Batam: Anwohner blockieren Nongsa Digital Park wegen ausbleibenden Leitungswassers
Überwiegend Hausfrauen fordern Leitungswasser statt Tankwagen; Anwohner verdächtigen Rechenzentren, Behörden nennen Dürre
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Am 5. Oktober 2026 blockierten Anwohner aus Kavling Bakau Serip den Zugang zum Nongsa Digital Park.
- Die Anwohner forderten die Wiederherstellung des Leitungswassers statt Tankwagenversorgung.
- Behörden verpflichteten Rechenzentrumsfirmen zu eigenen Entsalzungsanlagen.
- BP Batam nennt 10 registrierte Rechenzentrumsunternehmen.
- BP Batam bestreitet, für Haushalte bestimmtes Wasser an Rechenzentren umzuleiten.
Anwohner blockieren Zufahrt zum Nongsa Digital Park
Auf der indonesischen Insel Batam blockierten Anwohner am Montag, 5. Oktober 2026, die Zufahrt zum Nongsa Digital Park. Die Aktion im Viertel Kavling Bakau Serip (Sambau, Nongsa) begann gegen 6 Uhr. Nach Angaben von BBC Indonesia dauerte sie bis 13 Uhr. Beteiligt waren überwiegend Hausfrauen. Sie forderten Leitungswasser statt der Versorgung per Tankwagen. Das Tankwasser sei trüb und rieche schlecht, sagte die Teilnehmerin Dewi Susanti. Zu Hause komme seit rund drei Monaten kaum Wasser an.
Der Protest war nicht der erste. Laut BBC gab es bereits im August und September Kundgebungen. Startupfortune berichtet unter anderem von einer Aktion Ende September am Verwaltungsbüro der Sonderwirtschaftszone Nongsa. Die Teilnehmerzahl schwankt je nach Quelle. BBC und Startupfortune nennen rund 300 beziehungsweise Hunderte, Kompas und SCMP nur Dutzende. Eine amtliche Zahl fehlt. Auch die Dauer des Ausfalls beruht auf Selbstauskünften der Haushalte. Manche sprechen von drei bis sechs Monaten.
Anwohner verdächtigen Rechenzentren, Behörden nennen Dürre
Die Anwohner stützen sich auf den zeitlichen Zusammenhang. Die Störungen hätten nach dem Baubeginn der Rechenzentren eingesetzt; zuvor sei die Versorgung zuverlässig gewesen. Außerdem wirkten die Anlagen, als hätten sie genug Wasser zur Kühlung.
BP Batam, die Behörde für Handel und Industrie auf der Insel, führt die Knappheit auf eine anhaltende Trockenperiode zurück. Sie bestreitet, dass Wasser für Haushalte zu Rechenzentren umgeleitet wird. Der Wasserversorger spricht von einer „langen Dürre“ und einem stark abgesunkenen Pegel im Nongsa-Reservoir. Ob die Störung mit dem Bedarf der Rechenzentren zusammenhängt, äußerte er gegenüber der BBC nicht.
Der tatsächliche Wasserverbrauch der laufenden Anlagen ist laut Asia Daily nicht belegt. Damit ist keine der beiden Positionen widerlegt. Batam hat rund 1,3 Millionen Einwohner und ist auf Regen angewiesen, der in Reservoirs gespeichert wird. Sinkende Pegel treffen die Versorgung deshalb unmittelbar.
Entsalzungsanlagen sollen Rechenzentren vom Reservoir lösen
Nach den früheren Protesten verpflichteten die Behörden die Betreiber, eigene Meerwasser-Entsalzungsanlagen (SWRO) zu bauen. Sie sollen also kein Süßwasser mehr aus den Reservoirs nehmen. BP Batam treibt das voran. Deputi Ariastuty Sirait nennt zehn registrierte Rechenzentrumsunternehmen. Sechs davon sitzen im Nongsa Digital Park: zwei fertig, eines im Bau, drei in Planung. Die übrigen vier, zwei außerhalb des Parks und zwei im Kabil Industrial Estate, befinden sich alle im Bau. BP Batam schätzt die Investition in die Anlagen auf 400 bis 500 Milliarden Rupiah. Der Bedarf liegt bei rund 300 Litern pro Sekunde.
Laut PT Kabil Citranusa braucht ein Rechenzentrum je nach Kapazität und Technik etwa 10 bis 100 Liter pro Sekunde. Das Meerwasser gelangt per Pipeline zur SWRO-Anlage. Das aufbereitete Wasser wird in Tanks gespeichert und von dort an die Rechenzentren in Kabil und Nongsa verteilt. Alle Anlagen benötigen Genehmigungen nach PKKPRL, Amdal und PBG.
Zur akuten Lage: Laut Startupfortune sagte ein Vertreter von BP Batam Leitungswasser binnen zwei Tagen zu und schickte sechs Tankwagen. Bis Mittwoch waren rund 53 Prozent der betroffenen Haushalte wieder versorgt.



