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17,6-Meter-Welle vor Ucluelet: Rekordmessung ist seit 2022 bekannt

Eine separate KI-Studie sagt Rogue Waves eine bis fünf Minuten im Voraus an. Ihre Entstehung erklärt sie nicht, und mit der Ucluelet-Welle ist sie im Material nicht verknüpft.

· Veröffentlicht: 17.10.2026 ·2 Min Lesezeit
17,6-Meter-Welle vor Ucluelet: Rekordmessung ist seit 2022 bekanntMit KI erstellt
◆ Fakten auf einen Blick
  • MarineLabs-Boje zeichnete am 17. November 2020 vor Ucluelet eine 17,6 m hohe Welle auf.
  • Die Messung beschreibt ein Bericht von Johannes Gemmrich und Leah Cicon in Scientific Reports.
  • Die Draupner-Welle von 1995 war 25,6 m hoch und lieferte ersten Beweis für Rogue Waves.
  • Neuronale Netze sagten drei von vier Rogue Waves eine Minute vorher richtig voraus.

17,6 Meter vor Ucluelet: Die Welle dürfte gemessen am Seegang die extremste sein

Am 17. November 2020 registrierte eine Sensorboje des kanadischen Unternehmens MarineLabs rund sieben Kilometer vor Ucluelet auf Vancouver Island eine Einzelwelle von 17,6 Metern. Die Boje lag im Bereich Amphitrite Bank und gehört zum Netz CoastAware. Der Seegang betrug zu diesem Zeitpunkt nur etwa sechs Meter.

Entscheidend ist das Verhältnis. Eine Rogue Wave definiert sich nicht über ihre absolute Höhe, sondern über die signifikante Wellenhöhe, also das Mittel des höchsten Drittels aller Wellen. Überschreitet eine Einzelwelle diesen Wert um mehr als das Doppelte, gilt sie als Rogue Wave. Die Welle vor Ucluelet erreichte fast das Dreifache. „Proportional ist die Ucluelet-Welle vermutlich die extremste je aufgezeichnete Rogue Wave“, sagt Johannes Gemmrich von der University of Victoria. Gemmrich und Leah Cicon beschreiben die Messung in einem Bericht in Scientific Reports. Die Pressemitteilung stammt vom 8. Februar 2022.

Zum Vergleich: Die Draupner-Welle traf am 1. Januar 1995 eine Ölplattform in der Nordsee. Sie war mit 25,6 Metern höher, entstand aber bei rund zwölf Metern Seegang. MarineLabs spricht von einer „once-in-a-millennium“-Aktivität. Das ist eine Herstellerangabe und keine unabhängig geprüfte Einordnung.

Neu ist die Messung nicht. Sie ist seit Anfang 2022 publiziert. Eine aktuelle Neuauswertung belegt das Material nicht.

KI-Studie sagt drei von vier Rogue Waves eine Minute voraus, erklärt aber nicht, wie sie entstehen

Davon zu trennen ist eine eigene Arbeit zur Vorhersage. Ein Team um Dion Häfner von der Universität Kopenhagen trainierte neuronale Netze mit Daten von 158 Bojen weltweit, die zusammen mehr als 700 Jahre Beobachtung umfassen. Bei einer Minute Vorlauf sagte das Verfahren drei von vier Rogue Waves richtig voraus, bei fünf Minuten sieben von zehn. Auch an einem Standort, der nicht im Trainingsset lag, funktionierte es.

Das ist eine Kurzfristwarnung aus statistischen Mustern, keine physikalische Erklärung. Offen bleibt, wie solche Wellen entstehen. Diskutiert werden etwa die Modulationsinstabilität und, nach einer Studie von 2023, lineare Überlagerung. Wer deshalb von einem „berechenbaren“ Meer spricht, überzeichnet den Befund.

Eine Verbindung zwischen dieser Studie und der Ucluelet-Welle belegt das Material nicht. Der mögliche Nutzen liegt im belegten Rahmen darin, dass Rogue Waves Schiffe und Offshore-Infrastruktur gefährden und bessere Prognosen dieses Risiko verringern könnten. Konkrete Warnsysteme sind nicht belegt.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. newswire.ca ↗

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