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NHTSA eröffnet Voruntersuchung gegen Comma AI nach fünf Unfällen mit drei Toten

US-Behörde prüft Nachrüstsystem nach Auffahrunfällen mit stehenden Fahrzeugen

· Veröffentlicht: 24.09.2026 ·3 Min Lesezeit
NHTSA eröffnet Voruntersuchung gegen Comma AI nach fünf Unfällen mit drei TotenMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Die NHTSA/ODI hat am 21. September eine Voruntersuchung (Preliminary Evaluation) zu Comma AI eingeleitet.
  • Es wurden fünf Unfälle gemeldet, bei denen Fahrzeuge mit Comma-AI-Geräten auf stehende oder langsam fahrende Fahrzeuge in derselben Spur auffuhren.
  • Bei den Unfällen starben drei Menschen und elf wurden verletzt, einige davon schwer.
  • Zwei der fünf Unfälle waren tödlich (insgesamt drei Tote).
  • In einigen Fällen, darunter mindestens ein tödlicher Unfall, könnten modifizierte Versionen (Forks) der Comma-AI-Software verwendet worden sein.
  • Comma-AI-Geräte können die adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC) und die automatisierte Spurhalteassistenz (ALC) steuern, ähnlich wie Tesla Autopilot und GM Super Cruise.

NHTSA eröffnet Voruntersuchung nach fünf Unfällen mit Todesopfern

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat eine Voruntersuchung gegen das Unternehmen Comma AI eingeleitet. Das Office of Defects Investigation (ODI) eröffnete die Preliminary Evaluation am 21. September, nachdem fünf Unfälle gemeldet worden waren, bei denen Fahrzeuge mit Comma-AI-Geräten auf stehende oder langsam fahrende Fahrzeuge in derselben Spur auffuhren. Bei den Unfällen starben drei Menschen, elf weitere wurden verletzt, einige davon schwer. Die Behörde will nun prüfen, ob das Nachrüstsystem Hindernisse in der eigenen Spur zuverlässig erkennt und darauf reagiert. Das ODI kündigte an, Daten zu beschaffen, um den Systemstatus bei jedem Vorfall zu verifizieren und die Leistung sowie die Sicherheitsvorkehrungen der Geräte zu bewerten. Vorläufige Auswertungen bestätigen nach Angaben der Behörde, dass die Fahrsysteme bei mehreren der Unfälle aktiv waren. Die Geräte können nach Angaben des Unternehmens die adaptive Geschwindigkeitsregelung und die automatisierte Spurhalteassistenz steuern – Funktionen, die denen von Tesla Autopilot und GM Super Cruise ähneln. Comma AI war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Das Unternehmen verlangt nach eigenen Angaben, dass der Fahrer jederzeit aufmerksam bleibt und bereit ist, die Kontrolle zu übernehmen.

Details zu den Unfällen und mögliche Software-Modifikationen

Zwei der fünf Unfälle waren tödlich, insgesamt starben drei Menschen. In vier der fünf Unfälle wurden bis zu elf Menschen verletzt, einige davon schwer. In einigen Fällen – darunter mindestens ein tödlicher Unfall – könnten nach Angaben des ODI modifizierte Versionen der Comma-AI-Software verwendet worden sein. Solche Fremdanpassungen werden als Forks bezeichnet. Ein Fork ist eine von Dritten weiterentwickelte Version der quelloffenen Software openpilot. Da diese Modifikationen nicht denselben Sicherheitsprüfungen und Validierungen unterliegen wie die Originalversion, können sie das Verhalten des Systems verändern und die Erkennung von Hindernissen beeinträchtigen. Für die Untersuchung bedeutet dies, dass die Behörde die genaue Softwarekonfiguration jedes Unfallfahrzeugs ermitteln muss, um festzustellen, ob ein Fehler im Originalcode oder in einer abgewandelten Version vorlag. Ein konkreter Fall: Im Februar dieses Jahres ereignete sich wahrscheinlich in Ascension Parish im US-Bundesstaat Louisiana ein tödlicher Unfall. Ein Toyota RAV4 des Baujahrs 2022, der mit FrogPilot – einer Fremdmodifikation von openpilot – unterwegs war, prallte auf ein stehendes Einsatzfahrzeug. Nach Angaben der Polizei starben zwei Insassen auf der Rückbank. Die von der Louisiana State Police veröffentlichten Unfalldaten könnten einem Eintrag in der NHTSA-Datenbank entsprechen.

Comma AI: Hintergrund und frühere regulatorische Auseinandersetzungen

Comma AI wurde 2015 von George Hotz gegründet. Das Unternehmen bietet openpilot als Nachrüstlösung an, die nach eigenen Angaben mit mehr als 325 Fahrzeugmodellen kompatibel ist. Die Software kann automatisch lenken, beschleunigen und für andere Fahrzeuge in der Spur bremsen. Nach Unternehmensangaben haben mehr als 30.000 Fahrzeuge mit den Geräten 402 Millionen Meilen zurückgelegt. Bereits 2016 forderte die NHTSA Comma AI auf, die Sicherheit eines geplanten Selbstfahrgeräts nachzuweisen; die Behörde verlangte konkrete Sicherheitsnachweise, andernfalls drohte ein Verkaufsverbot. Comma AI reagierte, indem es seine Aktivitäten auf andere Produkte und Märkte verlagerte. Das California DMV verschickte zudem eine Unterlassungsverfügung, die dem Unternehmen den Vertrieb des Selbstfahrgeräts ohne entsprechende Genehmigung untersagte und die regulatorischen Hürden für Nachrüstsysteme unterstrich.

M
Manuel Peter
Redaktion · KI-Regulierung & Recht

Manuel Peter verfolgt für KI Spotlight die rechtlichen und regulatorischen Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz: den EU AI Act, Datenschutz, Haftungsfragen und Governance. Er ordnet ein, was neue Vorgaben konkret bedeuten – ersetzt aber keine individuelle Rechtsberatung.

Quellen

  1. hyper.ai ↗

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