Altman: KI-Branche hat bei Kommunikation 'terrible job' gemacht
OpenAI-Chef warnt vor wachsender Gegenreaktion – 75 Rechenzentrumsprojekte im Wert von 130 Milliarden Dollar blockiert
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◆ Fakten auf einen Blick
- Sam Altman sagte, die KI-Branche habe insgesamt einen 'terrible job' bei der Kommunikation der Vorteile gemacht.
- Altman sagte wörtlich: 'I think we have done a bad job ourselves, maybe better than some others, worse than some others.'
- Altman sagte, die gescheiterte Kommunikation habe die Branche einer wachsenden Gegenreaktion ausgesetzt.
- Mindestens 75 Rechenzentrumsprojekte im Wert von etwa 130 Mrd. USD wurden im ersten Quartal 2026 durch lokalen Widerstand blockiert oder verzögert (laut Data Center Watch).
- Altman sagte, KI sollte als Mittel zu 'more power and personal freedom' kommuniziert werden und könne den größten Boom bei Unternehmensgründungen auslösen.
- Altman parodierte die Branchenkommunikation mit den Worten 'dear peasants, we will bequeath upon you these gifts'.
Altman: KI-Branche hat bei Kommunikation 'terrible job' gemacht
Sam Altman hat die Kommunikation der KI-Branche scharf kritisiert. Die Branche habe insgesamt einen „terrible job“ gemacht, wenn es darum gehe, die Vorteile der Technologie zu erklären, sagte der OpenAI-Chef. Wörtlich fügte er hinzu: „I think we have done a bad job ourselves, maybe better than some others, worse than some others.“ Altman warnte, dass diese gescheiterte Kommunikation die Branche einer wachsenden Gegenreaktion ausgesetzt habe. Menschen hätten zu Recht Angst, wenn sie das Gefühl hätten, dass KI-Führungskräfte ihnen nicht mehr Macht und Autonomie zugestehen wollten. Die Branche habe sich jahrelang auf Warnungen vor Auslöschungsrisiken und verschwindenden Arbeitsplätzen konzentriert, ohne die Vorteile zu erklären oder Wege zur Minderung der Nachteile aufzuzeigen. Altman nannte keine konkreten Unternehmen oder Führungskräfte, doch die Kritik wurde weithin als gegen Wettbewerber wie Anthropic gerichtet verstanden, deren CEO Dario Amodei wiederholt vor Jobverlusten gewarnt hat. Die Äußerungen fielen nach Angaben von Bloomberg in einem Fernsehinterview am Donnerstag; ähnliche Aussagen machte Altman auch in einem Podcast mit David Senra. Die genaue Zuordnung einzelner Zitate ist nicht eindeutig.
75 Rechenzentrumsprojekte im Wert von 130 Mrd. USD blockiert
Die Gegenreaktion, von der Altman spricht, lässt sich beziffern. Nach einer Erhebung von Data Center Watch wurden im ersten Quartal dieses Jahres mindestens 75 Rechenzentrumsprojekte im Wert von etwa 130 Milliarden US-Dollar durch lokalen Widerstand blockiert oder verzögert. Das Quartal kam damit nahe an die Gesamtzahl für das gesamte Vorjahr heran. Die betroffenen Projekte liegen in den USA. Altman verwies auf diese Zahlen als Beleg dafür, dass die gescheiterte Kommunikation der Branche reale Folgen hat. In Europa sei das Hindernis dagegen nicht die öffentliche Stimmung, sondern die Netzkapazität: Der dänische Netzbetreiber Energinet habe im März Netzanschlüsse ausgesetzt, weil etwa 60 Gigawatt an beantragten Projekten einer Spitzenlast von 7 Gigawatt gegenüberstünden.
Altmans Gegenentwurf: KI als 'more power and personal freedom'
Altman plädiert für eine andere Kommunikation. Statt KI als Abwägung zwischen Vorteilen wie Krankheitsheilungen oder billigeren Gütern und einem Verlust an Autonomie darzustellen, solle die Technologie als Mittel zu „more power and personal freedom“ vermittelt werden. KI könne den größten Boom bei der Gründung kleinerer Unternehmen auslösen, den die Welt je gesehen habe. Die bisherige Branchenkommunikation parodierte Altman mit den Worten „dear peasants, we will bequeath upon you these gifts“ – eine ironische Anrede, die ein paternalistisches Verhältnis zwischen KI-Anbietern und Nutzern karikiert. Jahrelange Warnungen vor Auslöschungsrisiko und Jobverlusten hätten die Öffentlichkeit eher verängstigt als informiert, kritisierte er. Altman nannte keine konkreten Unternehmen oder Führungskräfte, doch die Äußerungen wurden weithin als gegen Wettbewerber wie Anthropic gerichtet verstanden.


