Machenta sammelt 40 Millionen Dollar für Roboter, die aus einer Demonstration lernen sollen
Das Imperial-Spin-off aus London tritt aus dem Stealth-Modus. Die Kernbehauptung, ein rein in Simulation trainiertes Modell lerne eine Aufgabe aus einer einzigen Vorführung, ist bislang nicht unabhängig belegt.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Machenta kündigte am 27.10.2026 eine Seed-Runde über 40 Mio. USD an, geführt von Creandum und Union Square Ventures.
- Machenta wurde 2025 in London als Ausgründung des Imperial College London gegründet.
- Gründer Edward Johns ist CEO und Professor für Robot Learning am Imperial College London.
- Die Forschung begann vor sechs Jahren im Robot Learning Lab des Imperial College.
- Machenta gibt an, sein Foundation Model sei vollständig in Simulation ohne reale Daten trainiert.
Machenta sammelt 40 Millionen Dollar für Roboter, die aus einer Demonstration lernen sollen
Das Londoner Robotik-Startup Machenta tritt aus dem Stealth-Modus. Am 27. Oktober 2026 kündigte es eine Seed-Runde über 40 Millionen US-Dollar an. Angeführt wird sie gemeinsam von Creandum und Union Square Ventures, dazu kommen mehrere Business Angels. Eine Bewertung hat das Unternehmen laut Business Insider nicht offengelegt.
Machenta entstand 2025 als Ausgründung des Imperial College London. Laut Techfundingnews beschäftigt die Firma 11 Mitarbeitende. Gründer sind Edward Johns, Professor für Robot Learning am Department of Computing von Imperial und zugleich CEO, sowie Vitalis Vosylius. Die Quellen bezeichnen Vosylius teils als Doktoranden, teils als ehemaligen Doktoranden.
Businesscloud nennt eine Runde über 30 Millionen Pfund. Das dürfte eine Währungsumrechnung sein, das Material erläutert es jedoch nicht. Die Behauptung, es handle sich um die größte Seed-Runde, die je ein britisches Robotik-Startup eingesammelt habe, stammt von Imperial und Machenta selbst. Medien haben sie übernommen. Unabhängig geprüft ist sie nicht.
Nur in Simulation trainiert: Was Machenta über „Instant Robot Learning“ behauptet
Machenta entwickelt nach eigenen Angaben ein Foundation Model namens „Instant Robot Learning“. Korthos nennt es ein „vision-demo-action model“. Trainiert sei es vollständig in Simulation. Johns sagte Business Insider, das Modell nutze kein „single pixel of real-world data“. Nach einer einmaligen Vorführung soll es eine neue Aufgabe ohne weiteres Training ausführen. Genannt werden Verpacken, Montieren und Aufräumen. Ein Modell solle auf verschiedenen Robotern laufen, darunter Humanoide.
Die Forschung begann vor sechs Jahren im Robot Learning Lab von Johns. Frühe Experimente brauchten nach einer geführten Demonstration noch rund 30 Minuten zusätzliche Datenerhebung, bevor der Roboter selbstständig arbeitete.
Belege für die Kernbehauptung fehlen bislang. Weder ein Paper noch Benchmarks, Demovideos oder Kundenpiloten sind aufgetaucht. Fast alle Quellen geben dieselbe Mitteilung von Imperial und dem Unternehmen wieder. Das „breakthrough AI model“ im Wortlaut von Imperial ist eine Eigenaussage.
Einzelne Quellen weichen ab. Aipressroom und aixpoint sprechen von „einer oder zwei“ Demonstrationen pro Aufgabe. Aipressroom schreibt zudem von einem „überwiegend“ simulierten Training. Das ist wahrscheinlich eine ungenaue Paraphrase. Gesichert ist: Die Demonstration zur Aufgabenzeit findet real statt. „Keine realen Daten“ bezieht sich nur auf das Vortraining. Aixpoint merkt außerdem an, dass präzise Aufgaben und komplexe Bewegungen schwierig bleiben.
Büro in King's Cross, mehr Rechenleistung und eine Warteliste statt Produkt
Das Geld soll in Teamwachstum, mehr Rechenleistung und mehr simulierte Daten fließen. Außerdem plant Machenta ein neues Büro mit Labor in King's Cross. Ein Produkt gibt es noch nicht. Korthos zufolge nimmt die Firma Interessenbekundungen für künftigen Modellzugang entgegen. Aixpoint beschreibt das Unternehmen als Forschungsfirma ohne kurzfristige kommerzielle Pläne. Der Satz ist im Material allerdings abgeschnitten.
Machenta grenzt sich nach eigener Aussage von den meisten Wettbewerbern ab, die auf große reale Datensammlungen setzen. Die Simulationsmethode umgehe zudem deren Datenschutz- und Datenzugangsprobleme. Das ist Selbstdarstellung. Vergleichstests liegen nicht vor.
Offen ist außerdem, ob die Angaben von Korthos belastbar sind. Dazu gehören die Nennung von Hoxton Ventures als Unterstützer und eine Anteilszuteilung von rund 22,73 Millionen Pfund. Andere Quellen bestätigen beides nicht. Entscheidend bleibt die unabhängige Überprüfung der Ein-Demonstrations-Fähigkeit. Die steht noch aus.



