Microsoft stellt agentisches ERP für Dynamics 365 vor
Die Ankündigung steht in der AI-at-Work-Roadmap. Funktionsumfang der Public Preview und Datum bleiben offen.
Mit KI erstellt◆ Fakten auf einen Blick
- Microsoft nennt "Introducing new agentic ERP capabilities in Dynamics 365" in der AI-at-Work-Roadmap.
- Microsoft stellte seine Vision eines agentischen ERP auf der Directions for Enterprise in Kopenhagen vor.
- Die AI-at-Work-Roadmap wird dauerhaft und zeigt Neuheiten sowie Funktionen bis März 2027.
- Dynamics-365-MCP-Server sollen Agenten mit denselben Berechtigungen und Audit-Trails wie Menschen arbeiten lassen.
- Microsoft Entra Agent ID ist ein eigenes Framework zur Authentifizierung und Autorisierung von KI-Agenten.
Microsoft hat eine Vision für ein agentisches ERP auf Basis von Dynamics 365 vorgestellt. Die Ankündigung mit dem Titel „Introducing new agentic ERP capabilities in Dynamics 365“ steht in der Liste der jüngsten Meldungen zur AI-at-Work-Roadmap. Laut Microsoft sollen Menschen und KI in diesem ERP-Konzept zusammenarbeiten und dabei über klassische Anwendungsgrenzen hinweg agieren. Präsentiert wurde es mit Dynamics-365-Partnern auf der erstmals ausgerichteten Directions for Enterprise in Kopenhagen. Die Roadmap nennt geschätzte Termine. Alle Angaben können sich ändern.
Welche Funktionen die Public Preview umfasst, zeigt der vorliegende Auszug nicht. Auch ein Datum fehlt, denn die Roadmap nennt im Auszug keines. PlanAxion dagegen nennt den 23. September 2026 als Tag, an dem Microsoft die Vision offiziell gemacht habe, und verweist auf einen Finance-Agenten in Copilot, Excel, Outlook und Teams. Ob beide Quellen dasselbe Ereignis meinen, etwa eine Vision im September und ein späterer Start der Preview, oder ob ihre Angaben voneinander abweichen, bleibt offen.
Von festen Release Waves zur always-on-Roadmap bis März 2027
Mit der AI-at-Work-Roadmap löst sich Microsoft von den Release Waves und setzt auf eine dauerhafte Roadmap. Das dazugehörige Update zeigt Highlights, die neu sind oder bis März 2027 erscheinen sollen. Der Release-Wave-1-Plan für 2026 hatte agentische Neuerungen in Sales, Service, Finance, Supply Chain, HR und Commerce vorgesehen, und zwar für April bis September 2026. Microsoft weist darauf hin, dass geplante Funktionen sich verschieben oder entfallen können. Die entsprechenden Learn-Seiten sind seit Oktober 2026 archiviert und werden nicht mehr gepflegt.
Ob die jetzt vorgestellten Funktionen tatsächlich neu sind oder bereits angekündigte Vorhaben unter neuem Namen laufen, lässt sich ohne Volltext nicht klären. Der Preview-Status einzelner Funktionen lässt sich nicht überprüfen.
MCP-Server und Entra Agent ID: Microsoft will Agenten absichern
Für die Absicherung nennt Microsoft zwei Bausteine. Dynamics-365-MCP-Server sollen die Plattform „agent-ready“ machen. Agenten arbeiten dann auf der Transaktionsschicht mit denselben Datenmodellen, Regeln, Berechtigungen, Sicherheitsvorgaben und Audit-Trails wie menschliche Nutzer, innerhalb der von Menschen definierten Leitplanken. Entra Agent ID ist ein eigenes Authentifizierungs- und Autorisierungsframework für KI-Agenten. Administratoren sollen Agenten damit zentral erkennen, überwachen und steuern können. Zudem sollen sie Agenten per Richtlinien absichern, statt sie als Vollnutzer oder generische Apps zu behandeln. Als Hintergrund nennt Microsoft, dass autonome Agenten unvorhersehbar handeln und auf sensible Daten zugreifen können.
Das sind Herstellerangaben. Microsoft beschreibt Business-Anwendungen als „Systems of Action“ und wirbt mit dem Satz „Be ready for whatever comes next with agentic ERP“. Als Argument dient außerdem die Einstufung von Dynamics 365 als Leader in mehreren Gartner Magic Quadrants. Unabhängig geprüft wurde sie hier nicht.
In Dynamics 365 Finance and Operations erfasst die Security-Governance-Funktion Rollenänderungen im Security-Audit-Trail. Sie arbeitet mit Benutzern aus der Sicherheitsverwaltung, nicht mit Gruppen, die über Entra ID zugewiesen werden. Einen Bezug zu den neuen Agenten stellt das Material nicht her. Berechtigungen und Freigaben müssen Finanzabteilungen, ERP-Administratoren und Partner klären. Auswirkungen für Deutschland sind nicht belegt.



