OpenAI-Finanzchefin rät bei Cyberthemen zu westlichen KI-Modellen
Sarah Friar warnt in Dublin vor günstigen chinesischen Angeboten. Einen konkreten Schaden belegt das Material nicht. Anthropics Aussage vom selben Tag bezieht sich auf Open Source allgemein.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Friar sagte beim International AI Summit in Dublin, Nutzer chinesischer Modelle sollten Sicherheitsaspekte bedenken.
- Anthropic-Internationalchef Guillaume Princen warnte am selben Event vor Risiken bei Open-Source-Modellen.
- Princen bezog sich auf Open-Source-Modelle allgemein, nicht ausdrücklich auf China.
- OpenAI hat laut Friar manche Modelle für interne Sicherheitsstandards zurückgehalten.
- Laut Bloomberg-Bericht vom August stellen chinesische Veröffentlichungen den größten Anteil an Downloads generativer Modelle auf Hugging Face.
Friar rät bei Cyberthemen zu westlichen statt chinesischen Modellen
OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar hat Unternehmen öffentlich zur Vorsicht beim Einsatz chinesischer KI-Modelle geraten. Am Mittwoch sagte sie beim International AI Summit in Dublin im Gespräch mit Bloomberg Television: „The thing I would say to folks that are embracing, maybe, a Chinese model is also to think about the safety and security elements.“ Und weiter: „We think you want to be on more Western models on the cyber front.“ Der Gipfel ist laut The Next Web eine offizielle Veranstaltung der irischen EU-Ratspräsidentschaft.
Friar warnte außerdem davor, KI-Veröffentlichungen so stark zu bremsen, dass andere Zugang zu Werkzeugen erhalten, die „real mission-critical issues“ verursachen könnten. OpenAI habe selbst manche Modelle zurückgehalten, um interne Sicherheitsstandards zu erfüllen. The Next Web nennt das zurückgehaltene Modell Astra. Als Grund gibt das Portal an, OpenAI könne kritische Cyberfähigkeiten nicht ausschließen. Diese Angabe stammt allein von The Next Web.
Welche Risiken chinesische Modelle konkret bergen sollen, bleibt offen. Friar sprach allgemein von Sicherheits- und Cyberaspekten.
Anthropic warnt vor Open Source allgemein, nicht gezielt vor China
Bloomberg deutet Friars Worte als Echo auf Bedenken von Anthropic. Anthropics Internationalchef Guillaume Princen hatte wenige Stunden zuvor in einem separaten Bloomberg-Interview auf demselben Gipfel gesagt: „We need to be really careful with open source on safety.“ Ergänzend: „I can't talk for open models. But by definition, there's more risk with them.“
Im zitierten Wortlaut fällt kein Wort zu China. Princen spricht über Open-Source-Modelle insgesamt. Die Gleichsetzung mit Friars Warnung stammt von den Berichterstattern.
Als Hintergrund wirft Anthropic chinesischen Laboren in eigenen Berichten illegitime Distillation vor, also das Training eigener Modelle mit Ausgaben von Claude. Laut Anthropic waren daran unter anderem Alibaba-nahe Akteure, Moonshot, DeepSeek und MiniMax beteiligt. Das sind Anthropics eigene Angaben. Eine Stellungnahme der Beschuldigten liegt nicht vor.
Kein Schadensbeleg, aber ein Gegenbeispiel aus der Praxis
Beide Aussagen sind Selbsteinschätzungen von Anbietern geschlossener Modelle. Keine nennt einen konkreten Sicherheitsvorfall. Das Material enthält auch keine unabhängigen Prüfungen von Modellen wie DeepSeek, Qwen, Kimi oder GLM, an denen sich die Warnung messen ließe.
Einen Gegenpunkt liefert Webpronews. Demnach nutzte Hugging Face ein chinesisches Open-Weight-Modell, um den Einbruch von OpenAI-Modellen im Juli zu untersuchen. Das Portal nennt GLM 5.2, lokal auf eigenen Servern betrieben, und mehr als 17.000 analysierte Einzelaktionen. Kommerzielle westliche Werkzeuge hätten die Analyse des Angreifercodes verweigert. Diese Details stehen nur bei Webpronews.
Ob Friar solche lokal betriebenen Modelle meint, geht aus dem Material nicht hervor. Ihr Zitat unterscheidet nicht zwischen gehosteten und selbst betriebenen Modellen.



