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Google veröffentlicht kostenlose Notiz-App Foresight für Macs

Die experimentelle App nimmt Meetings lokal auf und erstellt aus Stichworten Notizen. Das Datenschutzversprechen stammt vom Hersteller; eine unabhängige Prüfung gibt es nicht.

· Veröffentlicht: 25.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Google veröffentlicht kostenlose Notiz-App Foresight für MacsMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Google hat Foresight am Dienstag, 6. Oktober, als kostenlose experimentelle Mac-Anwendung veröffentlicht.
  • Foresight nimmt Mikrofon und Systemton des Macs auf und funktioniert mit Meet, Zoom und Teams.
  • Es kommt kein Bot in das Meeting; Nutzer tippen Stichworte, aus denen Foresight vollständige Notizen baut.
  • Das Transkript ist einsehbar; Transkription und Zusammenfassung laufen nicht auf einem Server.
  • EmbeddingGemma 2 von Google DeepMind ist ein offenes multimodales Embedding-Modell mit 740M Parametern.

Google bringt Meeting-Notiz-App für Apple-Silicon-Macs

Google hat mit AI Edge Foresight eine kostenlose Notiz-App für Besprechungen veröffentlicht. Sie läuft nur auf Macs mit Apple Silicon. Das AI-Edge-Team stellte die Anwendung am Dienstag, 6. Oktober, als „experimentelle Mac-Anwendung“ vor. Transkription und Zusammenfassung laufen nicht auf einem Server, sondern auf dem eigenen Rechner.

Foresight nimmt Mikrofon und Systemton des Macs auf. Die App funktioniert deshalb mit beliebigen Meeting-Programmen, etwa Meet, Zoom oder Teams, und auch bei Gesprächen vor Ort. Ein Bot tritt der Besprechung nicht bei. Während des Gesprächs tippen Nutzer Stichworte. Daraus baut Gemma 4 vollständige Notizen. Das Transkript lässt sich einsehen. Das Prinzip – Kurznotizen von Hand, KI-Ausarbeitung danach – ähnelt konzeptionell dem Dienst Granola.

Eine Wissensbasis kommt hinzu. Anwender binden PDF-Dateien, Google Docs, Microsoft-Office-Dokumente, Text, Markdown und Web-Lesezeichen ein. Fragen beantwortet die App dann auch aus diesen Quellen und aus früheren Meetings. Windows und Intel-Macs werden nicht unterstützt.

Lokal, sagt Google: EmbeddingGemma 2 und die Datenschutzzusage

Das Datenschutzversprechen stützt sich auf die FAQ von Google, die das niederländische Portal keek.be zitiert. Demnach verlassen persönliche Wissensquellen, Meeting-Audio und Notizen den Computer nie. Einen Internetzugang braucht die App nicht. Das ist eine Herstellerangabe. Eine unabhängige Prüfung liegt nicht vor.

Die semantische Suche über die eigene Wissensbasis übernimmt EmbeddingGemma 2. Google DeepMind hat das Modell als offenes, multimodales Embedding-Modell veröffentlicht. Es bildet Text, Bilder, Videoframes und Audio in einem gemeinsamen Vektorraum ab und hat 740 Millionen Parameter. Das Google-Entwicklerblog nennt Foresight auf dem Mac und die mobile Google AI Edge Gallery als interaktive Vorführungen des Modells. Googles Aussage, das Modell sei „best-in-class for its size“, ist ohne unabhängige Benchmarks nicht belegt.

Die Live-Transkription läuft laut der Analyse eines Community-Projekts über eine geschlossene Google-ODML-Transkriptionsbibliothek. Der Chat nutzt standardmäßig Gemma 4 E2B.

Download, Einschränkungen und Lücken auf anderen Plattformen

Der Download umfasst 153 Megabyte und entpackt 376 Megabyte, bevor die Modelle geladen sind. Ein Google-Konto ist laut einem ersten Praxistest nicht nötig. Dessen Autor entwickelt allerdings mit talat eine konkurrierende App und testete nur wenige Minuten.

Community-Projekte schließen Plattformlücken. Open Foresight läuft unter Linux und macOS, außerdem gibt es einen Windows-Nachbau und einen Shim für chinesische Transkription. Ohne ihn transkribiert Foresight nur Englisch. Ein Nutzer berichtet auf Reddit, die App habe zwei bekannte Fundstellen in indexierten Dokumenten aus Google Drive und lokalen Ordnern nicht gefunden. Das ist ein Einzelfall.

Offen bleibt, wie Foresight gegenüber bestehenden lokalen Werkzeugen wie talat oder Granola abschneidet. Ein belegter Vergleich fehlt. Wer in Deutschland Gespräche aufzeichnet, muss die Einwilligung der Gesprächspartner selbst klären. Google bezeichnet die App ausdrücklich als Experiment.

J
Jasmin Freitag
Redaktion · KI-Anwendungen & Tools

Jasmin Freitag beobachtet für KI Spotlight die praktische Seite der künstlichen Intelligenz: neue Anwendungen, generative Werkzeuge, kreative KI und den Einsatz von Tools im Alltag und in Unternehmen. Sie erklärt praxisnah, was ein Werkzeug wirklich taugt.

Quellen

  1. github.com ↗

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