Studie: 74 Prozent der Arbeitnehmer fragen lieber KI als Kollegen
Eine nicht verifizierte Erhebung warnt vor Einsamkeit und kognitivem Abbau – gesicherte Nutzungszahlen zeigen, wie plausibel das Szenario ist.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Laut Microsofts '2024 Work Trend Index' nutzen 75 % der Wissensarbeiter generative KI.
- Laut Gallup hat sich der Anteil der US-Arbeitnehmer, die KI mehrmals jährlich oder öfter nutzen, von 21 % auf 40 % fast verdoppelt.
- Laut GoodFirms gaben 86,5 % der befragten Arbeitnehmer an, KI bei der Arbeit zu nutzen, 76 % nutzen ChatGPT.
Studie: 74 Prozent ziehen KI den Kollegen vor
Einer nicht verifizierten Studienreihe zufolge wenden sich 74 Prozent der Arbeitnehmer bei Fragen lieber an ein KI-Modell als an menschliche Kollegen. Ein Bericht, der die Ergebnisse zusammenfasst, sieht darin eine zunehmende Verdrängung kollegialer Interaktionen durch künstliche Intelligenz. Die Forscher äußern die Sorge, dass der geringere Austausch mit Kollegen zu Einsamkeit führen könnte, weil soziale Bindungen und informelle Gespräche am Arbeitsplatz schwinden. Darüber hinaus warnen sie vor einem möglichen Verlust kognitiver Fähigkeiten: Wer gewohnheitsmäßig Denkaufgaben an KI delegiert, trainiert seine eigenen analytischen und problemlösenden Kompetenzen weniger – ähnlich wie ein Muskel, der bei Nichtgebrauch verkümmert. Der Bericht illustriert dies am Beispiel einer 25-jährigen Marketingmitarbeiterin, deren Kollegen sie bei Fragen standardmäßig an den KI-Assistenten Claude verweisen. Konkrete Angaben zur Methodik, zur Stichprobengröße oder zur Erhebungsart der zugrunde liegenden Studien macht der Bericht nicht. Auch die Auftraggeber bleiben ungenannt. Die Behauptung, dass KI die zwischenmenschliche Kommunikation am Arbeitsplatz verdrängt, ist daher mit Vorsicht zu betrachten. Sie reiht sich jedoch in eine wachsende Zahl von Fachbeiträgen ein, die vor psychosozialen Risiken einer unkontrollierten KI-Nutzung warnen. Die Studie selbst liefert keine belastbaren Belege für einen kausalen Zusammenhang, formuliert aber die Hypothese, dass die Verlagerung von Hilfegesuchen auf Maschinen langfristig die Teamdynamik beeinträchtigen könnte.
Hohe KI-Durchdringung im Arbeitsalltag
Dass KI-Tools im Berufsalltag inzwischen weit verbreitet sind, belegen mehrere unabhängige Erhebungen. Microsofts „2024 Work Trend Index“ zeigt, dass 75 Prozent der Wissensarbeiter weltweit generative KI nutzen – ein Anteil, der sich innerhalb von sechs Monaten nahezu verdoppelt hat. Die Beratungsfirma GoodFirms ermittelte in einer Umfrage sogar einen Nutzungsgrad von 86,5 Prozent unter den befragten Arbeitnehmern, wobei 76 Prozent angaben, ChatGPT einzusetzen. Auch Gallup verzeichnet einen deutlichen Anstieg: Der Anteil der US-Arbeitnehmer, die KI mehrmals jährlich oder häufiger verwenden, stieg von 21 auf 40 Prozent. Diese gesicherten Zahlen belegen eine hohe und wachsende Durchdringung des Arbeitsalltags mit KI-Werkzeugen. Die hohe Nutzungsrate macht die These der eingangs erwähnten Studie nachvollziehbar: KI-Tools sind rund um die Uhr verfügbar, liefern sofort Antworten und senken die Hemmschwelle, eine Frage zu stellen – anders als bei einem Kollegen, den man möglicherweise stört oder vor dem man sich keine Blöße geben möchte. So kann sich eine Gewohnheit entwickeln, bei Problemen zuerst die KI zu konsultieren. Genau dieses Verhalten beschreibt die nicht verifizierte Studie mit ihrer 74-Prozent-Quote. Die breite Nutzung macht die These somit plausibel, auch wenn die Studie selbst keine Kausalität belegt. Die vorliegenden Daten beschreiben jedoch lediglich die Nutzungshäufigkeit, nicht aber die Qualität der Interaktion oder deren Auswirkungen auf soziale Beziehungen im Team.
Wenn die KI den Kollegen ersetzt
Dass 74 Prozent der Beschäftigten lieber eine KI fragen als den Kollegen, spiegelt sich in den Diskussionen auf Reddit wider – allerdings oft mit einem ironischen Unterton. So berichtet ein Manager, dass ein Mitarbeiter selbst für triviale Aufgaben Claude konsultiert bryanoak in r/managers, woraufhin ein Nutzer ironisch fragt, ob man nicht Claude selbst um Rat bitten sollte Curious_Music8886 in r/managers. Gleichzeitig klagen andere über die mangelnde Praxistauglichkeit: „Ich verbringe so viel Zeit damit, Code zu bereinigen, der funktional aussieht, aber nicht läuft“, schreibt ein Entwickler syzorr34 in r/BetterOffline. Die vermeintliche Entlastung durch KI entpuppt sich so oft als zusätzliche Fehlerquelle.



