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Siri AI: Apples neuer Assistent startet – offene Fragen zu Gemini-Basis und Geräteunterstützung

Apples Superlative treffen auf Leaks und Widersprüche: Was Siri AI wirklich kann, bleibt vor dem Start am 14. September offen.

· Veröffentlicht: 14.09.2026 ·4 Min Lesezeit
Siri AI: Apples neuer Assistent startet – offene Fragen zu Gemini-Basis und GeräteunterstützungMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Apple hat am 8. Juni 2026 Siri AI vorgestellt.
  • Siri AI ist eine neue Version von Siri, die auf Apple Intelligence basiert.
  • Siri AI bietet persönlichen Kontext, Bildschirmwahrnehmung, App-Aktionen, Zugriff auf Webwissen und eine dedizierte App.
  • iOS 27 erscheint am 14. September 2026.
  • Siri AI ist auf iPhone 15 Pro und neuer, allen iPhone 16 Modellen, iPad mit M1+ und Mac mit M1+ verfügbar.
  • In der EU ist Siri AI auf iOS/iPadOS wegen DMA verzögert, aber auf macOS und visionOS verfügbar.

Siri AI: Apples neuer Assistent mit Konversation, Kontext und App-Aktionen

Apple hat am 8. Juni 2026 Siri AI vorgestellt, eine grundlegend überarbeitete Version des Sprachassistenten. Nach offiziellen Angaben basiert Siri AI auf Apple Intelligence und bringt mehrere neue Fähigkeiten mit: persönlichen Kontext, Bildschirmwahrnehmung, App-Aktionen, Zugriff auf Webwissen und eine dedizierte App. Die neue Version soll natürliche Konversationen ermöglichen und Nutzerdaten aus Nachrichten, E-Mails, Fotos und anderen Quellen einbeziehen.

iOS 27 erscheint am 14. September 2026. Siri AI ist auf iPhone 15 Pro und neueren Modellen, allen iPhone 16 Modellen, iPads mit M1-Chip und Macs mit M1-Chip verfügbar. In der Europäischen Union ist Siri AI auf iOS und iPadOS wegen des Digital Markets Act verzögert, auf macOS und visionOS jedoch verfügbar. Apple nennt tägliche Nutzungslimits für Siri AI und andere Apple-Intelligence-Funktionen, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Zu den weiteren Neuerungen gehören anpassbare Stimmen, „Write with Siri" zum Erstellen und Bearbeiten von Texten sowie ein Siri-Modus in der Kamera, der visuelle Suche direkt aus dem Sucher ermöglicht. Eine Einschränkung betrifft die Hardware: Nur iPhone 17 Pro, iPhone 17 Pro Max und iPhone Air unterstützen alle Siri-AI-Funktionen, da diese 12 GB RAM erfordern. Parallel dazu rufen führende KI-Akteure öffentlich zu einer Verlangsamung der KI-Entwicklung auf.

Leaks widersprechen Apple: Gemini-Basis und austauschbare LLMs?

Während Apple Siri AI offiziell als „powered by Apple Intelligence" kommuniziert, deuten Leaks auf eine andere technische Basis hin. Code-Analysen von iOS 27 und macOS Golden Gate legen nahe, dass Siri AI auf Gemini 2.5 Pro basiert – einem Modell von Google. Zudem soll ein Mechanismus namens Model Delegation es ermöglichen, das eingebaute Modell durch Dritt-LLMs wie Claude oder ChatGPT zu ersetzen.

Der Code-Spezialist „pdfu" hat private Frameworks in iOS 27 und macOS Golden Gate entdeckt, die eine tiefe Integration von Drittmodellen zeigen. In einem auf X geteilten Video ist zu sehen, wie ein macOS-Nutzer Claude als Siri-Erweiterung auswählt und über „Ask Claude" eine Erinnerung in Apples Erinnerungen-App erstellen lässt. Claude interpretiert die Anfrage in natürlicher Sprache, und Siri führt die Aktion aus. In einem weiteren Beispiel erstellt Claude eine CSV-Datei – etwas, das Siri selbst nicht kann.

Ein zweites Protokoll, das in „Model Manager Services" gefunden wurde, soll es sogar erlauben, Apples serverseitiges Siri-Modell vollständig durch ein anderes Modell wie GPT-5.6 zu ersetzen. In diesem Szenario erhält ChatGPT Apples Siri-Planner-Prompt und Tool-Definitionen.

Diese Informationen stammen aus Code-Analysen und nicht bestätigten Berichten. Apple hat sie nicht offiziell bestätigt. Die offizielle Kommunikation erwähnt weder Gemini noch Model Delegation, sondern spricht lediglich von Apple Intelligence. Der Widerspruch bleibt unaufgelöst, da Apple technische Details nicht offengelegt hat.

iPhone-Kompatibilität: Widersprüchliche Angaben zu RAM und Features

Bei der Geräteunterstützung gibt es widersprüchliche Angaben. Eine frühere Einschätzung aus dem April 2026 besagt, dass iPhone 15 Pro und neuer sowie alle iPhone 16 Modelle Siri AI vollständig unterstützen. Demnach wären die Funktionen auf allen diesen Geräten ohne Einschränkung verfügbar.

Eine detailliertere Hardware-Information zeichnet jedoch ein anderes Bild. Demnach unterstützen nur iPhone 17 Pro, iPhone 17 Pro Max und iPhone Air alle Siri-AI-Funktionen. Der Grund ist der Arbeitsspeicher: Das On-Device-Modell, das höhere Genauigkeit bei der Sprach-zu-Text-Diktat und anpassbare Stimmen ermöglicht, benötigt mindestens 12 GB RAM. Nur die drei genannten Modelle bieten diese Kapazität. iPhone 15 Pro, iPhone 15 Pro Max, iPhone 16 und iPhone 16e haben demnach eingeschränkte Funktionen.

Es handelt sich um unterschiedliche Berichtsstände. Die frühere Einschätzung basiert auf einer allgemeineren Analyse, während die detailliertere Hardware-Information auf konkreten RAM-Angaben beruht. Die genaueren Hardware-Informationen sind daher wahrscheinlicher.

Apples Superlative: 'Profoundly more capable' – aber unabhängige Tests fehlen

Apple bewirbt Siri AI mit Superlativen. In der Pressemitteilung vom 8. Juni 2026 heißt es, Siri AI sei ein „profoundly more capable and personal assistant" und ein „dramatically more capable and conversational assistant". Das Unternehmen spricht von „state-of-the-art understanding and reasoning" und „entirely new capabilities" auf dem iPhone.

Diese Versprechen sind bislang nicht unabhängig verifiziert. Apple hat keine detaillierten technischen Daten, Benchmark-Ergebnisse oder Vergleichswerte veröffentlicht, auf deren Grundlage unabhängige Tests durchgeführt werden könnten. Solange solche Daten fehlen, lassen sich die Superlative nicht überprüfen. Die Widersprüche bei der technischen Basis – der Gemini-Leak im Gegensatz zur offiziellen Apple-Intelligence-Kommunikation – und bei der Geräteunterstützung werfen zusätzliche Fragen auf.

Die Einführung von Siri AI fällt in eine Phase, in der führende KI-Akteure öffentlich zu einer Verlangsamung der KI-Entwicklung aufrufen. Während einige Unternehmen zur Vorsicht mahnen, treibt Apple ein großes Update voran. Ob Siri AI die Versprechen einlöst, wird sich erst nach der Verfügbarkeit am 14. September 2026 zeigen.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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