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Microsoft gibt Copilot-Studio-Agenten eigene Konten mit Postfach und Entra-ID

Die Agent-Konten gehören zum Frontier-Preview-Programm. Zur technischen Einordnung des Kontos und zu Kontrollen ohne Agent 365 macht Microsoft bislang keine Angaben.

· Veröffentlicht: 28.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Microsoft gibt Copilot-Studio-Agenten eigene Konten mit Postfach und Entra-IDMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Ein Konto gibt einem Copilot-Studio-Agenten eigene Entra-ID, Postfach und Präsenz in Microsoft 365.
  • Frontier-Registrierung liefert Frontier-for-AI-Teammates-Lizenzen, die pro Agent zugewiesen werden und Voraussetzung sind.
  • Das Feature gehört zum Frontier-Preview-Programm; Verfügbarkeit und Funktionen können sich ändern.
  • Für den Agenten gilt nutzungsbasierte Abrechnung; Nutzen, Bauen, Testen und Evaluieren verbrauchen Copilot Credits.
  • Microsoft kündigt Agent-Konten und Business Process Memory an; Agenten sollen in Teams und Outlook ansprechbar sein.

Copilot-Studio-Agenten bekommen eigenes Postfach und eigene Entra-ID

Microsoft führt für Copilot-Studio-Agenten sogenannte Agent-Konten ein. Damit erhält ein Agent eine eigene Identität in Microsoft 365: eine Microsoft-Entra-ID, ein Postfach und eine Präsenz. Nutzer sprechen ihn in Teams und Outlook direkt an, stellen Fragen, übergeben Aufgaben oder liefern Updates, ohne einen separaten Agenten-Chat zu öffnen. Über unterstützte E-Mail-, Teams- und Office-Kommentar-Szenarien lässt sich der Agent außerdem über Antworten, Kommentare und @Erwähnungen ansprechen. Für den Entwurf von Prozessen verweist Microsoft auf aktuelle Einschränkungen.

Neu sind vor allem Postfach und Präsenz. Copilot Studio vergibt Agenten bereits heute automatisch Entra Agent IDs. Technisch handelt es sich um Dienstprinzipale mit dem Subtyp „Agent“. Agenten, die vor der Einführung der Entra Agent ID im Mai 2026 entstanden sind, nutzen weiterhin klassische App-Registrierungen.

Die Agent-Konten kündigt Microsoft zusammen mit Business Process Memory an. Gemeinsam mit Triggern im GitHub-Copilot-Harness soll Copilot Studio nach Unternehmensangaben zur Plattform für dauerhafte, proaktive Agenten werden. Versprochen wird, Nutzer könnten damit „echte Arbeit“ an digitale Teammitglieder delegieren. Diese gehörten Organisationen, überdauerten Rollen und Mitarbeitende, nähmen Kontext mit und verbesserten sich mit der Zeit. Das ist eine Herstellerangabe. Die veröffentlichte Dokumentation belegt sie nicht. Prüfen ließe sie sich nur in längeren Praxistests.

Preview-Status, Lizenz pro Agent und Abrechnung nach Nutzung

Laut Microsoft-Learn-Dokumentation gehört das Feature zum Frontier-Preview-Programm. Die Doku kennzeichnet sich selbst als Vorabversion. Funktionen und Verfügbarkeit können sich ändern, und es gelten die Preview-Bedingungen der Kundenverträge.

„Public Preview“ ist ein eigener Microsoft-Begriff und nicht ohne Weiteres mit „Frontier preview“ gleichzusetzen. In der Dokumentation zu den Agent-Konten kommt er nicht vor. In Microsofts Roadmap taucht er für ein anderes Produkt auf, nämlich Microsoft Contact Center Intelligence. Ob beide Begriffe dasselbe meinen, geht aus den veröffentlichten Unterlagen nicht hervor.

Meldet sich ein Tenant für Frontier an, erhält er Microsoft-365-Frontier-for-AI-Teammates-Lizenzen. Sie werden pro Agent zugewiesen. Ohne sie lässt sich das Konto des Agenten nicht anlegen.

Hinzu kommt die Abrechnung nach Nutzung. Nutzen, Bauen, Testen und Evaluieren eines Agenten können Copilot Credits verbrauchen.

Was Tenant-Admins jetzt klären müssen und was offen bleibt

Organisationen, die Microsoft Agent 365 einführen, können Copilot-Studio-Agenten als Identitäten in Entra abbilden. Danach steuern sie diese über Conditional Access, rollen- und attributbasierte Zugriffssteuerung sowie Access-Governance-Workflows. Agent 365 soll als zentrale Kontrollebene neben bestehende Power-Platform- und Microsoft-365-Mechanismen treten.

Als Leitlinien empfiehlt Microsoft eine eigene Identität pro Agent. So bleiben Aktionen nachvollziehbar, und geteilte Zugangsdaten entfallen. Zugriffe sollen dem Least-Privilege-Prinzip folgen. Dass sich weitere Agenten ergänzen lassen, ohne dass das Risiko proportional steigt, ist Microsofts eigene Aussage. Unabhängig belegt ist sie nicht.

Offen ist, ob das Agent-Konto technisch ein eigener Objekttyp oder eine Erweiterung der Agent ID ist. Die veröffentlichte Dokumentation nennt dazu nichts. Ebenso fehlt die Angabe, welche Kontrollen Organisationen greifen, die Agent 365 nicht einsetzen.

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Jasmin Freitag
Redaktion · KI-Anwendungen & Tools

Jasmin Freitag beobachtet für KI Spotlight die praktische Seite der künstlichen Intelligenz: neue Anwendungen, generative Werkzeuge, kreative KI und den Einsatz von Tools im Alltag und in Unternehmen. Sie erklärt praxisnah, was ein Werkzeug wirklich taugt.

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