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Cathedral-Agenten dringen über Drittanbieter-Software in Teile von Anthropics Systemen ein

Das Startup ehemaliger DOGE-Mitarbeiter nutzte laut Washington Post das Bug-Bounty-Programm. Anthropic bestätigt begrenzten Zugriff, bestreitet aber Dauer und Tragweite.

· Veröffentlicht: 02.11.2026 ·2 Min Lesezeit
Cathedral-Agenten dringen über Drittanbieter-Software in Teile von Anthropics Systemen einMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Anthropic bestätigt, dass Cathedral einen begrenzten Teil seiner Vertriebs-, HR- und IT-Systeme erreicht hat.
  • Die Aktivität fiel teils durch Anthropics eigenes Monitoring auf; der Zugang wurde am selben Tag gesperrt.
  • Betroffene Anwendungen wurden offline genommen und nach bestätigter Behebung wieder in Betrieb genommen.
  • Anthropic gibt an, die Lücken geschlossen und US-Bundesbehörden informiert zu haben.
  • Laut Anthropic betroffen waren Geschäftskontakte einiger Kunden und Partner sowie bestimmte Nutzerkontodaten; Prompts, Antworten, Quellcode und Gewichte nicht.

Cathedral-Agenten erreichen über Drittanbieter-Tools Teile von Anthropics Systemen

Das Startup Cathedral ist wenige Monate alt. Laut Washington Post hat es mit KI-Agenten Schwachstellen in Drittanbieter-Software ausgenutzt und so Zugriff auf Teile der Vertriebs-, HR- und IT-Systeme von Anthropic erlangt. Die Software dient Vertriebs- und Verwaltungsaufgaben und wird von vielen Unternehmen eingesetzt. Gegründet wurde Cathedral von ehemaligen DOGE-Mitarbeitern. Das Unternehmen entwickelt KI-gestützte Sicherheitswerkzeuge für Behörden und Unternehmen.

Anthropic bestätigt, dass Cathedral einen begrenzten Teil dieser Systeme erreicht hat. Der Test lief über das Bug-Bounty-Programm des Unternehmens, an dem externe Sicherheitsforscher teilnehmen. Insofern war er grundsätzlich autorisiert. Solche Programme laden Außenstehende ein, nach Schwachstellen zu suchen, und zahlen dafür eine Prämie.

Die Darstellung stützt sich auf die Erstmeldung der Washington Post und auf deren Einsicht in einen Entwurf des Cathedral-Berichts. Eine Primärveröffentlichung von Cathedral liegt uns nicht vor.

Anthropic: Kontaktdaten und Kontodaten betroffen, Prompts, Quellcode und Gewichte nicht

Nach Angaben von Anthropic waren Geschäftskontakte einiger Kunden und Partner betroffen, dazu bestimmte Nutzerkontodaten. Unberührt seien laut Unternehmen die Interaktionen von Kunden mit den Modellen, also Prompts und Antworten, sowie Quellcode und Modellgewichte.

Teils sei die Aktivität durch das eigene Monitoring aufgefallen, bevor Cathedral sie meldete. Den Zugang habe Anthropic am selben Tag gesperrt. Die betroffenen Anwendungen nahm das Unternehmen offline. Erst nachdem die Anbieter die Fixes bestätigt hatten, gingen sie wieder in Betrieb.

Anthropic gibt außerdem an, keine Hinweise zu haben, dass eine dritte Partei die Lücken ausgenutzt habe. Die Lücken seien geschlossen, US-Bundesbehörden informiert. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben anhand des vorliegenden Materials nicht.

Streit um zwölf Stunden, Regelbruch und nationale Sicherheit

Strittig ist zunächst die Dauer. Laut Berichtsentwurf brauchten Cathedrals Agenten weniger als zwölf Stunden, um Wege zu Daten zu finden. Anthropic spricht dagegen von Versuchen über mehrere Tage, weil Cathedral zuvor tagelang die eigene Software direkt angegriffen habe. Möglich ist, dass beide Seiten unterschiedliche Zeiträume meinen: Cathedral die Phase über die Drittanbieter-Tools, Anthropic den Gesamtzeitraum. Aus dem Material lässt sich das nicht klären.

Zweitens geht es um die Datenarten. Cathedral beschreibt Wege zu Meeting-Transkripten, Gehaltsdaten, Jobangeboten und Slack-Nachrichten. Anthropic nennt dagegen die tatsächlich erreichten Bestände: Geschäftskontakte und Basis-Kontodaten. Ob Mitarbeiterdaten oder Slack-Inhalte gelesen oder kopiert wurden, bleibt offen.

Drittens wirft Anthropic Cathedral Regelverstöße vor, unvollständige Offenlegung und eine übertriebene Darstellung der Bedeutung für die nationale Sicherheit. Laut Washington Post kursierten die Funde in der Regierung und weckten Sicherheitsbedenken.

Beide Seiten verfolgen eigene Interessen. Cathedral geht es um Aufmerksamkeit und Reputation, Anthropic um Schadensbegrenzung. Der vollständige Cathedral-Bericht und Anthropics Regelwerk für das Programm liegen uns nicht vor.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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