Blackstones KI-Chef sieht keine Kreditkrise, CoreWeave-Anleihen fallen unter 80 Cent
Jas Khaira hält die Sorgen um KI-Schulden für übertrieben, doch am Markt rutschen CoreWeave und weitere Rechenzentrumsanleihen auf Distressed-Niveau
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Khaira hält die Schuldensorgen beim KI-Ausbau für übertrieben; breite Kreditkrise sei unwahrscheinlich.
- Blackstone verwaltet rund 1,3 Billionen US-Dollar; Blackstone N1 ist ein KI-Hub in San Francisco.
- Blackstone investierte 5 Mrd. US-Dollar in Crux AI, einen Neocloud für Googles TPUs.
- Blackstone vergab 2023 einen Kredit über 2,3 Mrd. US-Dollar an CoreWeave.
- Mit Coatue führte Blackstone eine 10-Mrd.-Dollar-Kreditlinie für Firmus an.
Blackstones KI-Chef sieht keine Kreditkrise, CoreWeave-Anleihen fallen unter 80 Cent
Jas Khaira, KI-Chef von Blackstone, hält die Sorgen um die Schulden des KI-Ausbaus für übertrieben. Auf der TechCrunch Disrupt räumte er ein, dass steigende Kreditkosten und Schuldenlasten bei KI-Infrastrukturfirmen Aufmerksamkeit verdienten. Eine breite Kreditkrise halte er jedoch für unwahrscheinlich. Die Aussagen stammen aus einem TechCrunch-Bericht, den mezha.net und hyper.ai übernommen haben. Khaira leitet die Einheit BXN1, einen KI-Hub in San Francisco, den Blackstone in diesem Jahr gegründet hat. Bei dem Konzern arbeitet er seit 2004.
Die Gegenüberstellung stammt von uns, nicht von Khaira. Zur selben Zeit fielen CoreWeave-Anleihen unter 80 Cent je Dollar. Ab dieser Schwelle gelten Schuldtitel als distressed. In den vergangenen Wochen rutschten weitere Rechenzentrumsanleihen auf dieses Niveau. Das Material nennt als Gründe eine geringere Nachfrage der Anleger, ein höheres Angebot und höhere Zinsen. Laut einem weiteren Bericht handelten Anleihen aus Blackstone-Projekten in diesem Jahr zeitweise unter 88 Cent.
CoreWeave: Rendite über 15 %, CDS-Spread zuletzt bei knapp 1.038 Basispunkten, Aktie im Minus
CoreWeave hat laut CNBC mehr als 51 Mrd. Dollar an Schulden und Verpflichtungen aufgenommen. Die Rendite der 9,75-Prozent-Anleihe mit Fälligkeit 2031 stieg auf 15,78 %. Der Spread der fünfjährigen Credit Default Swaps, einer Versicherung gegen Zahlungsausfall, lag zeitweise über 1.140 Basispunkten. Zuletzt waren es knapp 1.038. Gegenüber der Vorwoche sind das 16 % mehr, gegenüber dem Vorjahr 164 %.
Die Aktie fiel am Mittwoch um 15,5 %. Am Donnerstag schloss sie 5,94 % höher. Zum Wochenende lag sie etwa 20 % im Minus. Auch Nebius und Iren gerieten unter Druck. Micron und AMD gaben nach einem Ausverkauf südkoreanischer Chipwerte zeitweise nach.
Die Quellen widersprechen sich in Details. Eine nennt für die Anleihe mit Fälligkeit 2032 kurzzeitig über 16 % Rendite, die andere 15,78 % für die Anleihe 2031. Das können verschiedene Papiere oder Messzeitpunkte sein. Beim CDS-Spread stehen 1.117 Basispunkte neben 1.038 bis 1.140, vermutlich wegen anderer Stichtage oder Datenanbieter. Den Kurssturz datiert eine Quelle auf Dienstag, eine andere auf Mittwoch. Die Schulden beziffern Quellen mit mehr als 51 beziehungsweise etwa 50 Mrd. Dollar, wohl wegen unterschiedlicher Abgrenzung. Die von Futunn genannte Ausfallwahrscheinlichkeit von 63 % über fünf Jahre ist nicht hergeleitet. CNBC bestätigt sie nicht.
Khairas Argumente: Zinsen, Emissionswelle und Hyperscaler als Rückhalt
Die Marktunruhe führt Khaira auf den Zinsanstieg im September, eine höhere Inflation als erwartet und die Welle von Anleiheemissionen für KI-Infrastruktur zurück. Auch die Kreditspreads seien gestiegen, und selbst Meta und Microsoft zahlten mehr für Kredite.
Gegen eine Systemkrise führt Khaira mehrere Punkte an. Die Nachfrage nach Rechenleistung treibe den Rechenzentrumsbau weiter an. Die meisten Rechenzentren entstünden für Hyperscaler und seien letztlich durch die kreditwürdigsten Unternehmen der Welt gestützt. Außerdem gebe es keine kreditschwachen Banken wie 2008. Der Wortlaut zu 2008 liegt nur in der chinesischen Übersetzung des TechCrunch-Berichts vor.
Das sind Aussagen Khairas, keine gesicherte Lage. Auch der Vorteil, den Blackstone gegenüber klassischen Wagniskapitalgebern haben soll, ist eine Herstellerangabe: flexible Finanzierung von Schulden bis Eigenkapital, dazu Größe mit rund 1,3 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen. Prüfbar wäre das über Geschäftsberichte sowie Angaben zu Beteiligungen und Kreditvolumina im KI-Bereich.
Gerstner, Goldman und UBS sehen Besicherung und Geschäftsmodelle als Problem
Brad Gerstner, Gründer von Altimeter Capital, sieht ein strukturelles Problem. Er sagte CNBC, CoreWeave könne als Sicherheit praktisch nur GPUs einsetzen, und das reiche nicht mehr. Früher habe das Unternehmen damit günstige Schulden aufgenommen. Goldman Sachs nennt CoreWeave in einem Kreditbericht den „beta barometer“ des Marktes. Der UBS-Händler Torsten Sippel spricht von einem „Bellwether“. Beide sehen den Fokus weg von der Nachfrage nach Rechenleistung, hin zu Finanzierungskosten und der Tragfähigkeit der Geschäftsmodelle. Zahlungsausfälle belegt das Material nicht. Es sagt aber auch nicht, dass sie ausbleiben.
Khairas Position ist mit Vorsicht zu lesen, denn Blackstone ist selbst exponiert. Der Konzern vergab 2023 einen Kredit über 2,3 Mrd. Dollar an CoreWeave, besichert durch Nvidia-GPUs und Kundenverträge, unter anderem mit Microsoft. Hinzu kommen 5 Mrd. Dollar in Crux AI, eine Beteiligung an Etched und eine mit Coatue angeführte Kreditlinie über 10 Mrd. Dollar für Firmus. Blackstone verweist auf eine Prüfung des Private-Credit-Fonds BCRED. Demnach spüren unter 5 % der Investments erhebliche KI-Gegenwinde. Die Prüfung ist intern, das Ergebnis ist nicht unabhängig geprüft.
Die Positionen betrachten verschiedene Ebenen. Khaira argumentiert mit Makrofaktoren und der Bonität der Hyperscaler-Kunden. Die Kritiker blicken auf Besicherung und Bonität einzelner Neoclouds. Ob sich beide Sichtweisen ausschließen, lässt das Material offen.
Firmus sagt Börsengang ab, Neoclouds werden bei höheren Zinsen neu bewertet
Als Beleg für den Refinanzierungsdruck dient der australische GPU-Anbieter Firmus. Er hat den geplanten Börsengang an der ASX abgesagt. Angestrebt war eine Bewertung von rund 30 Mrd. Dollar. Laut Khaira akzeptierte der Markt diese Bewertung nicht und preist Neoclouds bei höheren Zinsen neu.
Betroffen sind Anleihe- und Aktieninhaber, Neocloud-Anbieter mit Refinanzierungsbedarf, Kreditgeber und Private-Credit-Fonds. Über höhere Kreditkosten trifft es auch die Hyperscaler. Investoren müssen Sicherheiten und Bewertungen prüfen. Offen bleiben das Gesamtvolumen der KI-Schulden, Blackstones Exposure insgesamt und die Rolle von Pensionsfonds, Versicherern und Banken. Einen Bezug zu Deutschland oder zur EU liefert das Material nicht.



