Apollo-Ökonom Slok: KI bringt außerhalb der Tech-Branche keinen finanziellen Ertrag
Laut Apollos Chefökonom steigen Umsatz pro Beschäftigtem und Margen nur bei den Mag 7. Unabhängig geprüft ist das bislang nicht.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Apollo veröffentlichte am 24. Oktober 2026 Notiz von Chefökonom Torsten Slok: „No Signs of AI Payoff Outside the Tech Sector“.
- Umsatz pro Beschäftigtem und Profitmargen steigen bei den Mag 7, bleiben im S&P 493 flat.
- „S&P 493“ bezeichnet den S&P 500 ohne Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla.
- Slok sieht keine Anzeichen, dass KI das Produktivitätswachstum erhöht.
- Solange agentische KI auf einen kleinen Teil der Wirtschaft beschränkt bleibt, seien makroökonomische Effekte sehr begrenzt.
Slok: Die Mag 7 verdienen an KI, der übrige S&P 500 bleibt flach
Apollo Global Management hat am 24. Oktober 2026 auf seiner Website die Notiz „No Signs of AI Payoff Outside the Tech Sector“ veröffentlicht. Verfasst hat sie Chefökonom Torsten Slok. Darin ist von „zero financial payoff“ für die US-Wirtschaft außerhalb der Tech-Branche die Rede.
Slok teilt den Index in zwei Gruppen: die Mag 7 und den „S&P 493“. Gemeint ist der S&P 500 ohne Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla. Drei Kennzahlen trägt er vor. Bei den Mag 7 steigt der Umsatz pro Beschäftigtem, im S&P 493 bleibt er flach. Laut Mezha sind die Zahlen inflationsbereinigt; die Kurve der Mag 7 reicht demnach von 2019 bis 2026. Auch die Profitmargen steigen bei den Mag 7, im übrigen Index stagnieren sie. Ein dritter Chart zeigt laut Slok keine Anzeichen dafür, dass KI das Produktivitätswachstum erhöht. Als Maß nennt Coinpaper die Gesamtfaktorproduktivität.
Warum laut Slok der Mainstream keine teuren Tokens kauft
Zur Begründung schreibt Slok, VC-finanzierte Unternehmen trieben die Ausgaben für Tokens immer weiter nach oben. Das Mainstream-Unternehmertum brauche das neueste Modell aber nicht und sei nicht bereit, dafür zu zahlen. Ohne Wirkung auf das Ergebnis ziehe sich die Wirtschaft außerhalb der Tech-Branche laut Slok zurück. Token-Ausgaben sähen die Unternehmen laut Slok zunehmend nicht als Wachstumsquelle, sondern als Kostenstelle, die auf die Margen drücke. Das ist seine Einschätzung; ein belegter Rückzug der Unternehmen aus KI-Ausgaben ist das nicht.
Solange agentische KI und Token-Ausgaben auf einen kleinen Teil der Wirtschaft beschränkt blieben, seien die makroökonomischen Effekte „very limited“. Das belegt Slok mit dem vierten und fünften Chart seiner Notiz. Eine Ableitung aus dieser These: Anbieter von Modellen und Tokens könnten es schwer haben, zahlungsbereite Kunden jenseits der Tech-Branche zu gewinnen. Das ist eine Schlussfolgerung aus Sloks Argument, keine belegte Entwicklung.
Nur Slok belegt die Zahlen – und das Datum schwankt
Offen bleibt, ob Sloks Befund einer Prüfung standhält. TechCrunch, Tom's Hardware (über Mezha) und Coinpaper geben im Kern nur seine Aussagen wieder. Eigene Datenprüfungen enthalten sie nicht. Eine unabhängige Bestätigung oder Widerlegung liegt nicht vor. TechCrunch weist außerdem darauf hin, dass Apollo früher selbst TechCrunch besaß.
Auch das Datum ist nicht ganz eindeutig. Apollos Seite datiert die Notiz auf den 24. Oktober, ebenso Mezha und Coinpaper. Drei weitere Abrufe der Apollo-Seite zeigen denselben Absatz dagegen unter dem 25. Oktober, eingebettet in einen Text zu Japan Weeks. Das Material klärt nicht, wann der KI-Absatz erschien. Die übrigen Quellen nennen den 24. Oktober.



