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Isomorphic Labs: Jaderberg spricht von wöchentlichen Durchbrüchen, nennt aber keinen Wirkstoffkandidaten

Max Jaderberg sagt im Interview, bald würden alle Medikamente mit KI entworfen. Belege dafür liefert er nicht. Ein Termin für den Start klinischer Studien steht nicht fest.

· Veröffentlicht: 31.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Isomorphic Labs: Jaderberg spricht von wöchentlichen Durchbrüchen, nennt aber keinen WirkstoffkandidatenMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Die Frequenz interner Durchbrüche bei Isomorphic Labs stieg laut Jaderberg von monatlich auf wöchentlich.
  • Bisher hat kein KI-entworfenes Medikament eine FDA-Zulassung erhalten oder klinische Prüfung abgeschlossen.
  • Rund 90 % der Wirkstoffkandidaten scheitern im Zulassungsprozess.
  • Max Jaderberg übernimmt laut Isomorphic Labs im Januar 2026 die Rolle des Präsidenten.
  • Isomorphic Labs wurde am 24.02.2021 gegründet und hat seinen Sitz in London.

Jaderberg: Interne Durchbrüche kommen wöchentlich statt monatlich

Max Jaderberg (36) ist nach Angaben von Isomorphic Labs seit Januar 2026 Präsident des Ablegers von Google DeepMind. Im Business-Insider-Interview vom September sagt er, die Frequenz interner Durchbrüche sei in den vergangenen drei Jahren von monatlich auf wöchentlich gestiegen. Zur Zukunft der Wirkstoffforschung sagt er: "There's no world in five years' time, where all drugs aren't designed by AI."

Beides beruht auf Selbstauskunft. Das Unternehmen definiert den Begriff „Durchbruch“ nicht und legt keine Zählung vor. Ohne Definition, Meilensteine, Publikationen oder Datensätze lässt sich die Aussage nicht prüfen. Isomorphic will mit KI Wirkstoffe gegen Krebs sowie gegen Immun- und Entzündungskrankheiten entwerfen. Ein undatiertes Fortune-Interview nennt jedoch Colin Murdoch als Präsidenten. Woran der Widerspruch liegt, geht aus dem vorliegenden Material nicht hervor.

Kein benannter Kandidat, kein zugelassenes KI-Medikament, offener Studienstart

Isomorphic hat bislang keinen Wirkstoffkandidaten öffentlich benannt. Jaderbergs Manifest vom 29. September zeigt eine Design-Demonstration an einem unbenannten „Target D“. Die Design-Engine IsoDDE durchsuchte zwei bis vier Tage lang den chemischen Raum. Wenige Moleküle wurden hergestellt und getestet. Eines lieferte eine funktionierende Konzentrations-Wirkungs-Kurve.

Laut Business Insider hat bisher kein KI-entworfenes Medikament eine FDA-Zulassung erhalten. Rund 90 Prozent der Kandidaten scheitern im Zulassungsprozess.

Beim Studienstart gibt es zwei Darstellungen. Ein Bericht, der sich auf Bloomberg beruft, nennt für 2026 einen First-in-Human-Versuch bei Krebs. Eine Bestätigung durch Isomorphic liegt im Material nicht vor. Nach einem anderen Bericht hat das Unternehmen keinen festen Zeitplan genannt. Die Kritikerin Melinda B. Chu erwartet für 2026 keine Studie, möglicherweise auch 2027 nicht.

Jaderbergs Satz „Our hypothesis has been proven“ ist eine nicht überprüfte Herstellerangabe. Prüfbar wäre er anhand veröffentlichter präklinischer Daten zu benannten Kandidaten, durch Peer-Review oder eine IND-Einreichung.

Milliardenkapital und drei Pharmapartner erhöhen den Erfolgsdruck

Nach Bloomberg-Angaben sammelte Isomorphic im März 2025 in einer Series A 600 Millionen US-Dollar ein. Am 12. Mai 2026 schloss das Unternehmen eine Series B über 2,1 Milliarden US-Dollar ab. Keine der beiden Runden nannte einen Bewertungswert. Forschungspartnerschaften bestehen mit Novartis, Eli Lilly und Johnson & Johnson. In Boston arbeitet ein Team für klinische Entwicklung.

Im Februar stellte das Unternehmen die Design-Engine IsoDDE vor. Nach Unternehmensangaben hat sie die Genauigkeit von AlphaFold 3 mehr als verdoppelt. Das ist eine Herstellerangabe. Prüfbar wäre sie nur über einen technischen Bericht, Benchmark-Details und unabhängige Replikation.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. hyper.ai ↗

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