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ZCode lud ganze Repositories samt Git-Historie in die Alibaba Cloud hoch

Z.ai entschuldigt sich und entfernt die Funktion in Version 3.14. Ob sich der Upload abschalten ließ und welche Daten abgeflossen sind, ist offen.

· Veröffentlicht: 27.10.2026 ·2 Min Lesezeit
ZCode lud ganze Repositories samt Git-Historie in die Alibaba Cloud hochMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Ein verschlüsseltes Paket mit 313 MB und 42.411 Dateien wurde dokumentiert; 86,6 % davon waren .git-Daten.
  • Der Client verpackte das gesamte Workspace-Verzeichnis, verschlüsselte es mit AES-256-CTR und lud es zu Alibaba Cloud OSS hoch.
  • Der private Schlüssel liegt nur bei Z.ai, Nutzer können das Paket nicht selbst entschlüsseln.
  • Ausgelöst wurde der Upload durch Codebase Indexing und das Tool Repo Wiki, bei jedem gesendeten Prompt.
  • Auf Ferstars Rechner waren 564 Uploads versucht worden; Feng Ruohang meldete mindestens drei hochgeladene Dateien.

ZCode lud komplette Repositories samt .git-Historie in die Alibaba Cloud hoch

Der Coding-Assistent ZCode von Z.ai hat bei angemeldeten Nutzern ganze Arbeitsverzeichnisse hochgeladen, die .git-Historie eingeschlossen. Ziel war Alibaba Cloud OSS, die Daten lagen verschlüsselt vor. Mehrere Analysen legen das nahe. Öffentlich gemacht hat es der Entwickler Ferstar am 18. September 2026. Auslöser war ein Verzeichnis ~/.zcode, das auf seinem Rechner mehr als 700 MB belegte.

Dokumentiert ist ein verschlüsseltes Paket mit 313 MB und 42.411 Dateien. 86,6 Prozent davon sind .git-Daten. Nach den Analysen arbeitet das Verfahren so: Der Client verschlüsselt mit AES-256-CTR und verpackt den Schlüssel mit einem RSA-Public-Key, den der Server liefert. Den privaten Schlüssel hält nur Z.ai. Nutzer können das Paket deshalb nicht selbst öffnen. Den Upload sollen Codebase Indexing und das Tool Repo Wiki ausgelöst haben. Alle Angaben stammen aus den Analysen. Eine eigene Prüfung gibt es nicht.

Z.ai entschuldigt sich und entfernt die Funktion in Version 3.14

Z.ai hat sich entschuldigt. Das Unternehmen deaktivierte den Workflow, der lokale Repository-Snapshots erzeugt und hochlädt, und entfernte ihn aus der aktuellen Version. Als Ursache nennt es Repo Wiki. Die Behebung kam mit Version 3.14. Eine Binäranalyse von 56 Releases kommt zu dem Schluss, dass die vollständige .git-Erfassung bis v3.1.0 zurückreicht.

ZCode steht unter Apache-2.0 auf github.com/zai-org/ZCode. Pull Requests sind gesperrt, Issues deaktiviert.

Dass die Behebung „abgeschlossen“ sei und alle bekannten Sicherheitsbedenken ausgeräumt seien, sind Herstellerangaben. Unabhängig geprüft hat sie bislang niemand. Dasselbe gilt für die Zusage, die hochgeladenen Daten seien gelöscht. Zwei externe Stellen sollen das bestätigt haben; so berichtet es sekundär die South China Morning Post. Die Prüfberichte liegen nicht vor.

Offen bleibt, ob sich der Upload abschalten ließ und welche Daten abgeflossen sind

Erstens ist umstritten, ob ein Schalter wirkte. Ferstar und die Binäranalyse sagen, keiner habe die Erfassung gestoppt. Eine Einzelanalyse von Version 3.12.3 beschreibt dagegen einen standardmäßig ausgeschalteten Schalter. Die Quellen untersuchen unterschiedliche Versionen. Die Einzelanalyse nennt sich selbst inoffiziell. Keine Position ist unabhängig nachgeprüft.

Zweitens ist unklar, was das Netzwerk verlassen hat. Auf Ferstars Rechner wurden 564 Uploads versucht. Andere Forschende meldeten erfolgreiche Empfangsbestätigungen. Außerhalb von Z.ai kann niemand sagen, welche Daten abgeflossen sind.

Betroffene sollten laut der Analyse von beri.net Zugangsdaten rotieren, die je in der Historie standen. Dort können auch Tokens in Remote-URLs liegen.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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