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Spielestudios zahlen laut SCMP weiter Animatoren in Südostasien

Die Zeitung begründet das mit Spielernachfrage nach menschlicher Kunst und mit niedrigeren Kosten. Belegt ist vor allem der Kostenaspekt.

· Veröffentlicht: 02.11.2026 ·2 Min Lesezeit
Spielestudios zahlen laut SCMP weiter Animatoren in SüdostasienMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Eine arXiv-Studie wertete 508.192 englischsprachige Steam-Reviews aus.
  • Spiele mit offengelegter generativer KI erhalten niedrigere Empfehlungsraten als solche mit prozeduraler Generierung.
  • Laut Sekundärquelle legten 20,9 % von 16.554 Steam-Spielen Januar bis November 2025 KI-Inhalte offen.
  • Laut GDC 2026 nutzen 36 % der Branchenprofis generative KI.
  • Laut GDC 2026 sehen 52 % der Branchenprofis die Wirkung generativer KI negativ.

Studios zahlen weiter Animatoren in Thailand, Malaysia und Vietnam

Trotz KI-Bildgenerierung beschäftigen Spielestudios weiterhin menschliche Animatoren in Thailand, Malaysia und Vietnam. Das berichtet die South China Morning Post in ihrem Format This Week in Asia. Viele dieser Kräfte sind Studierende oder Berufseinsteiger. Sie verlangen deutlich weniger als Künstler im Westen oder in Japan.

Der Artikel stellt das als Ausnahme dar. KI schreibt zunehmend Code, erzeugt visuelle Assets und synthetisiert Sprachausgabe in Echtzeit. Dabei verdrängt sie Menschen, die diese Arbeit bisher erledigten. Die Spielebranche sei dagegen ein seltener Fall im Kreativbereich: Von Menschen geschaffene Kunst habe bei Entwicklern und Spielern weiter Gewicht.

Das ist die Darstellung des Quellartikels. Wir haben sie nicht unabhängig geprüft, und auch die Zahlen dahinter lassen sich nicht verifizieren. Das betrifft die Zahl der Studios, das Auftragsvolumen und Umfragen zum Outsourcing. Als Grund nennt der Artikel unter anderem, dass Spieler und Auftraggeber weiterhin menschlich gemachte Kunst wollen. Im vorliegenden Auszug stützt ein einziges Zitat diese Behauptung.

Kosten erklären den Standort, Spielerskepsis erklärt nur die Abneigung gegen KI

Für den Kostenaspekt gibt es Anhaltspunkte. Ein Verzeichnis von Outsourcing-Anbietern führt asiatische Studios meist am unteren Ende der Preisspannen. Einsteiger-2D-Kunst beginne bei etwa 25 bis 40 US-Dollar pro Stunde, mittlere 3D-Kunst bei etwa 50 bis 100 US-Dollar. Das sind allgemeine Marktspannen, keine konkreten Studiopreise. Japan, Südkorea und Singapur nimmt das Verzeichnis ausdrücklich aus. Dort liege das Preisniveau näher am Westen. Ein Dienstleister beziffert die Ersparnis beim Art-Outsourcing nach Osteuropa und Südostasien gegenüber US-Inhouse-Künstlern auf 50 bis 65 Prozent. Auch diese Angabe ist nicht unabhängig geprüft.

Die Spielernachfrage belegt der Artikel nur mit einem Zitat. Eine arXiv-Studie mit 508.192 englischsprachigen Steam-Reviews zeigt etwas Verwandtes: Spiele mit offengelegter generativer KI erhalten niedrigere Empfehlungsraten und negativere Stimmung als Spiele mit prozeduraler Generierung. Spieler lesen KI-Einsatz demnach als geringe Investition der Entwickler. Zur Standortwahl der Studios sagt die Studie nichts.

Der Spielerwunsch erklärt also, warum Menschen statt KI arbeiten. Die Kosten erklären, warum diese Menschen in Südostasien sitzen. Einen belegten Zusammenhang zwischen beidem gibt es nicht.

Ein Reddit-Beitrag aus Thailand berichtet von Preisdruck durch KI-Charaktere

Gegen diese Gesamtthese steht ein anonymer Beitrag auf Reddit (r/IndieDev, 28. September). Ein Künstler aus Thailand schreibt, ein australisches Studio habe bei ihm „game-ready“ KI-Charaktere für 10 australische Dollar pro Stück angefragt. Träfe das zu, läge Preisdruck genau auf den Dienstleistern, über die der SCMP berichtet.

Der Fall ist ein nicht überprüfbarer Einzelbericht und nicht repräsentativ. Er widerlegt die journalistische These nicht, relativiert sie aber. Welcher Trend dominiert, lässt sich anhand der vorliegenden Quellen nicht sagen.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. scmp.com ↗

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