Live In 40 von 41 lokalen Abstimmungen stimmen Wähler gegen den Ausbau von Rechenzentren
↘

KI-Wahlspots kosten im US-Zwischenwahlkampf Hunderte Millionen Dollar

Das Wesleyan Media Project zählt für 2026 dreistellige Millionenbeträge. 2024 lagen die Ausgaben unter 50.000 Dollar. Den größten Teil stammt von republikanischer Seite, und die meisten Spots tragen keinen KI-Hinweis.

· Veröffentlicht: 05.11.2026 ·2 Min Lesezeit
KI-Wahlspots kosten im US-Zwischenwahlkampf Hunderte Millionen DollarMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Das Wesleyan Media Project zählte 2024 weniger als 50.000 US-Dollar Ausgaben für KI-generierte Wahlspots.
  • Laut Wesleyan-Bericht vom Oktober lagen die Ausgaben für knapp 300 KI-Spots bei über 187 Mio. US-Dollar.
  • Über 90 % der Ausgaben stammten von republikanischen Kandidaten, einem Parteikomitee oder republikanisch ausgerichteten Gruppen.
  • Über 70 % der KI-Videos trugen laut Wesleyan keinen Hinweis auf KI-Einsatz.
  • Auf Bundesebene gibt es kein umfassendes Gesetz; rund 30 Bundesstaaten haben eigene Regeln.

KI-Spots: von unter 50.000 Dollar auf Hunderte Millionen

Im US-Zwischenwahlkampf 2026 geben Kampagnen und Unterstützergruppen Millionenbeträge im dreistelligen Bereich für KI-generierte oder KI-verbesserte Wahlspots aus. Für den Wahlzyklus 2024 zählte das Wesleyan Media Project, eine Forschungsgruppe, die politische Werbung auswertet, weniger als 50.000 US-Dollar.

Der Oktober-Bericht der Gruppe nennt über 187 Millionen US-Dollar für knapp 300 Spots. Die Forschenden betonen ausdrücklich, dass dies eine Untergrenze ist. Viele Spots tragen keinen Hinweis auf KI. Mit bloßem Auge lässt sich der Einsatz kaum erkennen.

Frühere Zwischenstände lagen niedriger. Ein Beitrag der Forschenden nannte rund 80 Millionen US-Dollar für fast 170 Spots. Ein weiterer Bericht kam auf 137 Millionen US-Dollar für 220 Videos bis zum 11. Oktober. Vermutlich handelt es sich um verschiedene Stichtage derselben Zählung. Belegt ist das nicht: Datum und Methodik der übrigen Zahlen sind im Material nicht ausgewiesen. Jede Zahl gilt daher nur mit ihrem Datum.

Über 90 Prozent der Ausgaben stammen von republikanischer Seite

Nach den Wesleyan-Daten entfallen über 90 Prozent der Ausgaben auf republikanische Kandidaten, ein republikanisches Parteikomitee oder republikanisch ausgerichtete Gruppen. Mehr als 70 Prozent der KI-Videos tragen keinen Hinweis auf KI. Auch CNBC und AFP berichten, dass die meisten Spots ohne Kennzeichnung laufen.

AFP schreibt, auf beiden Seiten des politischen Spektrums kämen die Deepfake-Spots zum Einsatz. Das steht nicht im Widerspruch zu den Wesleyan-Zahlen. AFP beschreibt die Nutzung qualitativ. Wesleyan misst dagegen die Ausgaben und findet dabei eine stark ungleiche Verteilung.

Die Spots reichen von hyperrealistischen Deepfakes bis zu dezenten Bearbeitungen. Alexandria Ocasio-Cortez taucht in mindestens fünf Spots auf, vor allem bei republikanischen Werbetreibenden.

Talarico, El-Sayed und Hochul: Hinweise nur im Kleingedruckten oder gar nicht

Im September lief auf Newsmax ein KI-Spot gegen den texanischen Demokraten James Talarico. Darin sagt der republikanische Senatskandidat Ken Paxton, er billige den Spot. Ein Hinweis auf KI steht nur im Kleingedruckten gegen Ende: „certain video content“ sei per KI erstellt worden.

Das Political Action Committee Front Line Action, das Senator Ted Cruz nahesteht, gab laut Meldung bei der Federal Election Commission über 92.000 US-Dollar gegen Abdul El-Sayed in Michigan aus. Dieser Spot trägt den Hinweis „created in whole or in part with the use of artificial intelligence“.

CNBC fand außerdem ein unmarkiertes KI-Video der demokratischen Gouverneurin Kathy Hochul. Veröffentlicht hatte es ihr republikanischer Herausforderer Bruce Blakeman.

Bundesstaaten statt Bundesgesetz

Auf Bundesebene gibt es kein umfassendes Gesetz zu KI in politischer Werbung. Rund 30 Bundesstaaten haben eigene Regeln mit unterschiedlichen Anforderungen an Einsatz und Kennzeichnung. Kandidaten halten sich daran nicht immer. Die Wesleyan-Forschenden sprechen von einem Flickenteppich.

Analysten erwarten laut einem der Berichte, dass solche Spots weiter zunehmen. Das ist eine Prognose, kein belegter Fakt.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. cnbc.com ↗

Ähnliche Artikel