Stanford-Studie: Wie Führungskräfte KI einführen, beeinflusst die Nutzung durch Beschäftigte
Als Bereicherung der Arbeit gerahmt, probieren Beschäftigte KI eher aus. Die oft zitierten 88 % KI-Nutzung in Organisationen stammen laut Drittquellen von McKinsey und messen nur die Nutzung in mindestens einer Funktion. Untersucht wurden KI-Einführungen in drei Organisationen.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Ob Beschäftigte KI annehmen oder ablehnen, entscheiden laut Stanford HAI die Manager durch Einführung und Unterstützung.
- Karunakaran, Raveendhran und Kim untersuchten KI-Einführungen in einer Anwaltskanzlei, Werbeagentur und IT-Dienstleister.
- Beschäftigte engagierten sich tendenziell nicht mit KI, wenn sie als Produktivitätswerkzeug dargestellt wurde.
- Laut McKinsey nutzen 88 % der Organisationen KI in mindestens einer Unternehmensfunktion (Vorjahr: 78 %).
- Laut McKinsey berichten nur 6 % wesentliche unternehmensweite Wirkung durch KI-Nutzung.
Als Bereicherung gerahmt, probieren Beschäftigte KI eher aus
Wie Manager generative KI einführen, entscheidet mit darüber, ob Beschäftigte sie nutzen oder meiden. Das berichtet das Stanford Institute for Human-Centered AI (HAI) über eine Studie von Arvind Karunakaran (Stanford), Roshni Raveendhran (University of Virginia) und Tami Kim (Dartmouth College). Die Forschenden untersuchten KI-Einführungen in drei Organisationen: einer Anwaltskanzlei, einer Werbeagentur und einem IT-Dienstleister.
Das Muster sieht so aus: Wurde KI als Produktivitätswerkzeug dargestellt, engagierten sich Beschäftigte tendenziell nicht damit. Wurde sie dagegen als Bereicherung der Arbeit präsentiert, wollten sie herausfinden, wie sich der Einsatz am besten gestaltet. Voraussetzung waren Zeit und Gelegenheit zum Ausprobieren. Karunakaran stellt zudem die entscheidende Frage: „If they say AI is for job enrichment, then are they committing resources to make this true?“ Nach HAI-Angaben führten die Forschenden zwei Arbeitsplatzstudien durch. In der ersten interviewten sie 184 Beschäftigte. Der Volltext liegt nur in Auszügen vor, weitere Details bleiben deshalb offen.
Gallup kommt bei der Managerunterstützung zu ähnlichen Ergebnissen
Dass Managerunterstützung die KI-Nutzung fördert, ist nicht neu. Gallup befragte im Februar 2026 23.717 US-Beschäftigte. Die Institution nennt Managerunterstützung und die Passung der Tools zu bestehenden Arbeitsabläufen als zentrale Faktoren für die Entscheidung, KI zu nutzen. Beschäftigte sind demnach deutlich häufiger engagiert, wenn Führungskräfte KI mit klaren Erwartungen, einem durchdachten Umsetzungsplan und aktiver Unterstützung einführen.
Auch die Position im Unternehmen macht einen Unterschied. In Organisationen, die KI bereitstellen, nutzen laut Gallup Führungskräfte KI am häufigsten, Individual Contributors am seltensten. Gallup führt das teilweise darauf zurück, dass viele Tools zu schreib- und planungsnahen Aufgaben passen. Die Unterschiede erklärt dies nach Angaben der Institution jedoch nicht vollständig.
Die genannten 88 % stammen von McKinsey und messen nur die Nutzung in mindestens einer Funktion
HAI nennt als Rahmendaten, dass 2023 55 % und 2025 88 % der Organisationen weltweit KI nutzen. Der vorliegende Auszug nennt dafür keine Quelle. Laut Drittquellen stammt die Zahl von 88 % aus McKinseys State of AI 2025, der Vorjahreswert lag bei 78 %. Die Erhebung fragt, ob KI in mindestens einer Funktion genutzt wird. Über die Tiefe der Einbindung sagt sie nichts. Nach McKinsey, zitiert von Infomineo, berichten nur 6 % von einer wesentlichen unternehmensweiten Wirkung.
Wie unsicher solche Zahlen sind, zeigen andere Messungen. Der AI Index von HAI weist für generative KI in mindestens einer Funktion 33 % (2023) und 71 % (2024) aus. Das US Census Bureau ermittelte bei US-Firmen mit seiner ursprünglichen Frage 3,7 % (September 2023), 6,0 % (September 2024) und 10,0 % (September 2025). Die Werte lassen sich wegen unterschiedlicher Definitionen, Stichproben und Fragen nicht direkt vergleichen. Ob der Sprung von 55 % auf 88 % methodisch konsistent ist, bleibt offen. Aussagen zu Deutschland oder zur EU lassen sich aus diesen Daten nicht ableiten.



