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Anthropic verschiebt Börsengang auf November 2026

Investoren erwarten Zwei-Billionen-Dollar-Bewertung und bis zu 100 Milliarden Dollar Kapitalaufnahme – Prospekt erst Ende September

· Veröffentlicht: 20.09.2026 ·3 Min Lesezeit
Anthropic verschiebt Börsengang auf November 2026Mit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Anthropic verschiebt seinen geplanten Börsengang laut Medienberichten von Oktober auf November 2026.
  • Der Börsengang war ursprünglich für Oktober 2026 geplant.
  • Als Grund für die Verschiebung nennen Berater von Anthropic, dass das Unternehmen vor dem Börsengang starke Finanzzahlen für das dritte Quartal vorlegen will.
  • Investoren rechnen mit einer Bewertung von rund zwei Billionen US-Dollar und einer Kapitalaufnahme von bis zu 100 Milliarden US-Dollar.
  • Anthropic hat vertraulich einen S-1-Entwurf bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht.
  • Als Lead Underwriter für den Börsengang sind Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan Chase ausgewählt.

Anthropic verschiebt Börsengang auf November 2026

Das Claude-Chatbot-Unternehmen Anthropic verschiebt seinen geplanten Börsengang von Oktober auf November 2026. Das berichten The Information und das Wall Street Journal übereinstimmend. Ursprünglich hatte das Unternehmen einen Börsengang im Oktober angepeilt. Nun zeichnet sich ab, dass der Börsengang frühestens Ende Oktober, wahrscheinlich aber erst im November stattfinden wird. Als Begründung nennen Berater von Anthropic, dass das Unternehmen vor dem Börsengang starke Finanzzahlen für das dritte Quartal vorlegen möchte, um das Vertrauen der Investoren zu stärken und einen höheren Emissionspreis zu erzielen. Diese Erklärung erscheint nicht vollständig schlüssig, denn starke Quartalszahlen hätten auch nach einem bereits erfolgten Börsengang als zusätzlicher Kursbooster dienen können. Die mit der Angelegenheit vertrauten Personen betonen, dass sich der Zeitplan weiterhin ändern kann. Neben den massiven Kosten für Computing-Infrastruktur, die im Vergleich zum Vorquartal um 65 Prozent stiegen, dürften auch der Konkurrenzdruck durch OpenAI, steigende Zinsen sowie unversicherte Sicherheits- und Cyberrisiken bei Testvorfällen zur Verzögerung beitragen. Auch OpenAI hatte seinen Börsengang zuvor auf 2027 verschoben.

Bewertung, Umsatzwachstum und Underwriter

Für den Börsengang rechnen Investoren mit einer Bewertung von rund zwei Billionen US-Dollar, was eine der größten Börsengänge aller Zeiten wäre. Diese Erwartung stützt sich auf die jüngste private Bewertung von 965 Milliarden Dollar nach der Series-H-Finanzierungsrunde sowie auf das rasante Umsatzwachstum und den Vergleich mit dem Rivalen OpenAI, der zuletzt mit 852 Milliarden Dollar bewertet wurde. Die geplante Kapitalaufnahme von bis zu 100 Milliarden US-Dollar soll den enormen Finanzbedarf für Computing-Infrastruktur, Forschung und Entwicklung sowie zur Stärkung der Bilanz decken, etwa durch eine revolvierende Kreditlinie über 15 Milliarden Dollar, die vor dem Börsengang abgeschlossen werden soll. Der Umsatz von Anthropic wuchs zwischen dem ersten und zweiten Quartal 2026 von rund 4,7 Milliarden auf mehr als 11,5 Milliarden US-Dollar, was mehr als eine Verdopplung bedeutet. Als Lead Underwriter wurden Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan Chase ausgewählt. Citigroup wird zusätzlich genannt, weil sie eine prominente Position bei der Syndizierung der Kreditlinie einnimmt und daher auch beim Börsengang eine wichtige Rolle spielen dürfte, auch wenn sie nicht zu den drei offiziellen Lead Underwritern zählt.

Prospekt später, OpenAI als Vorbild

Der IPO-Prospekt wird nun erst Ende September erwartet, wie wir bereits in einem früheren Artikel berichtet haben. Die Verschiebung ist Teil üblicher Anpassungen im IPO-Prozess, etwa aufgrund von Marktbedingungen, regulatorischer Prüfungen durch die SEC und interner Vorbereitungen wie der Abstimmung mit den Underwritern und der Fertigstellung der Finanzberichterstattung. Ursprünglich war der Prospekt für die kommende Woche erwartet worden. Der Prospekt ist von besonderer Bedeutung, da er die Konten, operationellen Risiken und den Finanzbedarf des KI-Unternehmens offenlegt und den Investoren einen ersten detaillierten Einblick in die wirtschaftliche Realität von Claude, dem generativen KI-Assistenten, gibt. Die Verzögerung verschiebt den Start der Marketingkampagne für den Börsengang auf Mitte Oktober, und die Notierung könnte dann kurz vor den US-Zwischenwahlen im November erfolgen. OpenAI hatte seinen eigenen Börsengang zuvor auf 2027 verschoben. Am Rande sei erwähnt, dass Accenture als erster eingebetteter Evaluator für Anthropic ausgewählt wurde, wie wir ebenfalls berichtet haben.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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