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KI misst Herzleistung im MRT nur minimal besser als Kliniker

Eine Studie in The Lancet Digital Health mit 27.382 Patienten zeigt einen kleinen Vorsprung bei der Sterblichkeitsvorhersage. Die Schlagzeile „KI übertrifft Kliniker“ geht über den Befund hinaus.

· Veröffentlicht: 07.11.2026 ·1 Min Lesezeit
KI misst Herzleistung im MRT nur minimal besser als KlinikerMit KI erstellt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Die Studie erschien am 2. November online in The Lancet Digital Health, Leitung George Joy.
  • Geprüft wurde, ob eine Deep-Learning-Segmentierung der Ejektionsfraktion aus Herz-MRT die Expertensegmentierung übertrifft bei der Vorhersage der Gesamtsterblichkeit.
  • Retrospektiv analysiert wurden 27.382 konsekutive Patienten aus Großbritannien und den USA.
  • Nach medianer Nachbeobachtung von 5,6 Jahren gab es 3.458 Todesfälle (13 %).
  • Die KI-EF zeigte ΔAIC 161 und ΔC-Index 0,033; adjustiert ΔAIC 59 und ΔC-Index 0,004.

Ein KI-Prototyp namens 1CMR (Hersteller: MycardiumAI) segmentiert im Herz-MRT den linken Ventrikel und errechnet daraus die Ejektionsfraktion. Ein Team um George Joy (City St George's, University of London) verglich die Ergebnisse mit den Messwerten der Kliniker aus dem Originalbefund. Die Studie erschien am 2. November in The Lancet Digital Health.

Untersucht wurde eine retrospektive Kohorte mit 27.382 konsekutiven Patienten aus Großbritannien und den USA. Die mediane Nachbeobachtung betrug 5,6 Jahre. In dieser Zeit starben 3.458 der Patienten.

Der Unterschied in der Diskrimination (ΔC-Index) liegt bei 0,033. Nach Adjustierung für Alter und Geschlecht schrumpft er auf 0,004. Deutlicher fallen die Unterschiede bei der Modellgüte aus (ΔAIC 161, adjustiert 59). Die Schlagzeile „KI übertrifft Kliniker“ ist damit stärker, als der Befund trägt. Selbst Inside Precision Medicine formuliert vorsichtiger: „marginally outperforms“.

Die Autoren sehen KI als Erstansatz unter klinischer Aufsicht. Sie nennen die Verbesserungen marginal, halten sie aber womöglich für relevant auf Bevölkerungsebene und in Hochrisikogruppen.

Joy spricht von einer „kleinen, aber bedeutsamen“ Verbesserung. Das ist die Einschätzung des Studienleiters, keine gesicherte Tatsache. Zu Zulassung oder Handlungsbedarf liegen keine Angaben vor.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. hyper.ai ↗

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