Nvidia Vera: Erste Server-CPU mit 88 Olympus-Kernen und 1,2 TB/s Bandbreite vorgestellt
Nvidias ARM-basierte CPU tritt gegen Intel und AMD an – mit ersten Großkunden und unabhängigen Benchmarks.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Nvidia hat die Vera-CPU offiziell vorgestellt; sie verfügt über 88 maßgeschneiderte Olympus-Kerne.
- Die CPU bietet bis zu 1,2 TB/s Speicherbandbreite über LPDDR5X.
- Vera ist für agentische KI, Reinforcement Learning und Datenverarbeitung konzipiert.
- Vera dient als Host-CPU für eigenständige Vera-Server, Vera-Rubin-Systeme und Vera-BlueField-4-STX-KI-Speicherplattformen.
- Zu den geplanten Kunden gehören Anthropic, OpenAI, SpaceXAI, ByteDance, CoreWeave und Oracle Cloud Infrastructure.
- Nvidia gibt an, dass Vera bis zu 80 % schnellere Sandbox-Umgebungen ermöglicht.
Nvidia Vera: 88 Olympus-Kerne und 1,2 TB/s Bandbreite
Nvidia hat seine erste eigene Server-CPU Vera offiziell vorgestellt und bewirbt sie als „the CPU for agents“. Der Prozessor verfügt über 88 maßgeschneiderte Olympus-Kerne, die auf der Arm-v9.2-Architektur basieren. Ein von Chips and Cheese gesichtetes Whitepaper beschreibt einen monolithischen Compute-Die mit einem 10-fach breiten Design, Value Prediction und einem Graph Prefetcher. Jeder Kern besitzt 2 MB privaten L2-Cache, hinzu kommen 164 MB gemeinsamer L3-Cache. Acht LPDDR5X-Speicherschnittstellen liefern bis zu 1,2 TB/s Bandbreite. Vera ist für agentische KI, Reinforcement Learning und Datenverarbeitung konzipiert und dient als Host-CPU für eigenständige Vera-Server, Vera-Rubin-Systeme sowie Vera-BlueField-4-STX-KI-Speicherplattformen.
Leistungsversprechen und unabhängige Tests
Nach Angaben von Nvidia erzielt Vera in agentischen Workloads eine 1,8-mal höhere Pro-Kern-Leistung als AMDs 128-Kern-Epyc-9755 und ermöglicht bis zu 80 Prozent schnellere Sandbox-Umgebungen. Diese Werte basieren auf internen Benchmarks, die speziell auf die CPU-Arbeit hinter agentischer KI und Reinforcement Learning abzielen – etwa Codeausführung, Tool-Nutzung und Sandboxing. In eigenen Messungen gibt Nvidia zudem an, dass Vera im geometrischen Mittel eine um 10 Prozent höhere Leistung als ein AMD Epyc 9575F mit 5,0 GHz liefert.
Unabhängige Tests von Phoronix bestätigen die Konkurrenzfähigkeit der Olympus-Kerne. Die Tester hatten Gelegenheit, ein Vera-System zu testen, und bescheinigten dem Prozessor eine Wettbewerbsfähigkeit mit x86-CPUs von Intel und AMD, wie sie bei anderen ARM- oder Nicht-x86-Prozessoren bisher nicht beobachtet wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass Nvidias erster Server-Prozessor nicht nur in synthetischen Vergleichen, sondern auch in realen Workloads überzeugen kann.
Produktionsstart und erste Großkunden
Die Vera-CPU befindet sich in voller Produktion. Reuters meldet unter Berufung auf Quellen, dass die CPUs möglicherweise ab August verfügbar sein werden und Nvidia chinesischen Kunden bereits Bestellungen ermöglicht. CNBC zufolge liefert Nvidia nun eigene CPUs aus, was den Einstieg in den Server-CPU-Markt markiert.
Zu den ersten Unternehmen, die den Einsatz von Vera planen, gehören die KI-Labore Anthropic, OpenAI und SpaceXAI sowie die Hyperscaler ByteDance, CoreWeave und Oracle Cloud Infrastructure. Diese Kundenliste wurde von Nvidia im Rahmen der Vorstellung bekannt gegeben und unterstreicht das frühe Interesse führender KI-Akteure an der neuen CPU-Architektur.
Angriff auf Intel und AMD: Vera verändert den Server-CPU-Markt
Mit Vera tritt Nvidia in direkte Konkurrenz zu den x86-CPUs von Intel und AMD. Die von Nvidia versprochene 1,8-fache Pro-Kern-Leistung gegenüber Epyc und die unabhängigen Tests von Phoronix belegen, dass die ARM-basierte CPU leistungsmäßig mithalten kann. Die Ankündigung, dass führende KI-Labore und Hyperscaler Vera einsetzen wollen, signalisiert eine hohe Kundenakzeptanz: Laut CNBC könnten Cloud-Anbieter Vera anstelle von AMD- und Intel-Prozessoren einsetzen, und die bereits ermöglichten Bestellungen chinesischer Kunden zeigen eine konkrete Nachfrage. Sollten diese Großkunden Vera in großem Maßstab einsetzen, könnte dies den ARM-Anteil im Servermarkt deutlich steigern, da ihre Rechenzentren traditionell von x86-Prozessoren dominiert werden und ein Wechsel zu Vera das ARM-Ökosystem nachhaltig stärken würde, wie CNBC analysiert.
Da Nvidia bereits den GPU-Markt für KI dominiert, erlaubt die Integration von Vera als Host-CPU in seine Plattformen wie Vera Rubin und BlueField-4 STX eine engere Kontrolle der gesamten KI-Infrastruktur, weil das Unternehmen nun sowohl die Beschleuniger- als auch die Host-Prozessoren aus eigener Hand bereitstellt. Durch die enge Verzahnung von Vera mit den eigenen GPU-Plattformen kann Nvidia die Interaktion zwischen CPU und GPU optimieren, die Abhängigkeit von Intel und AMD verringern und Kunden eine vertikal integrierte Lösung bieten. Die strategische Bedeutung der Kundenliste liegt darin, dass große KI-Fabriken früh auf Vera setzen und so Nvidias Position als Komplettanbieter festigen, während das ARM-Ökosystem im Rechenzentrum weiter etabliert wird – ein Schritt, der laut CNBC einen neuen Kampfplatz im KI-Servermarkt eröffnet.



