Hochfrequenzhändler investieren Milliarden in KI-Rechenleistung
Laut Bloomberg setzen Jane Street und Hudson River Trading auf CoreWeave, Chip-Start-ups und eigene Rechenzentren. Der genannte Faktor 10 bis 20 stützt sich auf eine einzelne, unpräzise Schätzung.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Jane Street beteiligte sich direkt mit einer Milliarde Dollar an CoreWeave.
- Jane Street sagte CoreWeave sechs Milliarden Dollar für Rechenleistung zu.
- Jane Street betreibt ein Rechenzentrum in Texas mit mehr als 4.000 Nvidia-GPUs.
- Jane Street führte eine Finanzierungsrunde beim Chip-Start-up Etched an und wurde erster Kunde von dessen KI-Chip.
Jane Street und Hudson River Trading setzen Milliarden auf CoreWeave und eigene KI-Hardware
Große Hochfrequenzhändler investieren Milliarden in Cloud-Verträge, Chip-Start-ups und eigene Rechenzentren. Bloomberg berichtet darüber, The Decoder und Emergent geben den Bericht wieder. Als Grund nennen die Berichte den wachsenden Einsatz von maschinellem Lernen für Marktprognosen. Dafür brauchen die Händler mehr Rechenleistung.
Bei Jane Street nennt das Material mehrere Posten. Der Händler beteiligte sich direkt mit einer Milliarde Dollar an CoreWeave. Dort sagte er außerdem sechs Milliarden Dollar für Rechenleistung zu. Hinzu kommt ein eigenes Rechenzentrum in Texas mit mehr als 4.000 Nvidia-GPUs. Jane Street führte zudem eine Finanzierungsrunde beim Chip-Start-up Etched an und wurde erster Kunde von dessen KI-Chip. Der Chip soll dank niedrigerer Spannung mehr Leistung erbringen. Das ist eine Angabe des Herstellers. Das Material prüft sie nicht.
Hudson River Trading gibt nach Angaben seines KI-Chefs Iain Dunning jährlich eine Milliarde Dollar für KI aus. Zudem hat das Unternehmen einen Mehrjahresvertrag mit CoreWeave geschlossen. Es handelt sich um eine Firmenangabe zu den eigenen Ausgaben. Vorliegend ist sie nur über The Decoder, also aus zweiter Hand.
Beide Fachmedien stützen sich erkennbar auf dieselbe Bloomberg-Quelle. Ihre Berichte bestätigen sich deshalb nicht gegenseitig. Das Bloomberg-Original lag der Redaktion nicht vor.
XTX baut in Finnland, Optiver exportiert sein Rechenzentrumsmodell. Kosten und veraltende Chips bleiben ein Risiko
XTX Markets baut laut Material ein Rechenzentrum in Finnland. Emergent nennt dafür eine Investition von 1 Mrd. Euro. Der vorliegende Text bricht an dieser Stelle jedoch ab, daher lässt sich die Summe nicht sicher zuordnen.
Nur Emergent berichtet, Hudson River Trading betreibe Server in einem ehemaligen norwegischen Bergwerk, das mit Fjordwasser gekühlt werde. Eine zweite Quelle dafür fehlt. Ebenfalls nur bei Emergent steht, Optiver habe Investitionen in Milliardenhöhe geplant. Das Unternehmen übertrage sein US-Rechenzentrumsmodell nach Europa und Asien.
Als Risiko nennt Bloomberg steigende Kosten und schnell veraltende Chips. Optiver-Chef Jan Boomaars hält laut The Decoder dennoch Untätigkeit für gefährlicher. Emergent spitzt das zu: Rechenkapazität sei für das Überleben der Händler „nicht verhandelbar“. Das ist eine zugespitzte Sicht der Branche, kein überprüfter Befund.
Faktor 10 bis 20: Eine Schätzung, die beide Quellen unterschiedlich wiedergeben
Die Zahl, wonach die Ausgaben für Rechenleistung zehn- bis zwanzigmal höher liegen als vor dem Start von ChatGPT, geben die beiden Medien unterschiedlich wieder. The Decoder schreibt von der Schätzung eines namentlich nicht genannten Managers. Emergent spricht dagegen von „Branchenmanagern“ im Plural.
Vermutlich liegt der Unterschied in der Wiedergabe desselben Bloomberg-Textes. Ob eine oder mehrere Personen die Schätzung geäußert haben, lässt sich ohne das Original nicht klären. Offen bleibt auch die Bezugsgröße. Keine Quelle sagt, ob Compute-Budget, Hardware-Investitionen oder Gesamtausgaben gemeint sind. Die Zahl ist daher als einzelne, unpräzise belegte Schätzung zu lesen und nicht als gemessener Wert.



