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Krea Agents: Kreativproduktion per Prompt statt Node-Graph

Krea öffnet seine Agentenplattform für alle Nutzer – der Agent plant, wählt Modelle und produziert Bilder, Video und Audio aus einem einzigen Briefing.

· Veröffentlicht: 15.09.2026 ·7 Min Lesezeit
Krea Agents: Kreativproduktion per Prompt statt Node-GraphMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Krea Agent ist ab sofort für alle Nutzer verfügbar, auch im Free-Tarif; kein Einladungs- oder Zugangscode erforderlich.
  • Krea Agents ist ein KI-Agent für kreative Produktion: Man schreibt ein Briefing im Chat, der Agent plant den Job, wählt Modelle, generiert Assets, prüft, bearbeitet und legt alles in einer geteilten Kontextbibliothek ab.
  • Der Agent führt mehrstufige Workflows aus (Recherche, Generierung, Prüfung, Bearbeitung, Export) in einer Sitzung und kann mehrere Richtungen parallel ausführen.
  • Der Agent wählt für jeden Schritt das passende Modell; Krea hostet nach offiziellen Angaben mehr als 150 Bild-, Video-, Audio- und Enhancement-Modelle.
  • Der Agent kann Bilder einzeln oder in Batches bis zu acht generieren, Video aus Text oder Startbild (z. B. Seedance 2.5), Audio (Text-to-Speech/Dialog mit Seed Audio und ElevenLabs-Stimmen), Upscaling/Enhancement (inkl. Topaz) und Hintergrundentfernung.
  • Der Agent kann Stile aus Bildsätzen trainieren, Moodboards mit Krea-2-Modellen erstellen, hochgeladene Bilder beschreiben oder kritisieren sowie im Web und nach Bildern suchen.

Krea Agents startet offen: Kreativproduktion per Prompt statt Node-Graph

Krea hat mit Krea Agents eine Agentenplattform vorgestellt, die kreative Produktionspipelines aus einem einzigen Prompt plant und ausführt. Laut offizieller Krea-Seite ist der Agent ab sofort für alle Nutzer verfügbar, auch im Free-Tarif, und erfordert keinen Einladungs- oder Zugangscode. Er ersetzt manuelle Node-Graphen, wie sie in ComfyUI-artigen Node-Graphen üblich sind, durch einen Chat-Prompt. Nutzer schreiben ein Briefing, der Agent plant den Job, wählt Modelle, generiert Assets, prüft, bearbeitet und legt alles in einer geteilten Kontextbibliothek ab. Der Zugang erfolgt über krea.ai/agent, den Produktumschalter, Slack oder Krea für ChatGPT. Jeder Plan erhält Kontextbibliothek, Skills und Integrationen; Bezahlpläne schalten höhere Effort-Stufen und das Festlegen eines bestimmten Orchestrierungsmodells frei. Routinen und benutzerdefinierte Agenten sind Enterprise. Die Plattform ist eine Schicht über der bestehenden Krea-Suite, die es KI-Agenten ermöglicht, Bild- und Videoproduktion Ende-zu-Ende zu steuern. Der Agent liest die Leinwand, plant eine mehrstufige Pipeline, wählt Modelle und führt den Job aus einem einzigen Prompt aus. Das ersetzt handverdrahtete Graphen durch natürliche Sprache. Krea hatte bereits einen Node Agent, der Prompts in ausführbare Graphen umwandelte; bei Änderungen werden nur nachgelagerte Knoten neu ausgeführt, die ersten neun zwischengespeicherten Ergebnisse bleiben erhalten, während die betroffenen Knoten neu verarbeitet werden. Dieses Caching deutet darauf hin, wie die neue Plattform Iterationen günstig hält. Damit zielt Krea auf professionelle Kreativarbeit, die bisher oft technisch versierten Nutzern vorbehalten war.

So arbeitet der Agent: Planung, Modellwahl und mehrstufige Workflows

Der Agent arbeitet als Chat-Schnittstelle über allen Krea-Werkzeugen. Statt Bildgenerator, Videogenerator und Enhancer einzeln zu öffnen, beschreibt der Nutzer das gewünschte Ergebnis einmal. Ein typisches Briefing könnte lauten: „Hier ist unser Produktfoto und unsere Website. Erstelle sechs statische Anzeigen für Instagram in unseren Markenfarben, dann ein 15-Sekunden-Video im Hochformat für Reels.“ Der Agent liest die Website, erstellt eine kurze Markenreferenz, generiert die Standbilder, prüft sie, generiert das Video aus dem besten Standbild und legt alle Dateien in einem Ordner ab. Zwei Merkmale unterscheiden ihn von einem Chat-Modell mit Bildfunktion: Er führt mehrstufige Workflows aus – Recherche, Generierung, Prüfung, Bearbeitung und Export geschehen in einer Sitzung. Außerdem kann er mehrere Richtungen parallel verfolgen. Das parallele Verfolgen mehrerer Richtungen spart Zeit, da der Nutzer nicht nacheinander verschiedene Ansätze testen muss, sondern gleichzeitig mehrere Optionen erhält und schneller zu einem überzeugenden Ergebnis kommt. Zudem wählt er für jeden Schritt das passende Modell. Krea hostet nach offiziellen Angaben mehr als 150 Bild-, Video-, Audio- und Enhancement-Modelle. Der Agent weiß, welches Modell für eine referenztreue Bearbeitung, ein textlastiges Layout, eine schnelle Exploration, ein Hero-Video oder ein Upscaling geeignet ist. Die Planung nutzt laut AlphaSignal Frontier-LLMs wie die von Anthropic; die Generierung läuft auf Krea- und Drittanbieter-Modellen. Zudem verfügt der Agent über ein persistentes Dateisystem für Kontext sowie trainierbare Skills aus Referenzbildsätzen.

Was der Agent konkret kann: Bilder, Video, Audio, Stile und Suche

Der Agent kann Bilder einzeln oder in Batches von bis zu acht generieren, mit jedem Bildmodell aus Kreas Katalog. Technisch setzt er das um, indem er mehrere Generationen parallel oder sequenziell mit dem gewählten Modell anstößt und die Ergebnisse in der Sitzung bündelt. Der Mehrwert liegt in der schnellen Variantenauswahl: Statt einzelne Bilder nacheinander zu erzeugen, erhält der Nutzer sofort eine Auswahl, aus der er die beste Richtung weiterverfolgen kann. Video erzeugt der Agent aus Text oder einem Startbild, etwa mit Modellen wie Seedance 2.5. Dabei nutzt er das Startbild als visuellen Anker und generiert daraus bewegte Sequenzen, sodass statische Konzepte ohne separate Tools in Bewegtbild überführt werden. Für Audio stehen Text-to-Speech und Dialoge mit Seed Audio und ElevenLabs-Stimmen zur Verfügung. Der Agent wählt die passende Stimme aus und synthetisiert die Sprachausgabe direkt im Workflow, wodurch Produktionen ohne externe Audiobearbeitung mit Voice-over oder Dialogen versehen werden können. Upscaling und Enhancement erfolgen unter anderem mit Topaz, einem spezialisierten Modell zur Qualitätsverbesserung. Der Agent wendet es auf generierte Assets an, um Auflösung und Detailtreue für den finalen Einsatz zu erhöhen – ein klarer Mehrwert für hochauflösende Kampagnen. Die Hintergrundentfernung nutzt Kreas eigenes Segmentierungswerkzeug, das Motive automatisch vom Hintergrund trennt. Das spart manuelle Freistellungsarbeit und erleichtert Composings oder Produktfotos. Im Bereich Referenz und Stil kann der Agent einen Stil aus einem Satz von Bildern trainieren, indem er die visuellen Merkmale extrahiert und als wiederverwendbare Referenz speichert. Dadurch bleibt die Markenästhetik über alle Assets hinweg konsistent. Er kann Moodboards mit Krea-2-Modellen erstellen, um visuelle Richtungen zu erkunden und im Team abzustimmen. Hochgeladene Bilder beschreibt oder kritisiert er mithilfe von Bildverstehensmodellen, was die Qualitätskontrolle und Iteration unterstützt. Zur Recherche durchsucht er das Web und sucht nach Bildern, liefert also Inspiration und Referenzmaterial direkt im Workflow.

Preise und Startwochen-Kontingent: Was kostet der Agent?

Die Kosten für Generationen des Agenten entsprechen denen im Bild- oder Video-Tool; es gibt kein separates Agent-Guthaben. Während der Startwoche, die bis zum Ende des 15. September 2026 (Pacific Time) läuft, sind Web-Agent-Generationen bis zu einem bestimmten Kontingent pro Nutzer kostenlos. Der Free-Tarif erhält 300 Credits, Basic und Creator Basic erhalten 1.500 Credits, Pro, Creator Pro, Max und Creator Max erhalten 5.000 Credits. Das Kontingent gilt pro Nutzer über alle Workspaces hinweg. Die verbleibenden Gratis-Credits werden in der Composer-Anzeige (Pille) angezeigt. Nach Ablauf der Startwoche oder bei Überschreiten des Kontingents werden die üblichen Compute Units berechnet.

Widerspruch: Offener Launch oder doch Invite-only-Beta?

Zur Verfügbarkeit von Krea Agents gibt es widersprüchliche Angaben. Die offizielle Krea-Seite erklärt, der Agent sei für alle Pläne offen, auch für Free, und erfordere keinen Einladungs- oder Zugangscode. Andere Quellen, darunter AlphaSignal und frühere Berichte, beschreiben das Produkt dagegen als Invite-only-Beta oder Beta-Warteliste; demnach sei es noch nicht allgemein verfügbar. Eine mögliche Erklärung ist, dass sich die Berichte auf unterschiedliche Zeitpunkte beziehen: Die Beta-Phase könnte inzwischen beendet und durch einen offenen Launch ersetzt worden sein. Es könnte sich aber auch um ein Missverständnis handeln, etwa weil die offizielle Seite den Zugang großzügiger darstellt, als er tatsächlich ist. Der Widerspruch ist anhand der vorliegenden Quellen nicht aufgelöst. Nutzer sollten daher prüfen, ob der Zugang ohne Einladung tatsächlich funktioniert.

Integrationen: Claude, Slack, Figma und mehr

Krea Agents lässt sich in bestehende Arbeitsumgebungen einbinden. Über Connectors ist eine Integration mit Claude möglich: Nutzer fügen in Claude einen Connector hinzu, fügen die URL ein und verbinden sich mit Krea. Anschließend kann man in Claude ein Briefing formulieren, Krea wählt die Werkzeuge, generiert die Assets und bringt das Ergebnis zurück in die Konversation. Für Teams, die in Slack arbeiten, gibt es einen eigenen Krea-Agenten für Slack. Laut AlphaSignal unterstützt Krea auch Figma, Google Drive, Cursor, Codex und OpenClaw. Der gehostete MCP-Server von Krea funktioniert demnach mit Claude, Codex, Cursor und OpenClaw und stellt über 60 Bild- und Videomodelle bereit. Damit positioniert sich Krea als Schnittstelle zwischen Coding-Agents und Kreativwerkzeugen.

Krea im Kontext: 83 Millionen Dollar, 30 Millionen Nutzer und der Wettbewerb

Krea wurde 2022 von Victor Perez (CEO) und Diego Rodriguez (CTO) gegründet. Das Unternehmen hat insgesamt 83 Millionen US-Dollar Finanzierung erhalten, darunter eine Series B über 47 Millionen unter Führung von Bain Capital Ventures bei einer post-money-Bewertung von etwa 500 Millionen US-Dollar. Diese Finanzierung ist entscheidend für die Weiterentwicklung von Krea Agents: Sie ermöglicht den Betrieb von über 150 gehosteten Modellen, die Entwicklung eigener Foundation-Modelle wie Krea 2 und Krea 3 sowie den Aufbau der Agenten-Infrastruktur. Weitere Investoren sind Andreessen Horowitz, Abstract Ventures und Google Gradient. Krea meldet über 30 Millionen Nutzer in 191 Ländern; im April 2025 waren es noch über 20 Millionen. Das schnelle Wachstum der Nutzerbasis spiegelt das Marktpotenzial wider und zeigt, dass die Plattform von einer breiten, internationalen Zielgruppe angenommen wird – von Einzelkreativen bis zu Unternehmen wie Shopify und Perplexity. Die Tarife umfassen Free, Pro, Max sowie Teams und Enterprise; laut Forbes zahlen Nutzer zwischen 10 und 60 US-Dollar pro Monat. Diese Preisspanne deckt unterschiedliche Zielgruppen ab: Der Free-Tarif senkt die Einstiegshürde für Gelegenheitsnutzer, während die höheren Tarife professionellen Teams erweiterte Funktionen und höhere Kontingente bieten. Mit Krea Agents folgt das Unternehmen einem breiteren Trend: Die Steuerung komplexer Werkzeuge verlagert sich von manuellen Oberflächen hin zu Agenten, die Aufgaben in natürlicher Sprache entgegennehmen und selbstständig ausführen. Ähnliche Entwicklungen sind bei Coding-Agents zu beobachten, wo die Steuerung zunehmend in das Repository wandert. Krea überträgt dieses Muster auf die kreative Produktion und zielt darauf, die Bedienung von KI-Bild- und Videowerkzeugen zu vereinfachen.

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Jasmin Freitag
Redaktion · KI-Anwendungen & Tools

Jasmin Freitag beobachtet für KI Spotlight die praktische Seite der künstlichen Intelligenz: neue Anwendungen, generative Werkzeuge, kreative KI und den Einsatz von Tools im Alltag und in Unternehmen. Sie erklärt praxisnah, was ein Werkzeug wirklich taugt.

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