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DeepMind-Beschäftigte kündigen wegen Googles Militärverträgen

Laut BBC verlassen mehrere Mitarbeitende die KI-Tochter, namentlich Sofia Liguori und Andreas Kirsch. Sie kritisieren Aufsicht und Redefreiheit. Google verweist auf einen Prüfprozess. Vertragstext und unabhängige Prüfung fehlen.

· Veröffentlicht: 23.10.2026 ·2 Min Lesezeit
DeepMind-Beschäftigte kündigen wegen Googles MilitärverträgenMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Sofia Liguori, Research Engineer bei Google DeepMind in London, hat nach rund drei Jahren gekündigt.
  • Die BBC sprach mit mehreren Beschäftigten, die Google DeepMind wegen Militärverträgen verlassen haben.
  • Andreas Kirsch hat separat gekündigt; laut BBC ist Googles Governance für militärische und klassifizierte Einsätze unzureichend.
  • Google kündigte im April einen klassifizierten Militär-KI-Vertrag mit dem Pentagon an.
  • Google bestätigte gegenüber der BBC einen „konsistenten Prozess“ für die Prüfung solcher Verträge.

DeepMind-Beschäftigte kündigen wegen Googles Pentagon-Vertrag

Mehrere Beschäftigte von Google DeepMind haben wegen der Militärverträge ihres Konzerns gekündigt. Andere sind dabei, das Unternehmen zu verlassen. Das berichtet die BBC. Genannt wird unter anderem Sofia Liguori, Research Engineerin in London. Sie ging nach rund drei Jahren. Ihr Vertrag schränkt Äußerungen ein, trotzdem sprach sie exklusiv mit der BBC. „Realising my company is pushing more and more for AI systems in military operations makes me feel ashamed to work at Google“, sagte sie. Nach eigenen Angaben äußerte sie sich in persönlicher Funktion.

The Intercept zitiert unabhängig davon aus Liguoris internem Kündigungsschreiben. Darin heißt es, sie glaube nicht mehr, dass die Technologie der Gesellschaft insgesamt nütze. Als Grund nennt sie neben dem US-Geschäft auch Project Nimbus. Damit versorgt Google das israelische Militär mit KI-Werkzeugen. Im April hatte Google den klassifizierten Militär-KI-Vertrag mit dem Pentagon angekündigt. Danach nahm sich Liguori einen persönlichen „Sick-out“ aus Krankentagen und Urlaub.

Kirsch: Aufsicht über klassifizierte Einsätze reicht nicht aus

Der KI-Forscher Andreas Kirsch hat separat gekündigt. Laut BBC hält er Googles Governance und Aufsicht für militärische und klassifizierte Einsätze für unzureichend. Google könnte die Nutzung durch das Pentagon womöglich kaum kontrollieren oder untersagen, sobald die Systeme in klassifizierte Infrastruktur eingebunden sind.

Auf X schrieb Kirsch, Mitarbeitende scheuten Kritik an KI-Sicherheit und Kriegseinsatz. Der Grund seien Arbeitsverträge, die öffentliche Kritik an der Firma verbieten.

Das Abkommen soll Googles Modelle für „any lawful government purpose“ freigeben, auch für klassifizierte Militärarbeit. Diese Formulierung stammt aus einer Reuters-Meldung. Gadgetreview gibt sie wieder, Wocult bestätigt sie. Es handelt sich um Sekundärberichte, die sich vermutlich aufeinander stützen. Der Vertragstext liegt nicht vor. Google und das Pentagon haben die Formulierung nicht bestätigt.

Google verweist auf Prüfprozess und Schutz vor Vergeltung. Belegen lässt sich das nicht

Google erklärte gegenüber der BBC, bei Verträgen mit dem öffentlichen Sektor folge der Konzern einem „konsistenten Prozess“. Dazu gehörten die Einhaltung der Acceptable Use Policies und der AI Principles. Beschäftigte könnten Bedenken über Kanäle sicher melden, und Vergeltung sei streng untersagt. Dabei handelt es sich um Herstellerangaben.

Dem stehen die Schilderungen der Ausgeschiedenen gegenüber. Liguori sagte der BBC: „People are scared of retaliation and putting their career at risk.“ Kirsch hält die Aufsicht für unzureichend. Beide Seiten stützen sich auf Selbstauskunft und persönliche Erfahrung.

Unabhängig prüfen lässt sich keine der Darstellungen. Es fehlen der Vertragstext, eine unabhängige Prüfung und Angaben zu tatsächlichen Vergeltungsfällen. Ebenso wenig lassen sich Folgen für Google-Kunden oder Entwickler ableiten, etwa in der EU.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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