Norwegen plant befristetes Verbot von KI-Brillen in öffentlichen Räumen
Parks, Schulen und Umkleiden betroffen – Expertengruppe soll dauerhafte Regeln erarbeiten
Mit KI erstellt◆ Fakten auf einen Blick
- Norwegen plant ein befristetes Verbot von KI-Brillen in öffentlichen Räumen.
- Das Verbot soll für Parks, Strände, Schulen, Kindergärten, Umkleiden, Gesundheitseinrichtungen, Schwimmbäder, Einkaufszentren und öffentliche Veranstaltungen gelten.
- Die Regierung will den Gesetzentwurf „so bald wie möglich“ ins Parlament einbringen.
- Eine Expertengruppe soll dauerhafte nationale Regeln vorschlagen.
- Digitalisierungsminister Torgeir Micaelsen treibt das Vorhaben voran.
- Meta Ray-Ban-Brillen stehen im Fokus der Diskussion.
Norwegens Regierung will KI-Brillen in Parks und Schulen verbieten
Die norwegische Regierung will den Einsatz von KI-Brillen in zahlreichen öffentlichen Räumen vorübergehend verbieten. Wie das Digitalisierungsministerium mitteilte, soll ein entsprechender Gesetzentwurf „so bald wie möglich“ ins Parlament eingebracht werden. Betroffen wären öffentliche Räume wie Parks, Strände, Museen, Einkaufszentren und öffentliche Veranstaltungen, Orte für Kinder wie Schulen, Kindergärten, Spielplätze und Jugendclubs sowie sensible Bereiche wie Gesundheitseinrichtungen, Fitnessstudios, Schwimmbäder, Umkleiden und Duschen. Das Verbot soll dort greifen, wo Menschen heimlich aufgenommen werden könnten oder wo viele Menschen zusammenkommen. Die Regierung prüft zudem, ob Hochschulen einbezogen werden. Hintergrund ist die Sorge, dass Menschen mit solchen Brillen unbemerkt fotografiert, gefilmt oder aufgezeichnet werden können. Digitalisierungsminister Torgeir Micaelsen, der das Vorhaben vorantreibt und erst seit wenigen Wochen im Amt ist, sagte, er sei besorgt über den Einsatz leistungsfähiger neuer Technik, bei der Menschen ohne ihr Wissen aufgenommen werden könnten. Ein befristetes Verbot solle Zeit für eine gründliche Bewertung und eine informierte Debatte schaffen, die Grundlage für dauerhafte Regeln sein könne. Norwegen ist damit das erste größere Land, das ein solches temporäres Verbot vorschlägt. Auch in den Niederlanden und Deutschland werden Rufe nach Verboten lauter.
Expertengruppe soll dauerhafte Regeln für KI-Brillen ausarbeiten
Parallel zu dem befristeten Verbot setzt die Regierung eine Expertengruppe ein. Sie soll dauerhafte nationale Regeln für den Umgang mit KI-Brillen vorschlagen. Welche Geräte genau erfasst werden, ist noch offen; diskutiert werden Brillen mit Kamera und Mikrofon, Brillen mit Kamera und KI-Funktionen sowie andere tragbare Technik, die Bild oder Ton aufzeichnen kann. Im Zentrum der Debatte stehen Geräte wie die Ray-Ban-Brillen von Meta. Teile der norwegischen Gesellschaft haben bereits eigene Verbote erlassen, etwa Schulen in Oslo und der Energiekonzern Equinor für Büros und Offshore-Anlagen. Das befristete Verbot soll nach Angaben von Micaelsen Zeit verschaffen, bis dauerhafte Regeln stehen. Der genaue Kreis der betroffenen Geräte soll im weiteren Verfahren festgelegt werden.



