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Bank of England warnt vor scharfer Korrektur bei KI-Werten

Die Notenbank sieht gedehnte Bewertungen und ein gestiegenes Risiko für das britische Finanzsystem. Nachfrage und Schuldenspielraum der Hyperscaler sprechen laut UBP gegen den schlichten Dotcom-Vergleich.

· Veröffentlicht: 27.10.2026 ·3 Min Lesezeit
Bank of England warnt vor scharfer Korrektur bei KI-WertenMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Die Bank of England warnt vor einer scharfen Korrektur bei großen Tech-Unternehmen.
  • Die KI-Infrastrukturausgaben könnten laut Prognosen über 5 Billionen US-Dollar liegen.
  • Etwa die Hälfte dieser Ausgaben wird von außen finanziert, überwiegend über Schulden.
  • Die Bank of England plant, die Kapitalanforderungen für Banken zu senken.
  • Gouverneur Andrew Bailey sieht in KI großes Wachstumspotenzial, warnt aber vor Korrekturen.

Bank of England sieht höheres Risiko einer scharfen Marktkorrektur

Die Bank of England warnt vor einer „scharfen Korrektur“ bei großen Tech-Unternehmen. Am 8. Oktober erklärte das Financial Policy Committee, das Risiko einer scharfen Marktkorrektur sei gestiegen. Mögliche Übertragungen auf das britische Finanzsystem bezeichnete es als „material“. Laut dem Bericht hat das Gremium damit seine bisher schärfste Warnung vor einem KI-getriebenen Marktabsturz ausgesprochen.

Die Bewertungen von KI-Firmen seien „besonders gedehnt“. US-Aktienbewertungen erinnerten an die Zeit vor dem Platzen der Dotcom-Blase, britische Kurse lägen nahe dem am stärksten gedehnten Stand seit der Finanzkrise 2008.

Gouverneur Andrew Bailey sagte der BBC, man könne „irgendwann eine Korrektur der Vermögenspreise“ sehen. „Nicht jeder gewinnt immer.“ Zugleich sieht er in KI großes Potenzial, das Wachstum zu stärken. Wie gespalten die Stimmung ist, zeigt eine BofA-Umfrage unter Fondsmanagern: 54 Prozent halten KI-Aktien für eine Blase, 38 Prozent nicht. Parallel plant die Notenbank, die Kapitalanforderungen für Banken zu senken. Stresstests hätten gezeigt, dass die Institute ein Krisenszenario verkraften würden.

Hyperscaler-Investitionen übersteigen den Cashflow, die Lücke füllen Schulden

Warum die Notenbank die Kreditmärkte im Blick hat, zeigen die Finanzierungszahlen. Laut dem Vermögensverwalter UBP sollen die Investitionen der fünf Hyperscaler Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta und Oracle 2026 bei rund 820 Milliarden US-Dollar liegen, 2027 bei 1,0 bis 1,3 Billionen. Das übersteigt ihren operativen Cashflow. Die Lücke soll über Anleihen, Projektfinanzierung, Verbriefungen, chipbesicherte Kredite und Eigenkapital geschlossen werden.

Die Bank of England verweist auf Prognosen: Die KI-Infrastrukturausgaben könnten über 5 Billionen US-Dollar liegen. Etwa die Hälfte kommt von außen, überwiegend über Schulden. Engere Verflechtungen zwischen KI-Firmen und Kreditmärkten erhöhen die Risiken für die Finanzstabilität.

Hinzu kommt zirkuläre Finanzierung. Im September bestätigte Nvidia-Chef Jensen Huang auf einer Goldman-Sachs-Konferenz, dass Investitionen in OpenAI zu Nvidia-Käufen zurückführen: „We put in one and 100 comes back in.“ Lightsource.ai zählt in Bloombergs Verflechtungskarte 71 zugrunde liegende Deals. Buchhalterisch sei der Umsatz korrekt verbucht. Das beantwortet die Risikofrage aber nicht: Die Regeln garantieren nicht, dass die Nachfrage ohne die Bilanz des Verkäufers existieren würde. Offen bleibt daher, wessen Geld den Umsatz finanziert.

Starke Nachfrage und Schuldenspielraum sprechen gegen den schlichten Blasenvergleich

Zwei Befunde sprechen gegen eine schlichte Gleichsetzung mit der Dotcom-Blase, an die die Bank of England bei den US-Bewertungen erinnert. Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung überstieg im Oktober 2026 das Angebot, die Kapazitätspreise stiegen. Laut UBP haben Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta Spielraum für 400 bis 600 Milliarden US-Dollar zusätzliche Schulden ohne Ratingdruck. Begrenzend wirkt die Anlegernachfrage: Spreads haben sich ausgeweitet, Neuemissionsaufschläge sind gestiegen. Das Risiko sieht UBP im Auftragsbestand von 2,3 Billionen US-Dollar, von dem rund 40 Prozent auf OpenAI und Anthropic entfallen.

Die Positionen schließen sich nicht zwingend aus. Die Bank of England bewertet Marktpreise und Finanzstabilität, UBP die Bilanzstärke der Kreditnehmer und die Struktur des Auftragsbestands.

Eine Analyse, die diesem Beitrag als Titelgrundlage vorgesehen war, lag nicht vor; der Text trifft keine Aussagen dazu. Nikhil Kamaths Gesprächsrunde mit Gründern vom 26. Oktober blieb nach Berichten ohne klares Urteil. Einen konkreten Auslöser für eine Korrektur nennt das Material nicht.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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