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Google schaltet Gemini und Suche für Schülerkonten standardmäßig ab

Schulen müssen Dienste für K-12-Konten einzeln aktivieren. Die Suche gibt es nur mit AI Mode und AI Overviews. Ein Abschalttermin steht nicht fest.

· Veröffentlicht: 04.11.2026 ·3 Min Lesezeit
Google schaltet Gemini und Suche für Schülerkonten standardmäßig abMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Google kündigt Guided Learning global in Google Classroom an; Guided-Learning-Fähigkeiten kommen in die Suche.
  • Für K-12-Schülerkonten sind Gemini-Dienste und Google Search deaktiviert, bis Schuladministratoren sie einschalten.
  • Die aktivierbare Suche für Schulen enthält AI Mode und AI Overviews.
  • Schulen, die KI vollständig ablehnen, verlieren den Suchzugang ihrer Schüler.
  • Der Pilot von Guided Learning in der Suche läuft später im November in ausgewählten US-Schulen.

Google dreht Gemini und Suche für Schülerkonten auf Opt-in zurück

Google hat am 3. November 2026 angekündigt, Gemini, Gemini Notebook, Gemini in Classroom und Google Search für K-12-Schülerkonten vollständig abzuschalten. Die Dienste bleiben aus, bis Schuladministratoren sie ausdrücklich aktivieren. Das geht aus einem Blogpost von Chris Phillips hervor, Vice President und General Manager Education bei Google. Jede Schule kann die Dienste einzeln einschalten.

Damit nimmt Google eine Entscheidung vom August zurück. Am 4. August hatte das Unternehmen angekündigt, Gemini in Classroom ab dem 10. August für Schüler aller Altersgruppen bereitzustellen, sofern der Admin den Zugang zu Gemini bereits gewährt hatte. Wo das zutraf, war die Funktion also standardmäßig aktiv. Das löste Kritik von Schulleitungen, Eltern und Kinderentwicklungsexperten aus.

Der Druck kam auch aus der Politik. Sundar Pichai geriet wegen der standardmäßig aktivierten KI-Funktionen unter Druck von US-Senatoren; genannt wird eine Anfrage von Richard Blumenthal und Josh Hawley. Anfang September schränkten außerdem die zwei größten US-Schulsysteme den Einsatz von KI ein. New York City untersagte Schülern bis zur 8. Klasse generative KI in diesem Schuljahr. Los Angeles Unified sperrte sie auf schuleigenen Geräten, einschließlich der in Google Workspace integrierten Funktionen.

Wer die Suche aktiviert, bekommt AI Mode und AI Overviews mit

Die Suche, die Schulen freischalten können, enthält AI Mode und AI Overviews. Eine Variante ohne KI-Schicht gibt es nicht. Schulen, die KI komplett ablehnen, verlieren damit auch den Schülerzugang zur Suche. Schüler sehen dann einen Hinweis ihrer Schule, dass die Suche nicht verfügbar ist. Phillips sagte der New York Times, Suche und KI seien „deeply integrated“.

Google formuliert es so: Die Ankündigungen gäben Schulen „mehr Wahl, nicht weniger“. Das ist eine Herstellerangabe. Kritiker widersprechen. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani schrieb auf X, Google versuche, „seine Monopolmacht zu nutzen, um KI in unsere öffentlichen Schulen zu zwingen“. Auch Bernie Sanders und Lina Khan kritisierten die Kopplung von Suche und KI. Aus ihrer Sicht haben Schulen dadurch keine echte Wahl.

Beide Seiten beziehen sich auf dieselbe Tatsache. Die Dienste lassen sich formal einzeln schalten, die Suche aber nicht ohne KI. Google wertet das als Produktintegration, Kritiker als Kopplung.

Guided Learning kommt in Classroom, der Abschalttermin bleibt offen

Parallel macht Google Guided Learning weltweit in Google Classroom verfügbar. Das Werkzeug soll sich an den Unterrichtsmaterialien orientieren. Lehrkräfte können Aktivitäten zuweisen und den Fortschritt der Schüler einsehen. Später im November startet außerdem ein Pilot, der Guided Learning in ausgewählten US-Schulen in die Suche bringt.

Nach Angaben von Google führt die KI in der Schulsuche Schüler Schritt für Schritt durch Aufgaben, sodass sie keine schnellen Antworten auf Schulaufgaben erhalten. Die Aussage, Guided Learning sei in enger Erprobung mit Schulen und Lehrkräften entstanden, stammt ebenfalls von Google. Unabhängige Belege dafür liegen nicht vor.

Offen bleibt, wann die Abschaltung greift. Google will Schulen „in den kommenden Monaten“ vor dem Rollout weitere Einzelheiten mitteilen. Der Boston Globe nennt „early next year“. Ein konkretes Datum nennt keine der Quellen.

J
Jasmin Freitag
Redaktion · KI-Anwendungen & Tools

Jasmin Freitag beobachtet für KI Spotlight die praktische Seite der künstlichen Intelligenz: neue Anwendungen, generative Werkzeuge, kreative KI und den Einsatz von Tools im Alltag und in Unternehmen. Sie erklärt praxisnah, was ein Werkzeug wirklich taugt.

Quellen

  1. hyper.ai ↗

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