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Nielsen-Umfrage: KI erschwert Führungskräften die Beurteilung von Mitarbeitenden

Mehr als die Hälfte der befragten Manager fällt die Leistungsbeurteilung nach der KI-Einführung schwerer. Die Umfrage hat der Anbieter Monday.com in Auftrag gegeben. Zu Belastung und Burnout ist die Datenlage uneinheitlich.

· Veröffentlicht: 02.11.2026 ·2 Min Lesezeit
Nielsen-Umfrage: KI erschwert Führungskräften die Beurteilung von MitarbeitendenMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Nielsen befragte 1.700 Direktoren und leitende Manager in sieben Ländern im Auftrag von Monday.com.
  • Mehr als die Hälfte der Befragten findet es nach KI-Einführung schwerer, Mitarbeitenden-Ergebnisse zu beurteilen.
  • Fast die Hälfte der Manager wendet mehr Zeit für Prüfung und Anleitung der Teamergebnisse auf.
  • Hubstaff-Umfrage: 46 % der KI-Nutzer sagen, erwartete Arbeitsmenge sei seit KI-Nutzung gestiegen.
  • Nur 14 % der befragten CEOs haben umfassende Echtzeit-Transparenz über KI-Kosten und ROI.

Polierte Ergebnisse: Wer hat eigentlich was geleistet?

Nielsen hat im Auftrag des Work-Management-Anbieters Monday.com 1.700 Direktoren und leitende Manager in sieben Ländern befragt. Mehr als die Hälfte von ihnen sagt, die Arbeit der Mitarbeitenden sei seit der KI-Einführung schwerer zu beurteilen. Der Bericht führt das darauf zurück, dass Ergebnisse poliert im Posteingang der Führungskraft landen. Welcher Anteil von der Person stammt und welcher von der KI, ist kaum noch zu erkennen. Fast die Hälfte der Manager wendet mehr Zeit für Prüfung und Anleitung der Teamergebnisse auf.

Gegen KI an sich haben die Befragten offenbar wenig. Laut Umfrage sind 94 % begeistert davon, Arbeit mit KI zu verbessern. Das Problem sitzt demnach in den Abläufen im Unternehmen, nicht in der Technik.

Monday.com ist Anbieter von Work-Management-Software und hat daher ein eigenes Interesse an Befunden zur Organisation von Arbeit. Die Zahlen sind also die Aussage des Auftraggebers, keine unabhängige Erhebung. Einen Zusammenhang mit Burnout stellt die Nielsen-Umfrage nach dem vorliegenden Material nicht her.

Mehr Erwartungen, mehr Korrekturen, aber kaum Transparenz über den Nutzen

Ähnliche Befunde liefern weitere Erhebungen. Sie reichen jedoch nicht über ihre eigenen Stichproben hinaus. Hubstaff, Anbieter von Zeiterfassung, befragte im Oktober 1.068 Vollzeitbeschäftigte in computerbasierten Rollen in den USA. 46 % der KI-Nutzer berichten, die erwartete Arbeitsmenge sei seit der KI-Nutzung gestiegen. 5 % sehen sie gesunken. Nur 26 % nutzen die eingesparte Zeit für zusätzliche Arbeit. 45 % wenden mindestens eine Stunde pro Woche auf, um KI-generierte Arbeit anderer zu korrigieren.

Der EY-Parthenon CEO Outlook zeigt eine Lücke bei der Messbarkeit. Sein britischer Teil umfasst 100 CEOs und ist Teil einer globalen Umfrage unter 1.200 Führungskräften. 50 % der CEOs nennen KI als einen der drei wichtigsten Produktivitätstreiber. Nur 14 % verfügen jedoch über umfassende Echtzeit-Transparenz über KI-Kosten und ROI. Jeder Dritte kann den ROI nicht angemessen beurteilen.

Burnout-Zahlen widersprechen sich je nach Messung

Bei der Belastung sind die Belege uneinheitlich. Sie stammen zudem nicht aus der Nielsen-Erhebung. Hubstaff nennt für die vergangenen zwölf Monate eine Burnout-Erfahrung bei 69 % der Befragten. Einen höheren Wert für KI-Nutzer gegenüber Nichtnutzern weist das Unternehmen jedoch nicht aus.

Eine Studie auf Basis der repräsentativen Household Pulse Survey (USA, März 2026) kommt zu einem anderen Ergebnis. Bei 51,7 % KI-Nutzung am Arbeitsplatz fand sie keinen Zusammenhang mit moderater bis schwerer psychischer Belastung. Stärkere Nutzung hing mit höherer Lebenszufriedenheit zusammen, aber auch mit mehr Einsamkeit.

Die Ergebnisse sind nur begrenzt vergleichbar. Die Erhebungen messen Verschiedenes: Burnout auf der einen Seite, psychische Belastung, Zufriedenheit und Einsamkeit auf der anderen. Zudem beruhen sie auf unterschiedlichen Stichproben. Die Studie nutzt Querschnittsdaten. Ihre Autoren fordern deshalb Längsschnittstudien.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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