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NYT: US-Geheimdienste halten Megaspeed-Managerin für chinesische Informantin

Die Zeitung beruft sich auf anonyme Quellen und schreibt, Nvidia-Chef Jensen Huang sei nicht gewarnt worden. Nvidia, Huang und China weisen die Darstellung zurück. Öffentliche Belege gibt es nicht.

· Veröffentlicht: 30.10.2026 ·3 Min Lesezeit
NYT: US-Geheimdienste halten Megaspeed-Managerin für chinesische InformantinMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Die New York Times berichtet, US-Geheimdienste stufen Megaspeed-Managerin Alice Huang als chinesische Informantin ein.
  • Huang, auch Huang Le, ist chinesische Staatsbürgerin und nicht mit Jensen Huang verwandt.
  • Megaspeed ist ein Singapurer Rechenzentrumsbetreiber und Nvidia-Kunde.
  • Laut NYT traf sich Alice Huang mehrfach mit Jensen Huang, unter anderem 2024 in Taipeh.
  • Laut NYT erhielt Jensen Huang nicht die übliche Warnung; US-Beamte gingen von Ahnungslosigkeit aus.

NYT: Geheimdienste halten Megaspeed-Managerin für chinesische Informantin

Die New York Times (NYT) berichtete am Donnerstag, US-Geheimdienste stuften eine Managerin des Singapurer Rechenzentrumsbetreibers Megaspeed als chinesische Informantin ein. Gemeint ist Alice Huang, auch Huang Le genannt, eine chinesische Staatsbürgerin. Megaspeed ist Kunde des Chipherstellers Nvidia. Mit Nvidia-Chef Jensen Huang ist sie nicht verwandt. Nach Darstellung der Zeitung soll sie Informationen an Peking weitergegeben haben.

Die NYT stützt sich auf Interviews mit Personen, die über die Überwachung informiert waren und anonym bleiben wollten. Offizielle Quellen nennt die Zeitung nicht. Alle folgenden Angaben sind deshalb als Darstellung der NYT zu lesen. Die weiteren vorliegenden Berichte geben nur diese Darstellung wieder.

Chip-Schmuggel als Anlass: Kontakte zu Jensen Huang, keine Warnung, Trump informiert

Laut NYT geriet Alice Huang zunächst bei Ermittlungen zum Schmuggel hochwertiger Chips nach China ins Blickfeld der Behörden. Bei der Überwachung fielen ihre Kontakte zu Jensen Huang auf. Die beiden trafen sich mehrfach, unter anderem 2024 auf einer Party im Umfeld einer Tech-Messe in Taipeh. TechCrunch nennt zudem Geschäftsessen in der Region Singapur. Beamte fragten sich laut NYT, ob sie Informationen über Nvidia abschöpfen konnte.

Jensen Huang habe nicht die Warnung erhalten, die US-Bürger in solchen Fällen üblicherweise bekommen. US-Beamte hätten damals angenommen, er ahne nichts.

Präsident Donald Trump sei vor etwa einem Jahr informiert worden und habe nichts unternommen. Als Grund nennt die NYT seine Zurückhaltung. Er habe die Nvidia-Chipverkäufe und das Handelsverhältnis zu China nicht stören wollen.

Alice Huang war laut NYT nach der Gründung 2023 kurz als Managing Director von Megaspeed gelistet. Danach verschwand ihr Name aus den Firmenunterlagen. Eine malaysische Schwesterfirma kaufte laut Bericht zwischen Juni 2024 und Februar 2026 Hardware mit Nvidia-Chips für mindestens 4,8 Milliarden US-Dollar. Die US-Regierung verdächtigt Megaspeed, China Zugang zu Nvidia-Chips zu verschaffen.

Nvidia, Jensen Huang und Peking weisen Vorwürfe zurück – öffentliche Belege fehlen

Nvidia weist die Darstellung zurück. Die Umleitungsvorwürfe gegen diese regionale Cloud seien im Vorjahr „gründlich untersucht und widerlegt“ worden, erklärte ein Sprecher. Die Kontakte seien nicht ungewöhnlich. Jensen Huang spreche jährlich mit Tausenden Kundenmanagern. Regionale Cloud-Kunden erhielten nur gewöhnliche Geschäftsinformationen, keine Geschäftsgeheimnisse und nichts mit Bezug zur nationalen Sicherheit. Jensen Huang selbst nannte den Umgang mit Megaspeed in einem Interview am Donnerstag „normal und nicht ungewöhnlich“. Nvidia habe geprüft, dass Megaspeed keine Chips illegal nach China geliefert habe.

Chinas Außenministerium sprach am Freitag durch Sprecher Guo Jiakun von „grundloser Spekulation“ und einem Versuch, China zu diffamieren. Die chinesische Botschaft nannte die Vorwürfe „grundlose Verleumdungen“. Megaspeed kündigte laut The Decoder eine interne Untersuchung an.

Belegt ist damit vor allem, dass es Berichte und Dementis gibt. Umfang und Ergebnis der Nvidia-Prüfung sind nicht dokumentiert. Die Einstufung als Spionin beruht allein auf anonymen Aussagen über nicht offengelegte Geheimdienstinformationen. Eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor. Ob die Behörden den früheren Verdacht gegen Megaspeed fallen ließen, geht aus dem Material nicht hervor.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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