KI-gestützte Entdeckung neuer VAV1-Molekularglues
Baylor-Team identifiziert NGT-201-12 und NGT-201-18 über unvoreingenommene Proteomik und GluePlex
Mit KI erstellt◆ Fakten auf einen Blick
- Ein Team um Dr. Jin Wang und Dr. Hanfeng Lin am Baylor College of Medicine hat eine Studie in Nature Communications veröffentlicht, die die Entdeckung neuer Molekularglues gegen VAV1 beschreibt.
- Die Forscher nutzten unvoreingenommene Hochdurchsatz-Proteomik (data-independent acquisition proteomics), um Verbindungen zu identifizieren, die selektiv den VAV1-Spiegel senken.
- Die identifizierten Molekularglues sind Phenyl-Glutarimid-Derivate, darunter NGT-201-12 und NGT-201-18.
- Der Abbau von VAV1 erfolgt über das E3-Ligase-Protein Cereblon (CRBN) und das Proteasom.
- Ein nicht-kanonischer RT-Loop-Degron (RDxS-Motiv, Aminosäuren 796–799) in der C-terminalen SH3-Domäne (SH3-2) von VAV1 ist entscheidend für die Interaktion mit CRBN und den Abbau.
- Die Studie zeigt, dass eine einzelne Verbindung gleichzeitig den nicht-kanonischen RT-Loop-Degron in VAV1 und einen kanonischen G-Loop-Degron in LIMD1 binden kann, was auf potenzielle Off-Target-Effekte hinweist.
Forschende am Baylor College of Medicine berichten in Nature Communications über neue Molekularglues gegen VAV1. Mittels datenunabhängiger Erfassung (DIA) in der Hochdurchsatz-Proteomik – bei der alle Peptidionen eines Massenspektrometers fragmentiert und quantifiziert werden, ohne vorab Zielproteine festzulegen – identifizierten sie unvoreingenommen die Phenyl-Glutarimid-Derivate NGT-201-12 und NGT-201-18. Diese binden an Cereblon, das als Substratrezeptor eines E3-Ubiquitin-Ligase-Komplexes Zielproteine mit Ubiquitin markiert; das Proteasom erkennt diese Markierung und baut VAV1 ab. Der KI-basierte GluePlex-Workflow kombiniert KI-Strukturvorhersage mit physikbasierter Modellierung und sagte den ternären Komplex aus Glue, VAV1 und Cereblon ohne experimentelle Strukturdaten vorher. Dabei identifizierte er einen nicht-kanonischen RT-Loop-Degron (RDxS-Motiv, Aminosäuren 796–799) in der SH3-2-Domäne als entscheidende Bindungs- und Abbausignalstelle; dieses Motiv unterscheidet sich von bekannten G-Loop-Degrons. Die Off-Target-Analyse erfolgte durch umfassende dosisabhängige Proteomik: Sie zeigte, dass eine Verbindung gleichzeitig auch den kanonischen G-Loop-Degron von LIMD1 binden kann, was die Selektivität einschränkt.



