Live World Labs stellt Atlas vor: Ein Modell für 3D-Welten aus wenigen Fotos

Anthropic: Neue Datenhaltung mit Lesezugriff – Zero Data Retention unter Druck

Ein Bericht beschreibt Enterprise Frontier Safeguards: Kundendaten liegen in kundeneigener Cloud, Anthropic behält Leserechte. Die offizielle ZDR-Definition deckt das nicht ab.

· Veröffentlicht: 03.09.2026 ·2 Min Lesezeit
Anthropic: Neue Datenhaltung mit Lesezugriff – Zero Data Retention unter DruckMit KI erstellt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Anthropic bietet für die Claude API zwei Datenverarbeitungsvereinbarungen an: Zero Data Retention (ZDR) und HIPAA Readiness.
  • Unter ZDR werden Kunden-Prompts und -Outputs nicht gespeichert, sofern das jeweilige Feature keine Speicherung erfordert.
  • Zurückbehaltene Daten werden ohne ausdrückliche Erlaubnis des Kunden nicht für Modelltraining verwendet.
  • Kommerzielle Nutzer (Team, Enterprise, API, Drittanbieter, Claude Gov) werden standardmäßig nicht zum Training generativer Modelle verwendet, außer bei explizitem Opt-in (z.B. Developer Partner Program).
  • Die DPA von Anthropic enthält die EU-Standardvertragsklauseln (SCCs) und Anthropic nimmt am EU-US Data Privacy Framework teil.
  • ZDR ist nur für qualifizierte Enterprise-Pfade verfügbar (eligible API usage und Claude Code auf Claude Enterprise), nicht für Standard-Team/Enterprise-Chat.

Neue Datenhaltung: Kundeneigene Cloud mit Lesezugriff für Anthropic

Laut einem Bericht von mindstudio.ai hat Anthropic mit der Modellversion Claude 5.1 ein neues Datenkontrollsystem namens Enterprise Frontier Safeguards (EFS) eingeführt. Demnach werden Kundendaten nicht mehr in Infrastruktur gespeichert, die Anthropic selbst gehört, sondern in Cloud-Infrastruktur, die der Kunde kontrolliert. Das ist eine deutliche Verschiebung gegenüber dem bisherigen Aufbau, bei dem Anthropic Kundendaten direkt vorhielt.

Allerdings behält Anthropic dem Bericht zufolge auch unter EFS Leserechte auf die gespeicherten Daten. Als Grund nennt das Unternehmen die Erkennung von Missbrauch. Damit sind die Daten zwar aus der direkten Verwahrung von Anthropic herausgelöst, aber weiterhin für Anthropic lesbar. Mindstudio.ai bewertet das als Widerspruch zur Bezeichnung „Zero Data Retention“: Es handele sich eher um „zero data custody“, also den Verzicht auf die Datenverwahrung, bei gleichzeitig bestehender Leseberechtigung. Eine echte Null-Datenspeicherung im Sinne vieler Unternehmenskunden sei das nicht.

Offizielle ZDR-Definition und fehlende Bestätigung von EFS

Die offizielle Dokumentation von Anthropic beschreibt Zero Data Retention (ZDR) anders. Für die Claude API bietet Anthropic zwei Datenverarbeitungsvereinbarungen an: ZDR und HIPAA Readiness. Unter ZDR werden Kunden-Prompts und -Outputs nicht gespeichert, sofern das jeweilige Feature keine Speicherung erfordert. Zurückbehaltene Daten werden ohne ausdrückliche Erlaubnis des Kunden nicht für das Modelltraining verwendet.

ZDR gilt jedoch nur für qualifizierte Enterprise-Pfade: für berechtigte API-Nutzung und für Claude Code auf Claude Enterprise, wenn ZDR für die Organisation aktiviert ist. Standard-Chat-Oberflächen von Claude Team oder Claude Enterprise sind nicht ZDR-fähig. In diesen offiziellen Quellen wird Enterprise Frontier Safeguards nicht erwähnt. Die offizielle ZDR-Definition bezieht sich auf die API und nicht auf eine Speicherung in kundeneigener Cloud-Infrastruktur. Die von mindstudio.ai beschriebene neue Datenhaltung wird durch die offiziellen Angaben daher nicht bestätigt. Es bleibt unklar, ob EFS ein neues, noch nicht dokumentiertes Enterprise-Angebot ist oder eine Fehlinterpretation.

M
Manuel Peter
Redaktion · KI-Regulierung & Recht

Manuel Peter verfolgt für KI Spotlight die rechtlichen und regulatorischen Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz: den EU AI Act, Datenschutz, Haftungsfragen und Governance. Er ordnet ein, was neue Vorgaben konkret bedeuten – ersetzt aber keine individuelle Rechtsberatung.

Ähnliche Artikel