Chip-System mit Faizeon 200 die GPU um bis zu 19 °C kühler als ein einphasiges, wasserbasiertes Fluid. Der Kühlmitteldurchfluss sei dabei geringer gewesen. Die Chemours-Website beziffert ihn an der Cold Plate auf etwa ein Drittel. Die Pressemitteilung spricht nur allgemein von einem niedrigeren Durchfluss. Alle Angaben stammen von Chemours.

Die Aussagekraft ist begrenzt. Die Methodik des Tests liegt nicht vor. Energie-, Wasser- und PUE-Vergleiche aus dem Realbetrieb fehlen ebenfalls. „Bis zu 19 °C“ ist zudem ein Höchstwert, kein Durchschnitt.

Auch die Aussage, Faizeon sei „bereit und in der Lage“, Warmwasser-Architekturen mit hoher Dichte zu unterstützen, sowie der Verweis auf mehr als 90 Jahre Thermal-Management-Erfahrung sind Herstellerangaben. Praxisreferenzen, Pilotprojekte oder Kundenaussagen nennt das Material nicht.

Zusammensetzung nicht offengelegt: HFO-Basis nur aus Datenblättern abgeleitet

Chemours nennt die Zusammensetzung der Fluide nicht öffentlich. Auf Nachfrage der Cooling Post bestätigte das Unternehmen, dass die Linie HFOs und HFO-Blends enthält. Die weitere Zuordnung stammt von der Cooling Post. Sie ist eine Ableitung aus veröffentlichten Datenblättern und keine Aussage von Chemours. Demnach erscheint Faizeon 100 als HFO-1336mzz(Z) und Faizeon 110 als HFO-1336mzz(E). Faizeon 200 und 220 erscheinen als nicht entflammbare HFO/HFC-Blends 515B bzw. 513A. Zu Faizeon 500 liegen keine Angaben vor.

Im September 2023 reichte Chemours eine Stellungnahme zur ECHA-Konsultation über die universelle PFAS-Beschränkung ein. Darin hält das Unternehmen F-Gase für ihre vorgesehene Verwendung für sicher. Das ist eine allgemeine Position und keine Aussage zu Faizeon.

Betreiber sollten vor einer Entscheidung die regulatorische Einstufung, die Materialverträglichkeit und die Freigaben ihrer Hardwarehersteller klären. Laut coolant.com (Stand Oktober 2026) ist Chemours im NVIDIA-DSX-Ready-Coolant-Programm nicht gelistet. Die Kategorie umfasst PG25-Fluide für einphasige Kreisläufe. Das spricht weder für noch gegen eine spätere Qualifizierung.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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