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Cathedral will in unter 12 Stunden in Anthropics interne Systeme eingedrungen sein

Das Startup ehemaliger DOGE-Mitarbeitender spricht von Zugriffspfaden zu Gehalts- und Slack-Daten. Anthropic bestätigt nur einen begrenzten Zugriff und erhebt Vorwürfe wegen Regelverstößen.

· Veröffentlicht: 26.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Cathedral will in unter 12 Stunden in Anthropics interne Systeme eingedrungen seinMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Anthropic bestätigt Zugriff der Cathedral-Forschenden auf eine „begrenzte Auswahl“ von Vertriebs-, HR- und IT-Systemen.
  • Betroffen sind Geschäftskontaktdaten einiger Kunden und Partner sowie einfache Nutzerkontodaten.
  • Claude-Nutzerkonversationen, Quellcode und Modellgewichte wurden laut Anthropic nicht erreicht.
  • Der Zugang gelang über Schwachstellen in Drittanbieter-Software, nicht im Anthropic-Code.
  • Der Test lief im Bug-Bounty-Programm von Anthropic, in dem Schwachstellen belohnt werden.

Cathedral will in unter 12 Stunden in Anthropics interne Systeme gelangt sein

Das Cybersecurity-Startup Cathedral gibt an, mit KI-Agenten innerhalb von weniger als 12 Stunden Wege in interne Systeme von Anthropic gefunden zu haben. Die Washington Post berichtete am 26. Oktober 2026 darüber, gestützt auf einen Berichtsentwurf von Cathedral, den die Zeitung einsehen konnte. Die Angaben stammen also vom Unternehmen selbst. Eine unabhängige Prüfung gibt es nicht.

Laut Cathedral führten die Pfade zu Meeting-Transkripten, Gehalts- und Jobangebotsdaten sowie zu Slack-Nachrichten über fortgeschrittene KI-Modelle. Der Test lief im Rahmen von Anthropics Bug-Bounty-Programm, über das externe Forschende Schwachstellen melden und dafür Belohnungen erhalten.

Beide Seiten stimmen darin überein, dass der Zugangsweg über Schwachstellen in Drittanbieter-Geschäftssoftware für Verwaltungs- und Vertriebsaufgaben führte, nicht über Anthropics eigenen Code. Weder der Softwareanbieter noch die betroffenen Produkte sind genannt.

Anthropic bestätigt Zugriff auf Kontaktdaten, bestreitet das Ausmaß

Anthropic bestätigt einen Teil der Darstellung. Die Cathedral-Forschenden hätten Zugriff auf eine „begrenzte Auswahl“ von Vertriebs-, HR- und IT-Systemen erlangt. Betroffen seien Geschäftskontaktdaten einiger Kunden und Partner sowie einfache Nutzerkontodaten gewesen. Claude-Nutzerkonversationen, Quellcode und Modellgewichte seien laut Anthropic nicht erreicht worden.

Gehalts-, Transkript- und Slack-Inhalte bestätigt Anthropic im vorliegenden Material nicht. Die Gründe für die Differenz sind offen. Denkbar ist, dass Cathedral einen erreichbaren „Pfad“ anders bewertet als den tatsächlichen Abruf von Daten. Belegt ist das nicht, zumal Anthropics Aussage zu den HR-Inhalten unklar bleibt.

Eine polnische Meldung gibt an, Anthropic habe erklärt, die Lücken seien geschlossen worden. Diese Angabe stammt nur aus dieser einen Quelle.

Streit um die Regeln: Anthropic wirft Cathedral Übertreibung und verschwiegene Aktivität vor

Anthropic wirft Cathedral vor, gegen die Regeln des Programms verstoßen zu haben. Den Angaben des Unternehmens zufolge hatten die Forschenden zuvor mehrere Tage lang erfolglos versucht, Anthropics Software direkt zu kompromittieren. Die „12 Stunden“ bezögen sich nur auf den erfolgreichen Weg über die Drittsoftware. Cathedral habe außerdem nicht seine gesamte Aktivität offengelegt und die nationalen Sicherheitsimplikationen übertrieben. Anthropics Überwachung habe die Aktivität erkannt, bevor Cathedral sie meldete.

Cathedral wurde von ehemaligen DOGE-Mitarbeitenden gegründet, laut Gizmodo unter anderem von Gavin Kliger und Luke Farritor. Das Unternehmen entwickelt KI-gestützte Cybersicherheitswerkzeuge für Behörden und Unternehmen. Berichten zufolge sammelte es 160 Mio. USD bei einer Bewertung von 1,4 Mrd. USD ein und zählt drei Bundesbehörden zu seinen Kunden. Beide Berichte stützen sich auf die Washington Post. Eine unabhängige Prüfung fehlt.

Der vollständige Cathedral-Bericht, die Programmregeln und Anthropics Zugriffsprotokolle liegen nicht vor. Der Streit lässt sich deshalb derzeit nicht entscheiden.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. wnp.pl ↗

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