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Harvard-Studie: 30 Prozent mehr Code, aber keine statistisch nachweisbar mehr ausgelieferte Software

Chen und Stratton finden in einem Arbeitspapier bei über 700 Softwarefirmen keinen signifikanten Effekt von KI-Coding-Agenten auf fertige Produkte. Die Angaben stammen aus zweiter Hand und sind unbestätigt.

· Veröffentlicht: 20.10.2026 ·1 Min Lesezeit
Harvard-Studie: 30 Prozent mehr Code, aber keine statistisch nachweisbar mehr ausgelieferte SoftwareMit KI erstellt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Ein Harvard-Arbeitspapier (Chen/Stratton) wertet Daten von über 700 Softwarefirmen aus.
  • Nach der Einführung von KI-Coding-Agenten stieg der produzierte Code pro Entwickler um rund 30 Prozent.
  • Die ausgelieferte fertige Software veränderte sich statistisch nicht signifikant.
  • Als Engpass wird vor allem das Code-Review genannt.
  • Die Darstellung stützt sich auf eine dev.to-Zusammenfassung, der t3n-Artikel lag nicht vor.

30 Prozent mehr Code pro Entwickler, aber keine signifikant höhere Auslieferung

Entwickler schreiben nach der Einführung von KI-Coding-Agenten deutlich mehr Code. Die Firmen liefern deshalb aber nicht mehr fertige Software aus. So lautet der Befund eines Harvard-Arbeitspapiers von Chen und Stratton, das Daten von über 700 Softwarefirmen auswertet. Der produzierte Code pro Entwickler stieg demnach um rund 30 Prozent. Die ausgelieferte fertige Software veränderte sich dagegen nicht statistisch signifikant.

Die Untersuchung blickt auf die Firmenebene, nicht auf einzelne Entwickler. Damit verschiebt sich die Frage. Mehr Output pro Person schlägt sich in diesem Datensatz nicht in mehr ausgelieferter Software des Unternehmens nieder. Ein Plus beim Einzelnen ist also noch kein Plus für das Unternehmen. Entscheidend bleibt, was fertig wird und das Haus verlässt.

Code-Review als genannter Engpass, Angaben aus zweiter Hand

Als Engpass nennt die Untersuchung vor allem das Code-Review. Mehr erzeugter Code muss geprüft werden, bevor er ausgeliefert werden kann. Diese Prüfung bremse die Lieferung demnach, selbst wenn das Schreiben schneller gehe.

Die Angaben sind unbestätigt. Weder das Original-Paper (SSRN/HBS) noch der t3n-Artikel lagen vor. Die Darstellung stützt sich auf eine Zusammenfassung auf dev.to. Zahlen, Einordnung und der Befund zum Review sind damit nicht an der Primärquelle geprüft.

Zu Unterschieden zwischen Junior- und Senior-Entwicklern enthält das vorliegende Material keine Aussagen. Auch zur Lage in Deutschland fehlt jeder Hinweis.

Als Einordnung, nicht als belegte Folge: Mittelbar betroffen wären Softwarefirmen, die gleichzeitig in KI-Coding-Agenten und in Review-Teams investieren. Ob sich dort tatsächlich ein Engpass zeigt, müsste die Originalstudie klären.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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